Gießener Forscher testen Wirkstoff gegen Covid-19

  • vonRedaktion
    schließen

Gießen(pm) Kann die Inhalation eines Proteins den Krankheitsverlauf von Covid-19 mildern? Das will das Team der Gießener Lungenforscherin Susanne Herold, Professur für Infektionskrankheiten der Lunge an der Justus-Liebig-Universität, in einer klinischen Studie erforschen.

Von dem kleinen Protein, einem Botenstoff, ist bekannt, dass es Schädigungen des Lungengewebes abwenden kann: Es spielt eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Bakterien und Viren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Studie GI-COVID im Rahmen eines "Rapid Response"-Moduls der "Richtlinie zur Förderung eines Nationalen Forschungsnetzes zoonotische Infektionskrankheiten" bis Ende 2021 mit rund 1,84 Millionen Euro.

Bei der Suche nach Medikamenten gegen neue Krankheitserreger wie das Coronavirus SARS-CoV-2 bietet es sich an, in dem bereits vorhandenen Wirkstoff-Arsenal vielversprechende Kandidaten zu identifizieren und deren Potenzial für die Therapie von COVID-19 zu untersuchen. "Unser Ansatzpunkt ist ein natürlicher Botenstoff, der die Bildung und Aktivierung bestimmter Immunzellen beeinflusst und gleichzeitig die Reparatur der geschädigten Lunge beschleunigt", erläutert Herold, die den Schwerpunkt Infektiologie des UKGM in Gießen leitet. "Wir wissen aus präklinischen Studien, dass dieser Botenstoff eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Erregern in der Lunge spielen und Gewebeschäden verhindern kann." Die Gießener Forscher wollen jetzt prüfen, ob die Inhalation des Wirkstoffs Molgramostim - eine biotechnologisch hergestellte Form des Botenstoffs - der Verschlechterung einer Lungenentzündung bei Covid-19-Patienten vorbeugen und ein akutes Lungenversagen verhindern kann. "Wir hoffen, dass der Wirkstoff die Immunabwehr der Lunge verbessert, die Regenerationsfähigkeit des Gewebes beschleunigt und die Notwendigkeit einer Beatmung verhindern kann."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare