Der Gießener Filmemacher Christian Ditter bei den Dreharbeiten zur neuen Netflix-Serie "Biohackers", die am 20. August 2020 startet.
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Der Gießener Filmemacher Christian Ditter bei den Dreharbeiten zur neuen Netflix-Serie »Biohackers«, die am 20. August 2020 startet.

»Biohackers«

»Biohackers«: Neu auf Netflix - „Wir betreten damit Neuland" - Gießener dreht Serie

Am 20. August startet auf Netflix die Serie »Biohackers«. Ausgedacht und umgesetzt hat sie der gebürtige Gießener Filmemacher Christian Ditter. Es geht um Biohacking-Technologien und Gen- Experimente. »Wir betreten damit Neuland«, sagt der frühere Liebigschüler.

Mia beginnt ihr Medizinstudium. Schnell wird klar, dass ihr Interesse an der revolutionären Biohacking-Technologie nicht nur wissenschaftliche Gründe hat. Sie will das Vertrauen von Prof. Tanja Lorenz gewinnen, mit der sie ein Geheimnis verbindet. Um den Tod ihres Bruders aufzuklären, begibt sie sich in eine gefährliche Welt voller illegaler Gen-Experimente. Als sie Biologiestudent Jasper und seinen Mitbewohner Niklas kennenlernt, muss sie sich entscheiden: Zwischen Gefühlen und Prinzipien, zwischen Rache für die Familie und dem Schutz ihrer neuen Freunde.

Am Donnerstag, 20. August, startet die neue deutsche Netflix-Serie »Biohackers« (Alle Infos zu Schauspielern, Inhalt, Drehorten von „Biohackers" auf Netflix finden Sie hier), bei der der Gießener Filmemacher Christian Ditter als Autor und Regisseur fungiert und zudem als sogenannter Showrunner zum ersten Mal die Gesamtverantwortung trägt. Die Serie entstand an 66 Drehtagen in Freiburg und München und wird weltweit in mehr als 190 Ländern ausgestrahlt. »Bio- hackers ist eine packende Story mit facettenreichen Charakteren, die sich außergewöhnlichen Umständen stellen und dabei über sich hinauswachsen«, sagt Ditter über seine erste deutsche Produktion seit 2011. Mit dabei sind die Schauspieler Luna Wedler, Jessica Schwarz und Benno Fürmann.

„Biohackers" auf Netflix: Seit neun Jahren lebt Ditter in LA

Die Serie, ein Mix aus Science, Unterhaltung und Thriller, beschäftigt sich mit einem Thema, das in Zukunft immer bedeutsamer werden dürfte: Wie sehr darf man mit Biohacking und Genom-Editierung Körper, Geist und sogar die eigene DNA optimieren? Und wo sind die Grenzen? Ditter, der seit neun Jahren in Los Angeles lebt, ist überzeugt: »Wir betreten Neuland!«

Auf die Idee zur Serie kam der frühere Liebigschüler durch Gespräche mit ehemaligen Schulfreunden aus seiner späteren Heimat Gütersloh. »Ich habe Biologie in der zehnten Klasse abgewählt, aber die Gespräche über synthetische Biologie haben mich fasziniert«, verrät Ditter. »Es ist eigentlich nichts anderes, als mit DNA-Bausteine wie früher mit Lego zu bauen, existierende Lebensformen zu verändern oder neue zu erschaffen. Das bietet Risiken, aber auch große Chancen«, betont Ditter. Seit er sich detailliert mit dem Thema auseinandergesetzt und Forscher kennengelernt habe, sei er sicher: »Wissenschaftler sind unsere neuen Superhelden. Wenn wir irgendwie die Herausforderungen meistern können, die uns die Erde stellt, dann nur dank den Forschern.«

„Biohackers" auf Netflix: Forscher sind die neuen Superhelden

Bis vor wenigen Jahren gab es die für Biohacking notwendige Technologie nur in Hochsicherheitslaboren. »Heute kann man sie bei Amazon bestellen und am Küchentisch experimentieren«, sagt Ditter. In den USA würde das FBI die Biohacking-Community längst beobachten, in Deutschland stehe man damit noch relativ am Anfang. »Das war auch der Grund, warum die Serie in Deutschland spielt und nicht in Amerika. Ich wollte Menschen wie du und ich zeigen, die mit etwas Größerem konfrontiert werden als sie selbst. Freiburg war dafür das richtige Setting, in den USA hätten wir die Story anders erzählen müssen«, erklärt Ditter.

Eigentlich sollte »Bio- hackers« im April starten. Obwohl es in der Serie nicht um eine Pandemie geht, hatte sich Netflix kurzfristig entschieden, sie vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Corona-Virus vorerst nicht zu zeigen. Zu Beginn sei eine Szene zu sehen, die auf manche Zuschauer zum damaligen Zeitpunkt hätte verstörend wirken können, hieß es damals.

In der Serie zeigt Ditter eine breite Palette des Biohackings, dem Verändern der eigenen oder fremden Biologie. Für manche ist der morgendliche Kaffee schon bereits ein Eingriff in die körpereigene Biologie, andere bringen Pflanzen zum Klingen oder Mäuse zum Leuchten. In der Serie pflanzt sich ein Protagonist einen mit THC gefüllten Insulinchip ein, den er im Internet gekauft hat. »Mir war wichtig, dass wir nur Dinge zeigen, die fünf Minuten in die Zukunft gedacht, möglich sind«, sagt Ditter. Als er auf der Suche nach Drehorten in einem Labor eine Pflanze gesehen habe, die Musik machen konnte, sei er schon so tief im Thema gewesen, dass ihn das schon gar nicht mehr erstaunt habe.

Info: Christian Ditter

Christian Ditter (Jg. 1977) ist in Gießen geboren. Er besuchte die Ludwig-Uhland- und die Liebig-Schule. Abitur machte er in Gütersloh. Später studierte er Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Sein Abschlussfilm »Französisch für Anfänger« lief 2006 im Kino. 2007 führte Ditter Regie bei »Türkisch für Anfänger« und erhielt u.a. den Deutschen Fernsehpreis. Seine Verfilmung des Jugendbuchklassikers »Vorstadtkrokodile« (2009) ist der international meist ausgezeichnete Kinder- und Jugendfilm aller Zeiten. 2011 schrieb und inszenierte er den ersten deutschsprachigen 3D-Spielfilm »Wickie auf großer Fahrt«. Die Bestsellerverfilmung »Love, Rosie« (2014) war Ditters erste englischsprachige Regiearbeit, gefolgt von »How to be Single« (2016) mit Dakota Johnson sowie der Netflix-Serie »Girlboss«.

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