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Bürgermeister Peter Neidel (v. l.), Frederik Bouffier und Parteichef Klaus Peter Möller bei einer Sitzung.

Direktwahlen

Gießener CDU nominiert Frederik Bouffier für Oberbürgermeisterwahl - Peter Neidel will Landrat werden

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Junges Gesicht mit bekanntem Namen: Frederik Bouffier heißt der Kandidat der CDU für die Gießener Oberbürgermeister-Direktwahl am 26. September. Während der 30-jährige Jurist den Chefsessel im Rathaus am Berliner Platz ins Visier nimmt, stehen die Zeichen bei Noch-Bürgermeister Peter Neidel auf Abschied von der Stadtpolitik. Der Christdemokrat will Landrat werden.

Nun sind auch bei der Gießener CDU die Würfel für die Direktwahlen am 26. September gefallen. Wie die Partei bekanntgab, haben die Vorstände von Kreis- und Stadtverband am frühen Freitagabend einen Kandidatenvorschlag beschlossen, der bei Mitgliederversammlungen im Juni bestätigt werden soll. Während Gießens Bürgermeister Peter Neidel als Landrat kandidieren soll, schickt die CDU in der Stadt den 30-jährigen Frederik Bouffier ins Rennen um die Nachfolge von SPD-Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

»Frederik Bouffier ist ein echter Gießener, der unsere Stadt mit all ihren Chancen und Herausforderungen kennt. Menschlich und beruflich bringt er mit, was einen guten Oberbürgermeister für alle Gießener ausmacht«, beründete CDU-Stadtverbandschef Klaus Peter Möller seinen Personalvorschlag: Mit Bouffier kandidiere eine Alternative zum sich anbahnenden Linksbündnis in der Stadt. Er könne alle bürgerlichen Wählerinnen und Wähler und jene ansprechen, »die sich in dieser Linkskoalition nicht wiederfinden«, erklärte Möller.

Der vorgeschlagene Kandidat selbst erklärte zu seiner Motivation: »Ich bin in Gießen aufgewachsen und habe nahezu mein ganzes Leben hier verbracht. Es ist mir deshalb eine Herzensangelegenheit in meiner Heimatstadt für die CDU als Oberbürgermeister zu kandidieren.« Er wolle OB aller Gießenerinnen und Gießener werden und setze auf einen starken Austausch mit allen Bürgerinnen und Bürgern. Gießen sei eine lebendige und junge Stadt mit großen Entwicklungschancen. Bouffier: »Dieses Potenzial wurde bislang nicht richtig genutzt. Beispielsweise in der Digitalisierung, der Wirtschaftsförderung oder der Entwicklung unserer Innenstadt und der Stadtteile müssen wir in Zukunft starke Akzente setzen.« Eine enge Abstimmung mit dem Landkreis sei zwingend. Er freue sich auf den Wahlkampf mit Peter Neidel.

Bouffier schloss nicht aus, in Gesprächen mit FDP und Freien Wählern um Unterstützung für seine Kandidatur zu werben, aber zunächst stehe die Nominierung durch die Mitglieder der Gießener CDU an. Sollte es tatsächlich zu einer Grün-rot-roten Koalition in der Stadt kommen, sieht auch Bouffier darin Mobilisierungspotential für einen »bürgerlichen Gegenentwurf«.

Rechtsanwalt und Fußballer

Der Sohn des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier ist seit 2016 Mitglied des Stadtparlaments und nun auch des Kreistags. Er gehört den Vorständen der CDU in Kreis und Stadt an und führt die Junge Union im Bezirk Mittelhessen. Beruflich ist er ebenfalls in den Fußstapfen seines Vaters unterwegs und in dessen Anwaltskanzlei eingetreten. Studiert hat er in Gießen und Nottingham. Auch die Leidenschaft für den Sport teilt er mit seinem Vater. Als Fußballer, ausgebildet bei der TSG Wieseck, spielte er in der Verbandsliga für die SG Birklar.

Bouffier ist der mittlerweile vierte Bewerber für das OB-Amt. Vor ihm gaben Frank-Tilo Becher (SPD), Alexander Wright (Grüne) und Marco Rasch (Die PARTEI) ihre Kandidaturen bekannt. Von daher gilt eine Stichwahl, die am 24. Oktober stattfinden würde, als wahrscheinlich. Die Bewerbungsfrist für die insgesamt fünfte Gießener OB-Direktwahl endet am 19. Juli.

Bericht über die Nominierung von Peter Neidel folgt.

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