Parteitage und Parlamentssitzungen (Bild aus Kongresshalle) sind erlaubt, aber jetzt nur noch mit Mundschutz.	FOTO: SCHEPP
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Parteitage und Parlamentssitzungen (Bild aus Kongresshalle) sind erlaubt, aber jetzt nur noch mit Mundschutz. FOTO: SCHEPP

Soft-Lockdown

Gießener Bürgerhäuser bleiben offen

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Jetzt steht es fest: Veranstaltungen wie Listenparteitage sind in der Kongresshalle und in den Stadtteil-Bürgerhäusern trotz der jüngsten Corona-Bestimmungen weiterhin erlaubt. Hinter der Bewirtschaftung steht jedoch ein dickes Fragezeichen.

Gießen (mö). Im Frühjahr mussten auch sie schließen, aber vom seit Montag geltenden Teil- oder Soft-Lockdown sind sie nicht betroffen. Die Rede ist von den fünf Bürgerhäusern, die die Gießener Stadthallen-Gesellschaft (SHG) vermarktet. Da die großen Säle ausreichend Platz bieten für coronagerechte Veranstaltungen, die nach wie vor erlaubt sind, wächst ihnen auch in den kommenden Wochen sogar eine besondere Bedeutung zu. »Bestimmte Veranstaltungen sind von der Verordnung der Landesregierung ausgenommen. Deren Durchführung sollte man ermöglichen«, sagt SHG-Geschäftsführer Sadullah Gülec.

Unter die Ausnahme vom Verbot von Zusammenkünften und Veranstaltungen fallen zum Beispiel Parteitage, bei denen Kandidatenlisten für die Kommunalwahl im kommenden März oder die Bundestagswahl im kommenden September aufgestellt werden. Für die Neuwahl des Gießener Stadtparlaments haben das bislang nur die SPD und die FDP hinter sich gebracht, alle anderen Parteien und Wählergruppen müssen die Pflichtübung in den nächsten Wochen absolvieren, denn am 4. Januar endet die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen. Die Grünen zum Beispiel haben Ende letzter Woche für den 14. November ins Bürgerhaus Wieseck eingeladen, wo sie ihre Bewerberliste beschließen wollen.

Klärungsbedarf besteht offebar noch, inwieweit solche Veranstaltungen von den Gastronomiepächtern bewirtschaftet werden dürfen. Denn ihre Gaststätten müssen die Bürgerhaus-Wirte laut der Landesverordnung im November geschlossen halten. Eine normale Saalbewirtschaftung ist aus Sicht der Kleinlindener Pächterin Nicole Daniel »nicht logisch«. Es könne ja nicht sein, dass die Gaststätten einerseits geschlossen sein sollen und andererseits »50 Schnitzel in den Saal getragen werden«. Ganz davon abgesehen, habe sie mit Blick auf den Teil-Lockdown auch keine Ware mehr eingekauft. Ungeachtet der neuen Bestimmungen habe es zudem Absagen von Veranstaltungen gegeben. So hätte am Samstag in Kleinlinden eine Fachärztetagung stattfinden sollen. »Am Donnerstag kam die Absage«, berichtet Daniel.

Auch SHG-Geschäftsführer Sadullah Gülec berichtet von einer »Welle an Absagen«, die es bereits vor der Ankündigung des Teil-Lockdowns gegeben hatte. »Die Veranstalter sind von sich aus vorsichtig«, weiß Gülec.

Eine wichtige Funktion erfüllen Kongresshalle und Co. als Ort von Prüfungen, zum Beispiel der Technischen Hochschule, die ebenfalls vom Veranstaltungsverbot ausgenommen sind. Da die Kongresshalle zuletzt bis zum Spätnachmittag durch Prüfungen belegt war, musste das Stadtparlament ins Bürgerhaus nach Allendorf ausweichen. Das wird am 12. November wieder so sein.

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