Dunkles Holz und Glas prägen die Optik der Wohnhäuser, die an der Ecke Eichgärtenallee/Jahnstraße entstehen Fallrohre und Dachrinnen sind in der Fassade integriert. Abbildung: pm
+
Dunkles Holz und Glas prägen die Optik der Wohnhäuser, die an der Ecke Eichgärtenallee/Jahnstraße entstehen Fallrohre und Dachrinnen sind in der Fassade integriert. Abbildung: pm

Neubau

In Gießen: Zwei Holzhäuser am See

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
    schließen

Auf dem Grundstück der früheren "Käsekiste" an der Eichgärtenallee in Gießen tut sich etwas: Dort werden zwei Holzhäuser errichtet, in direkter Nähe zum Wasser.

Gießen(mö). Kai Laumann hat sich in den letzten Jahren als Immobilienunternehmer und Bauinvestor nicht nur in Gießen einen Namen gemacht, als "Retter" der Alten Post sorgt er für Schlagzeilen. Seine beruflichen Anfänge als Zimmerer indes hat er nicht vergessen und wirbt leidenschaftlich für den nachwachsenden Baustoff Holz. "Es wird viel zu wenig mit Holz gebaut", sagt Laumann.

Welches Potenzial im Holz steckt, will er jetzt an der Eichgärtenallee zeigen. Dort haben die Arbeiten zur Errichtung von zwei Wohnhäusern in Holzbauweise begonnen, die Bodenplatten aus Beton wurden dieser Tage gegossen. Bis zum Herbst will der Unternehmer aus Launsbach auf dem früheren "Käsekiste"-Grundstück an der Ecke Eichgärtenallee/Jahnstraße zwei Wohnhäuser mit dunkler Holzoptik und auffälliger Architektur errichten. Die Baugenehmigung der Stadt liegt ihm seit einiger Zeit vor.

Die Gebäude werden zweieinhalbgeschossig gebaut und in sieben Wohneinheiten aufgeteilt, die Laumann im eigenen Bestand halten will. Optisch möchte er mit den Satteldach-Gebäuden am Schwanenteich einen besonderen städtebaulichen Akzent setzen. "Ich baue eben nicht die xte weiße Kiste mit schwarzen Fensterrahmen", sagt Laumann selbstbewusst. Dabei schwört er auf eine Bauweise mit massiven Holzbauteilen, die nach der CLT-Technik (Cross laminated Timber) geleimt werden. Die dunkle Fassadenoptik, die Laumann unter anderem bereits in seiner Heimatgemeinde Wettenberg bei den Gewerbebauten für die Firmen Delta Bike und Zick Hessler verwirklicht hat, entsteht durch Altholz aus Österreich. Es stammt aus abgebrochenen Bauernhöfen und Hütten. "Das Holz ist tot und verändert seine Farbe nicht mehr", erklärt Laumann.

Gastro- und Migrationsgeschichte

Die gastronomische Ära war an dieser Stelle der Eichgärtenallee vor knapp einem Jahr mit dem Aus der "Teichstube" zu Ende gegangen. Von einer Fortsetzung dieser Nutzung und einer Sanierung des Hauses sah der Eigentümer ab und verkaufte das Areal an Laumann. Früher wurden in dem Lokal am Schwanenteich nicht nur deutsche Meistertitel im Basketball gefeiert, es wurde auch Gastronomie- und Migrationsgeschichte geschrieben. Hier lernten Gießener, was Pizza ist und dass man zu Nudeln nicht nur Gulasch essen muss. Luca und Mariaangela Bortoli hatten an der Eichgärtenallee ab 1957 das erste italienische Lokal der Stadt betrieben, sechs Jahre später eröffneten sie die bis heute über Gießen hinaus bekannte "Pizza Pie" in der Licher Straße. Am bekanntesten wurde das Lokal als "Käsekiste". 30 Jahre war die rustikale und gemütliche Gaststätte unter Leitung von Wolfgang Hofmann ein Anlaufpunkt für Jung und Alt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare