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Der Senat der Justus-Liebig-Universität Gießen hat per Telefonkonferenz unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt und über das neue Sommersemester gesprochen. 

Coronakrise

Uni Gießen will Studierende digital unterrichten

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An der Universität Gießen steht das kommende Sommersemester wegen der Coronakrise unter neuen Vorzeichen. Neue Lehrmethoden müssen ausprobiert werden.

Gießen - Unter den Bedingungen der Corona-Krise hat der Senat der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) am Mittwoch in einer Telefonkonferenz unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt. Das Präsidium stimmte die Senatsmitglieder in diesem Rahmen auf ein Sommersemester 2020 ein, das unter ganz anderen Vorzeichen als normalerweise ablaufen wird.

"Mittlerweile dürfte auf der Hand liegen, dass ein normaler Lehrbetrieb - selbst wenn es zunächst bei dem angekündigten Vorlesungsbeginn am 20. April 2020 bleibt - bis auf weiteres kaum vorstellbar ist", sagte JLU-Präsident Joybrato Mukherjee. "Wir müssen uns alle darauf einstellen, dass der Lehrbetrieb vor allem in den ersten vier bis sechs Wochen der Vorlesungszeit aller Voraussicht nach weitgehend ohne Präsenzlehre, das heißt vorrangig auch mit digitalen Formaten ablaufen wird."

Er beobachte auf Bundes-ebene Bemühungen, das kommende Sommersemester nicht als reguläres Semester anzusehen und es weder auf die Bafög-Förderung noch auf die Regelstudienzeit anzurechnen, sagte Mukherjee.

Auch die Universität Gießen setze sich dafür ein, dass ihren Studierenden aus der momentanen Ausnahmesituation kein Nachteil erwächst. "Trotzdem sollte es kein verlorenes Semester sein", betonte der Präsident, "ganz im Gegenteil: Im Sinne eines ›Optionssemesters‹, um einen Terminus der letzten Tage zu verwenden, kann das Sommersemester 2020 dazu genutzt werden, ganz neue Lehrformate zu erproben."

Alle Lehrenden seien aufgerufen, für die in ihrer Verantwortung liegenden Veranstaltungen möglichst kreative Lösungen zu finden, die einen möglichst reibungslosen Semesterstart ohne Präsenzlehre ermöglichten.

Um unter den gegebenen Umständen trotzdem den Start ins Sommersemester zu ermöglichen, bündelt die JLU derzeit ihre vielfältig vorhanden E-Learning-Kompetenzen, um die Fachbereiche bei der Bereitstellung von alternativen Lehrangeboten gezielt zu unterstützen.

Im Rahmen der Senatssitzung konnte das Präsidium auch die vorläufigen Zahlen für 2019 vorstellen und freute sich über ein stabiles Drittmittelergebnis: Wie im Vorjahr konnte die JLU im vergangenen Jahre ca. 110 Millionen Euro an Forschungsfördermitteln (einschließlich der Förderung aus dem Landesexzellenzprogramm LOEWE) und weiteren eigenen Einnahmen erzielen. In diesem Zusammenhang berichtete Mukherjee den Senatsmitgliedern auch von den erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen zum hessischen Hochschulpakt.

In seiner Sitzung am Mittwoch verabschiedete der Senat zudem einstimmig den neuen Entwicklungsplan JLU 2030, der jetzt noch den Hochschulrat passieren muss.

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