Mehr Professorinnen sollen an der JLU lehren. SYMBOLFOTO: DPA
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Mehr Professorinnen sollen an der JLU lehren. SYMBOLFOTO: DPA

Uni Gießen will mehr Professorinnen

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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Gießen(khn). Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist in Sachen Gleichstellung von Männern und Frauen auf einem guten Weg - aber noch lange nicht am Ziel. Dieser Trend lässt sich aus Zahlen herauslesen, über die der Senat in seiner Sitzung am Mittwochmorgen gesprochen hat. "Wir wissen, dass wir im Vergleich zum Bundesdurchschnitt einen hohen Professorinnenanteil haben", sagte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee. "Aber von einem paritätischen Verhältnis sind wir noch weit entfernt."

Ende Juli hatte der Senat in einer Anfrage darum gebeten, Zahlen zum wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Personal unter Berücksichtigung des Frauenanteils zusammenzustellen. Aufgrund von Stichtagsregelungen wurden die Daten für die Jahre 2015 bis 2019 erhoben.

Demnach liegt der Frauenanteil auf Ebene der Professuren an der JLU mit 32 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 24,7 Prozent (Stand 2018). Das Kompetenzzentrum für Frauen in Wissenschaft und Forschung hatte die JLU bereits 2017 im Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten in der Spitzengruppe bei der Steigerung des Frauenanteils an Professuren eingestuft. Mukherjee wies darauf hin, dass unter den Studierenden der Frauenanteil sogar bei 62 Prozent liege. Dementsprechend dürfe nicht bloß ein paritätisches Verhältnis Ziel der Bemühungen an der Uni sein, betonte der JLU-Präsident.

Prof. Renate Deinzer war eines der Senatsmitglieder, die die Anfrage Ende Juli gestellt hatten. Sie unterstrich die Bedeutung der Zahlen: "Sie zeigen, dass es hier Licht und Schatten in der Frage der Gleichstellung gibt." Jedoch müssten die Daten nicht global, sondern im Detail betrachtet werden. So sei deutlich geworden, dass es noch immer nicht gelungen sei, die Schere bei der gleichen Bezahlung von Männern und Frauen zu schließen. Dies bestätigte Mukherjee. "Gerade die Frage des Gender Pay Gap zeigt die Trägheit unseres Systems." Es gebe lange Besetzungszeiten; dementsprechend dauerten Veränderungen ebenso lange. Der JLU-Präsident verwies außerdem darauf, dass die Uni Gießen bei der Besetzung von W 1- und W 2-Professuren einen Schritt nach vorne gemacht habe, aber bei den W 3-Professuren von einem "Schließungsprozess beim Gender Pay Gap" noch weit entfernt sei. "Es gibt Bewegung", betonte Mukherjee, "aber wir haben noch viel zu tun."

Zustimmung für Senats-Kommission

Deshalb soll auch eine neu zu gründende Kommission dem Senat in der Frage der Gleichstellung von Männern und Frauen zuarbeiten. Das beschloss der Senat mehrheitlich. Diskutiert wurde unter den Mitgliedern lediglich die Frage der Kompetenzen, da das Thema Gleichstellung bereits am JLU-Präsidium angedockt ist.

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