Ein toter Fisch im Fluss.	FOTO: PM
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Ein toter Fisch im Fluss bei Gießen.

Abwasser als Ursache

Gießen: Tote Fische in der Wieseck entdeckt – Defekt ist Ursache für Fischsterben

  • vonSebastian Schmidt
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Mehrere Kubikmeter Abwasser sind bei Buseck in die Wieseck geströmt und haben rund um Gießen ein Fischsterben verursacht. Nun sollen neue Fische in den Bach eingesetzt werden.

Gießen/Buseck – Einem Gießener sind beim Spaziergang am Sonntag mehrere tote Fische in der Wieseck aufgefallen. Zunächst hatte er sich gewundert, dass der Fluss in der Wieseckaue »schön klar und sauber« war, kurz darauf bemerkte er erst einen, dann immer mehr tote Fische in dem Gewässer treiben. Wie das Regierungspräsidium Gießen auf Anfrage bestätigt, hat ein Defekt an einer Regenentlastungsanlage zu dem Fischsterben geführt, da dadurch Abwasser und Fäkalien in den Fluss geströmt sind. Da die Wieseck gerade wenig Wasser führt, war die Konzentration durch das Abwasser für die Fische toxisch.

Fischsterben in Gießen: Abwasser in Fluss gelangt

Das Regierungspräsidium hatte zunächst Beschwerden über Abwassergeruch und Schaum in der Wieseck unterhalb der Struppmühle erhalten und daraufhin am 16. November den Abwasserverband informiert, sagt Thorsten Haas, Pressesprecher des RP. Der Abwasserverband habe bei der Überprüfung der Abwasseranlagen den Defekt entdeckt: Aus einer Regenentlastungsanlage am südlichen Ortsausgang von Großen-Buseck war Abwasser in den Fluss gelangt.

Schuld war eine Verkettung von Fehlern. Ein Regelschieber für die Stauraumentleerung war ohne erkennbaren Grund auf der Position »Zu« und stand auf »Störung«. Haas erklärt: »Diese Störmeldung wurde im Vor-Ort-Schaltschrank angezeigt, aber nicht wie vorgesehen als Störung auf dem Handy des Bereitschaftsdienstes.« Daraufhin habe sich der Stauraumkanal mit 1 850 Kubikmetern Abwasser gefüllt. Als er voll war, sei das Abwasser, hauptsächlich Fäkalien, über den oberhalb liegenden Beckenüberlauf in die Wieseck geflossen.

Fischsterben Gießen: Lahn nicht betroffen von Abwasser

Wie Haas berichtet, wurden die toten Fische zwischen Trohe und der Mühle und im Bereich Philosophenstraße und Waldbrunnenweg gefunden. Anhand dieser Funde sehe man, dass die Wieseck südlich von Großen-Buseck bis zur Einmündung in die Lahn betroffen war. »Die Lahn selbst war aber nicht betroffen, da dort eine ausreichende Verdünnung vorlag«, sagt Haas.

Laut RP-Sprecher kommt der Abwasserverband für den Schaden, also die toten Fische, auf, der zulasten des Fischereiberechtigten, dem Angelverein VSA, gehe. Nachdem ein Gutachten die Schadenshöhe kläre, werde entschieden, ob der Abwasserverband selbst neue Fische in den Fluss einbringen, oder Schadensersatz an den Verein bezahlt werde. (seg)

Der Fall aus Gießen erinnert an eine Nachricht aus dem Juli 2020. Damals verendeten hunderte Fische in der Horloffaue bei Utphe.

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