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Heiße Spur nach Fluchtfahrt – Sprengstoff-Serientäter entkommen?

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Von: red Redaktion, Alexander Gottschalk

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Die Polizei ermittelt nach mehreren Automatensprengungen in der Wetterau und im Kreis Gießen. (Symbolbild)
Die Polizei ermittelt nach mehreren Automatensprengungen in der Wetterau und im Kreis Gießen. (Symbolbild) © Patrick Seeger/dpa

Anfang Januar riskierte ein BMW-Fahrer alles, um einer Polizeistreife zu entgehen. Möglicherweise handelte es sich um einen Automatensprenger. Die Kripo Gießen ermittelt.

Update vom Montag, 10.01.2022, 16.50 Uhr: Mehrere Tage nach einer Autoverfolgungsjagd vom Kreis Gießen in die Wetterau, die selbst die Polizei als „spektakulär“ beschreibt (siehe Erstmeldung vom 05.01.2022), hat sich ein überraschender Verdacht ergeben. Die Unbekannten, die am Sonntag (02.01.2022) in einem BMW vor einer Polizeikontrolle flüchteten und dabei mindestens einen Unfall verursachten, stehen möglicherweise in Verbindung mit einer Reihe von Automatensprengungen in der Region. Ziel sollen explizit Zigarettenautomaten gewesen sein.

Seit November 2021 registrierten die Ermittler zwölf solcher Taten im Wetteraukreis sowie vier weitere Delikte – vor allem im südlichen – Landkreis Gießen. In der Nacht der Verfolgungsjagd befüllten Unbekannte beispielsweise einen Zigarettenautomaten in der Konrad-Adenauer-Straße in Linden (Kreis Gießen) mit Sprengstoff und jagten diesen in die Luft. Die Teile flogen laut Polizei bis zu 20 Meter weit. Die Kriminellen erbeuteten Bargeld und Zigaretten.

Gießen/Wetterau: Saßen Automatensprenger in dem BMW?

Die Polizei geht davon aus, dass die Automatensprengungen in Mittelhessen mit weiteren vergleichbaren Delikten im Rhein-Main-Gebiet zusammenhängen. Die Kripo richtete jüngst eine neue Arbeitsgruppe ein, die sich der Taten annehmen soll. Durch Befragungen, Vernehmungen und Spurenauswertungen geriet dabei die Verfolgungsjagd vom 2. Januar in den Fokus. „Sehr wahrscheinlich“ sollen auch die Automatensprenger für mehrere Fluchtfahrten einen dunklen BMW-Kombi mit Gießener Kennzeichen genutzt haben – den Autotyp also, der der Polizeistreife vor rund eineinhalb Wochen nahe Nieder-Mörlen entkam.

Die Hintergründe der waghalsigen Flucht waren damals unklar geblieben. Nun erhoffen sich die Ermittler neue Hinweise zum BMW oder den Tätern. Zeugen berichteten nach den Automatensprengungen wiederholt von zwei verdächtigen Personen. „Wahrscheinlich ist, dass die Unbekannten mit Sprengstoff hantieren“, heißt es. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Gießen unter 0641/7006-6555 an.

Zwischen Langgöns und Butzbach hat sich die Polizei eine Verfolgungsjagd mit einem BMW-Fahrer geliefert. (Symbolbild)
Zwischen Langgöns und Butzbach hat sich die Polizei eine Verfolgungsjagd mit einem BMW-Fahrer geliefert. (Symbolbild) © Fotostand/Gelhot/Imago

Gießen/Wetterau: Wilde Verfolgungsjagd mit Polizei – Raser nutzt Witterung aus

Erstmeldung vom Mittwoch, 05.01.2022, 7 Uhr: Langgöns/Butzbach – Der Fahrer eines BMWs mit Gießener Kennzeichen hat sich am Sonntagmorgen (02.01.2022) einer Polizeikontrolle entzogen. Eine Zivilstreife der Gießener Polizei wollte das Auto gegen 2.30 Uhr bei Langgöns (Kreis Gießen) anhalten. Als der BMW-Fahrer die Beamten bemerkte, drückte er aufs Gaspedal. Er raste anschließend teils mit deutlich über 100 km/h durch Langgöns, Niederkleen und Oberkleen.

Gießen/Wetterau: BMW-Raser verursacht Unfall in Butzbach

Über Pohl-Göns ging die Fahrt weiter über die B3 und Butzbach in Richtung Bad Nauheim. Im Bereich Nieder-Mörlen im Wetteraukreis verloren die Beamten den BMW, der trotz mehrerer Nebelbänke auf der Landstraße etwa 160 km/h auf dem Tacho hatte, aus den Augen. Wie sich am nächsten Morgen herausstellte, kam es offenbar während der Fahrt zu einem Unfall.

In Butzbach fuhr der BMW-Fahrer während seiner Flucht entgegengesetzt in einen Kreisel an der Südumgehung. Ein entgegenkommender Nissan-Fahrer musste ausweichen, fuhr über die Verkehrsinsel und kam erst am Gehweg zum Stehen. Der 61 Jahre alte Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt. Am Nissan entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro.

Gießen/Wetterau: Polizei sucht nach Verfolgungsjagd Zeugen

Möglicherweise hat der BMW auf der Fahrt weitere Autofahrer gefährdet. Zeugen werden gebeten, sich zu melden. Hinweise an die Polizeistation Gießen Süd unter der Telefonnummer 06 41/70 06-35 55 oder an die Polizei in Butzbach unter der Telefonnummer 06 03 3/70 43-0. (red)

Traurige Nachrichten aus der Wetterau: Am Montagabend (03.01.2022) starb dort ein 14-Jähriger bei einem mutmaßlichen Wildunfall.

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