Die Eisbahn wird wieder auf dem Kirchenplatz aufgebaut.	FOTO: SCHEPP
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Die Eisbahn wird wieder auf dem Kirchenplatz aufgebaut. FOTO: SCHEPP

Harte Auflagen

Weihnachtsmarkt in Gießen soll trotz Corona stattfinden – mit einigen Einschränkungen

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Der Gießener Weihnachtsmarkt soll auch im Corona-Jahr 2020 angeboten werden. Besucher und Beschicker müssen jedoch mit einschneidenden Veränderungen rechnen. Glühwein wird es nur in besonderen Verzehrbereichen geben.

  • Der Weihnachtsmarkt in Gießen wird nicht abgesagt – obwohl die Fallzahlen immer weiter steigen.
  • Er findet allerdings in stark abgewandelter Form statt, um die Corona-Auflagen einhalten zu können.
  • So müssen Besucher unter anderem ihre Personalien angeben.

Eigentlich hätte es sich die Gießen Marketing GmbH (GiMa) einfach machen können. Niemand hätte sich wohl groß über eine Absage des Gießener Weihnachtsmarktes in der Innenstadt beschwert. Doch die Verantwortlichen haben anders entschieden: Vom 27. November bis 30. Dezember wird es auch im Corona-Jahr 2020 einen Weihnachtsmarkt geben - allerdings in stark abgewandelter Form. »Wir stellen uns der Herausforderung, einen Weihnachtsmarkt zu ermöglichen, dabei aber kein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung einzugehen«, sagt Bürgermeister Peter Neidel in seiner Funktion als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der GiMa. Als Grund nennt er zum einen eine »starke Verpflichtung« gegenüber den zuletzt durch die Corona-Pandemie in eine Krise gestürzten Schaustellerbetriebe. Zum anderen spüre man in der Bevölkerung eine gewisse »Erwartungshaltung«. »Wenn Weihnachtsmärkte nach Ansicht der Landesregierung stattfinden können, sehen wir uns in der Pflicht, das im Rahmen der Vorgaben zu ermöglichen«, betont Neidel.

Weihnachtsmarkt in Gießen trotz Corona: Glühwein nur gegen Personalien

Die Vorgaben sind einschneidend und werden das Gesicht des Weihnachtsmarkts verändern. »Mit dem Glühwein und der Bratwurst in der Hand durch die Fußgängerzone bummeln, davon muss man sich verabschieden«, sagt Dirk Drebes, Abteilungsleiter des städtischen Ordnungsamts, der derzeit mit Bürgermeister Neidel und GiMa-Geschäftsführer Frank Hölscheidt ein Konzept erarbeitet, das dann mit Vertretern der Schausteller abgestimmt werden soll. »Denn es muss auch ihren Vorstellungen entsprechen«, sagt Neidel.

Neben mehreren kleineren Marktflächen in der Innenstadt, die für weihnachtliche Atmosphäre beim Einkaufsbummel sorgen sollen, soll mit den Schaustellern auch die Idee eines Weihnachtsmarkts auf dem weiträumigen Messeplatz oder auf der Grünfläche am Landgraf-Philipp-Platz erörtert werden. Klar ist: In der Fußgängerzone wird es keine einzelnen Buden vor den Geschäften geben können. Denn die GiMa muss klar abgegrenzte Marktflächen mit Verzehrbereichen auswiesen, um eine Maskenpflicht in der gesamten Fußgängerzone zu verhindern.

Eine Maskenpflicht wird es ähnlich wie auf dem Wochenmarkt allerdings in den Weihnachtsmarktbereichen geben; in den Verzehrbereichen darf die Maske zum Essen und Trinken abgenommen werden. Dort werden die Standbetreiber allerdings ähnlich wie in Lokalen Personalien der Kunden aufnehmen und darauf achten müssen, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann.

Weihnachtsmarkt Gießen während Corona: Klar abgegrenzte Marktbereiche

»Es muss jedem klar sein, dass man in diesem Jahr nicht eng zusammenstehen kann. Alles muss geordneter ablaufen. Und es wird nur eine geringere Kundenfrequenz möglich sein als sonst«, sagt Neidel.

In der Plockstraße, der Löwengasse, am Katharinenplatz, am Marktplatz und am Kirchenplatz sollen Marktbereiche ausgewiesen werden. »Auch die Eisbahn wird es auf jeden Fall geben«, verspricht Neidel, vorbehaltlich weiterer Anordnungen durch die Landesregierung. »Wenn es eine neue Verordnung gibt, werden wir darauf reagieren.« Auch die karitativen Einrichtungen sollen am Kirchenplatz wieder die Gelegenheit bekommen, sich zu präsentieren. (Marc Schäfer)

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