Die Stadt appelliert an Eltern, Halloween in diesem Jahr ausfallen zu lassen.	FOTO;: KHN
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Die Stadt appelliert an Eltern, Halloween in diesem Jahr ausfallen zu lassen. FOTO;: KHN

Halloween und Corona

In Gießen: Verzicht auf »Süßes oder Saures« gefordert

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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Eltern in Gießen bitten per Flugblatt-Aktion, an Halloween keine Kinder von Haus zu Haus ziehen zu lassen. Auch die Stadt mahnt: »Bleibt zuhause.« Der Grund: Corona.

Gießen (khn). Der Kürbis auf dem Flugblatt trägt einen Hexenhut und einen Mundschutz. In dem Schreiben bitten acht Familien aus dem Wohngebiet »Schlangenzahl« Eltern und Kinder darum, in diesem Jahr auf eine vor allem von den Kleinen liebgewonnene Aktion am 31. Oktober zu verzichten: an Halloween von Haustür zu Haustür zu ziehen und Süßigkeiten zu sammeln. Auch die Stadt appelliert an Eltern, mit ihren Kindern »in Zeiten höchster Infektionsgefahr« durch das Coronavirus zuhause zu bleiben.

Die Stadt teilt auf Anfrage dieser Zeitung mit: »Wir appellieren an Eltern, den Kindern zu erklären, weshalb es in diesen Zeiten besonders darauf ankommt, Kontakte zu meiden. Egal, wer wen infizieren könnte, unabhängig davon, was erlaubt ist oder nicht.« Auch aus einem harmlosen Kinderspiel könnten Infektionsketten entstehen. »Wir hoffen sehr auf die Einsicht aller«, sagt die Sprecherin der Stadt, Claudia Boje, »zumal auch Haushalte betroffen sein könnten, die entweder zu Risikogruppen zählen oder selbst in Quarantäne sind.«

Auch die acht Schlangenzahl-Familien weisen auf das aktuelle Infektionsgeschehen hin: »In diesem Jahr werden aus Ansteckungsgründen viele Türen hier im Wohngebiet geschlossen bleiben - es lohnt sich also gar nicht, loszugehen«, heißt es im Schreiben.

In anderen Wohngebieten wird ebenfalls darüber diskutiert, wie mit Halloween umgegangen werden könnte. Viele Kinder, sagen einige, hätten in diesem Jahr schon auf so vieles verzichten müssen. Einige Bewohner wollen Körbchen vor die Tür zu stellen, an denen sich die Kinder selbst bedienen können, ohne dass es zu einem direkten Kontakt kommen kann. Andere schlagen vor, den Kindern mit einer Greifzange die Süßigkeiten zu übergeben, sollten sie bei ihnen klingeln. Eine Gießenerin sagt, sie wolle mit ihren Kindern einen Spaziergang mit Taschenlampen machen, die Süßigkeiten selbst vorher einpacken und sie dann an ihre Kinder verteilen.

Die acht Familien im Schlangenzahl bleiben dabei, in diesem Jahr an Halloween ihre Haustüren geschlossen zu halten. Den Kindern jedoch versprechen sie vorher noch: »Wir sehen uns gesund im nächsten Jahr, wenn der Schlachtruf ›Süßes oder Saures‹ erschallt.«

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