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Vater der „Drei Schwätzer“ ist tot - Er brachte sie vor 40 Jahren nach Gießen

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Von: Dagmar Klein

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Bildhauer Karl Henning Seemann ist dieser Tage im Alter von 88 Jahren gestorben. Er ist der Schöpfer der „Drei Schwätzer“ in Gießen.

Gießen - Der in Löchgau bei Stuttgart lebende Bildhauer Karl Henning Seemann ist am 14. Januar im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Künstler war außerordentlich beliebt mit seiner figurativen Kunst für den Stadtraum, da er sehr lebensnahe, fröhliche und dynamische Figuren gestaltete. Sein prominentestes Werk in Gießen wurde am 4. September 1983 enthüllt, also vor 40 Jahren.

Im Zuge der Neugestaltung der Plockstraße als Teil der Fußgängerzone stiftete die Volksbank Gießen die Skulpturengruppe aus Bronze. Bewegte Bilder von der Enthüllungszeremonie waren im vergangenen Sommer im Schlosshof zu sehen, als das Oberhessische Museum eingeladen hatte, alte Filme von Gießenern gemeinsam anzuschauen.

„Drei Schwätzer“ in Gießen: 2003 schon Schau zum Jubiläum

Der Künstler war im September 2003 persönlich nach Gießen angereist, als anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums der »Drei Schwätzer« eine Ausstellung zu seinem Werk in der alten Kunsthalle gezeigt wurde. Die drei lebensgroßen Bronzefiguren in der Mitte des Selterswegs gehören zum Stadtbild von Gießen. Die fülligen Körper stellen zwei Männer und eine Frau dar, die intensiv ins Gespräch vertieft sind. Sie sind beliebt, erhalten im Winter warme Schals oder Protestschilder umgehängt, sie wurden zu Comic-Figuren und kommentierten das Stadtgeschehen, die zeichnerischen Umrisse zieren diverse Broschüren und Werbematerialien, auch städtische.

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Die „Drei Schwätzer“ stehen seit inzwischen fast 40 Jahren in Gießen. © Oliver Schepp

Karl Henning Seemann lebte seit langem in Löchgau nahe Stuttgart, dort gibt es einen regelrechten Skulpturenpark von ihm. Er begann sein Kunststudium an der Ost-Berliner Akademie, wechselte 1955 in den Westen an die Hochschule Berlin-Charlottenburg. Zunächst arbeitete er als Kunsterzieher an einer Schule in Mannheim, lehrte dann an den Fachhochschulen Braunschweig (1961) und Aachen (1972), schließlich als Professur an der Akademie Stuttgart von 1974 bis zur Pensionierung 1997. Die humorvolle Überzeichnung von Alltagsfiguren wurde zu seinem Markenzeichen. Ihm gelang damit der »Sprung ins Lebensnahe« in der Skulptur. Vergleichbare Werke gibt es auch in anderen deutschen Städten.

Vater der „Drei Schwätzer“ in Gießen ist tot: Auch der Büchner-Kopf ist sein Werk

Noch ein Seemann-Werk befindet sich im Stadtraum von Gießen: 2006 schuf er für das Projekt »Gießener Köpfe« einen der ersten Bronzeköpfe am Alten Schloss, der für Georg Büchner. Eine Kleinskulptur ist im Alten Schloss zu bestaunen. Der Künstlerkollege Nikolaus Koliusis aus Stuttgart, in Gießen ebenfalls wohlbekannt, würdigt ihn mit den Worten »Karl Henning Seemann war einer, der sich viele Gedanken gemacht hat, der viel gewusst hat, und der bewusst war. Er war herzlich, und er war ein starker, ein wertschätzender und ein Werte schaffender Künstler.« (Dagmar Klein)

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