Zwei Katzen, eine schwarze und eine rote, kuscheln zusammen auf einer Decke.
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Auch Tom und Riddle warten im Gießener Tierheim auf ihre Adoption, durch Corona könnte es eventuell etwas länger dauern.

Besuche möglich trotz Corona-Pandemie

Auffällig viele Katzen und ihre Babys warten im Gießener Tierheim auf ein neues Zuhause

  • vonKim Luisa Engel
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Im Herbst werden erfahrungsgemäß viele Katzen geboren, einige davon landen im Tierheim, so auch hier in Gießen. Verschärft die anhaltende Corona-Pandemie die Lage?

  • Im Herbst landen viele Katzen und ihre Jungen in Tierheimen, so auch in Gießen.
  • Die Corona-Krise schränkt den Regelbetrieb im Tierheim Gießen stark ein.
  • Umso mehr freuen sich die Gießener über jeden Tierfreund, der eine Adoption in Angriff nimmt.

Gießen - Im Wetzlarer Tierheim warten derzeit auffällig viele Katzenjunge auf ein neues Zuhause. In der Regel finden diese schnell neue Herrchen und Frauchen. Die anhaltende Corona-Pandemie hat die Vermittlung jedoch massiv ausgebremst, so berichtet es die „Wetzlarer Neue Zeitung“. Und wie ist die Lage zur Zeit in Gießen? „Die Situation ist ähnlich“, sagt Tierheim-Vertreterin Astrid Paparone. Momentan seien auch in Gießen viele Kätzchen in der Obhut des Tierheims in der Vixröder Straße – allerdings sei hier der Grund nicht die Corona-Krise.

Gießener Tierheim: Herbstzeit ist Katzenzeit

Paparone, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Gießen und Umgebung e.V. (TSV), erklärt, dass sich derzeit so viele Katzen im Tierheim befänden, weil ihre Jungen im Frühjahr und Herbst geboren würden. Klar, dass deshalb jetzt ein Anstieg in der Katzenpopulation zu verzeichnen sei. Regelmäßig würden freilaufende Katzen in Gießen und Umgebung aufgegriffen und ins Tierheim gebracht. Und hin und wieder komme es vor, dass trächtige Katzen eintreffen, die dann ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Ein Grund ist laut der Expertin, dass sich streunende Katzen in Gießen und Umgebung unkontrolliert vermehrten. Das liege daran, dass es in Gießen und den umliegenden Gemeinden keine Kastrationspflicht gebe. Ausnahme: Buseck. Zur Zeit befinden sich 18 Katzen und mehrere Kätzchen zur Pflege im Gießener Tierheim.

Gerade im Herbst hat das Gießener Tierheim viele Kätzchen abzugeben.

Gießener Tierheim: Das gilt es während Corona zu beachten

Wer sich persönlich von den putzigen Fellknäulen überzeugen möchte, kann dies trotz Corona vor Ort tun. Anders als das Wetzlarer hat das Gießener Tierheim seit dem 14. Oktober wieder für Besucher geöffnet. Wer vorbeikommen will, muss aber vorher einen Termin ausmachen. Das ist durch das Hygiene-Konzept dringend notwendig. In der Folge könnten laut Paparone weniger Besucher eingelassen werden und die Adoption verlaufe langsamer als gewohnt. Es würden erstmal weniger Tiere vermittelt.

In der Zeit des Lockdowns nutzt das Gießener Tierheim verstärkt soziale Medien wie Facebook und Instagram, aber auch die Homepage um Tierfreunde für seine Schützlinge zu interessieren. Besteht Interesse an einem Tier, empfiehlt es sich ein Selbstauskunfts-Formular auszufüllen, so finde sich schnell ein geeigneter tierischer Freund, so Paparone. „Wir freuen uns über jeden der kommt, weil wir Tiere vermitteln wollen und müssen“, stellt Astrid Paparone fest – gerade in Zeiten von Corona.

Tierheim Gießen: Mahnende Worte von Vorsitzender

Eine Welle an Adoptionen nach dem Ende der Pandemie erwartet die Vorsitzende des Gießener Tierschutzvereines nämlich nicht. Im Gegenteil: Sie befürchtet, dass viele, die sich während der Krise ein Haustier zugelegt hätten, dieses wieder abgegeben könnten, sobald die zusätzliche Zeit zuhause durch Lockdown und Homeoffice passé sei. Die Zahl an Hunden, Katzen & Co. in den Tierheimen könnte dann ansteigen, so Paparone.

Noch ist das aber Zukunftsmusik, denn es gibt akutere Probleme. Zum einen die finanzielle Lage, in die Corona das Gießener und viele andere Tierheime bringt. Gerade jetzt freue man sich noch mehr über Spenden oder Tier-Patenschaften als sonst, denn, so Paparone, „trotz Corona hört die Arbeit im Tierheim nicht auf“. Zum anderen sei es „nicht auszudenken“, wie sich ein potenzieller Corona-Ausbruch im Tierheim auswirken könnte. Eine mögliche Quarantäne von Mitarbeiten käme einer „Katastrophe“ gleich, da dann eine adäquate Versorgung der Tiere womöglich – zumindest kurzfristig – in Gefahr wäre. (Kim Luisa Engel)

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