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Im September geht die Tanzkurs-Saison wieder los - nach dem langen Lockdown freuen sich viele aufs Parkett.

Freizeit in Corona-Zeiten

Gießen: Tanzkurse und Kleinkunst sind trotz Corona zurück

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Die großen Bälle der Tanzschule Bäulke in der Kongresshalle stehen zwar noch in den Sternen. Doch die Kurse ab September sind wieder heiß begehrt. Auch auf der Kleinkunstbühne im Tanzcafé Astaire’s soll ab Herbst wieder was los sein.

Gießen – Bis auf ein paar wenige Einzelstunden fand auch auf den Tanzbrettern der Stadt wegen der Corona-Pandemie sehr lange Zeit nichts statt - kein Swing oder Jive mit vielen anderen Paaren, keine Discopartys, keine Abschlussbälle. Corona hat der Branche »schwer zugesetzt«, schreibt die dpa zu Hessen.

Im September starten traditionell die Kurse an Tanzschulen. Und mit entsprechendem Hygienekonzept können sie wieder stattfinden - stets unter Vorbehalt, wie sich das Infektionsgeschehen im Herbst und Winter entwickelt.

Trotz Corona hohe Nachfrage für Tanzkurse in Gießen

Dass die Nachfrage geringer sei, wie die dpa berichtet, kann Axel Bäulke nicht bestätigen. Die Kurse seien wieder »stark belegt«, berichtet der Tanzlehrer, der mit seiner Frau Claudia Bäulke die über 200 Jahre alte, gleichnamige Tanzschule in der Wolfstraße leitet. »Wir haben nicht weniger Erwachsene als vor dem Lockdown, insofern sind wir guter Dinge«, sagt der Tanzlehrer. Auch Jugendliche würden die Kurse wieder gut annehmen. Und jene, die Kurse nicht beenden konnten, können sie nun fortführen. Nur die Auslastung der einzelnen Kurse hätten sie etwas geringer angesetzt.

Bis zu 1000 Tanzschülerinnen und -schüler betreuen die Bäulkes pro Saison. Insbesondere Jugendliche dürfen sich nach abgeschlossenem Kurs normalerweise auf einen großen Abschlussball mit Familien und Freunden in der Kongresshalle freuen. Bis zu sechs große Bälle veranstaltet die Tanzschule hier jedes Jahr, im Juni konnte keiner stattfinden. Den Abschlussball für Jugendliche nach den Herbstkursen hat Bäulke nun für den 3. Dezember geplant - und bereits Termine im März geblockt (18. und 19. März), sollte dieser wieder ins Wasser fallen. »Wenn wir eins gelernt haben in der Krise, dann dass wir flexibel sein müssen«, sagt er gleichwohl optimistisch gestimmt. Sollte der Ball tatsächlich wieder ausfallen, dürften Jugendliche ihre Schritte vor dem Ersatztermin kostenfrei auffrischen.

Gießener Tanzschule führt Gesprächen mit Gesundheitsamt wegen Hygienekonzept

Am 4. Dezember soll außerdem die Venezianische Ballnacht vor allem für Erwachsene stattfinden. In den kommende Wochen will Bäulke mit seiner Frau ein Hygienekonzept erarbeiten und sich ans Gesundheitsamt wenden.

Zudem wollen sie natürlich gerne die begehrten Partys für Erwachsene und Jugendliche in den Räumen der Tanzschule selbst wieder aufleben lassen. Dafür hätten sie »hochwertige« Luftfilteranlagen gekauft und könnten »gut quer lüften«. Doch auch das müsse erst noch mit dem Amt abgesprochen werden.

Stammkunden von Gießener Tanzbetrieb haben trotz Lockdown weiter gezahlt

Auch auf einem anderen Gießener Parkett wird wieder das Tanzbein geschwungen: Das bald 20 Jahre alte Astaire’s am Ende der Grünberger Straße ist mit einem anderen Angebot und System, das nicht saisonal ausgerichtet ist und eher von Erwachsenen besucht wird, kein direkter Konkurrent der Bäulkes.

Hier kann man beispielsweise jeden Monat einen Kurs beginnen, die würden auch wieder »relativ normal« laufen, berichtet Michael Schardt, der den Betrieb zusammen mit Martin Pongs leitet. Zwar hätten auch sie während des Lockdowns auf Erspartes zurückgreifen müssen. »Doch wir hatten das große Glück, dass unsere Stammkunden bereit waren, ihre Zahlungen weiterlaufen zu lassen«, erzählt Schardt. So hätten sie die Krise »einigermaßen wacker überstanden«.

Kleinkunst trotz Corona ab Herbst im Astaire’s in Gießen

Die 500 Quadratmeter große Innenfläche können allerdings auch sie noch nicht wieder gänzlich ausreizen. Ein für November geplanter Ball stehe natürlich weiterhin unter Vorbehalt. Auch darüber hinaus bietet das Astaire’s viele Formen von Events an, insbesondere Theater und Kleinkunst. »Nach wie vor standen viele seit über einem Jahr auf keiner Bühne«, betont Schardt. Vor allem Kleinkünstler müssten finanziell immer noch kämpfen, viele hätten bereits aufgegeben. »Wir wollen sie unterstützen«, fügt der Tanzlehrer an. Beim Kartenkauf seien viele Besucher allerdings noch vorsichtig.

So gibt es ab Ende September wieder ein Kleinkunst-Programm im Astaire’s. Auftakt ist eine Mentalmagie-Show mit Andy Häussler am 25. September. Im Oktober gibt es dann beispielsweise Comedy mit Helge & das Udo, eine Zaubershow mit Christian de la Motte und Anfang nächsten Jahres erstmalig eine Travestieshow mit der bekannten Künstlerin Elke Winter. »Wir hoffen sehr, dass wir ihnen nicht wieder absagen müssen«, sagt Schardt.

Corona-Verordnung für Tanzschulen

Tanzschulen fallen laut der aktuell geltender hessischer Corona-Verordnung unter Sport, dort heißt es unter Paragraf 20 in nur wenigen Worten: »In Sportstätten ist die Sportausübung zulässig, wenn ein sportartspezifisches Hygienekonzept vorliegt.«

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