Dunkle Wolken ziehen über ein Feld mit jungen Pflanzen. Der Boden war im April 2020 aufgrund von Trockenheit noch mit Rissen durchzogen.
+
Die „Students For Future“ organisieren eine Projektwoche zum Klimaschutz. Auch die Gießener Ortsgruppe hat Veranstaltungen geplant. (Symbolfoto)

Klimaschutz

Gießen: „Students for Future“ organisieren „Public Climate School“

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
    schließen

Diese Woche findet die vierte »Public Climate School« statt. Gießener „Students for Future“ zeigen die „Bildung der Zukunft“: interaktiv, innovativ und interdisziplinär.

Gießen – Seit Montag, 17. Mai, zeigen deutschlandweit Students-for-Future-Gruppen eine Woche lang, wie sie sich die »Bildung der Zukunft« vorstellen: »interaktiv, innovativ und interdisziplinär«, so eine Pressemitteilung der Gruppierung. Zum vierten Mal findet diese »Public Climate School« inzwischen statt, deren Ziel es ist, »auf das Ausmaß der Klimakrise hinzuweisen, Handlungsoptionen aufzuzeigen und einen Wandel voranzutreiben. Insbesondere möchten die »Students for Future« das Thema Klimabildung auch in die breite Bevölkerung tragen - mit Schulveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Workshops oder Poetry Slams.

Erst Ende 2020 neu gegründet, beteiligt sich auch die Gießener Ortsgruppe des Klimabündnisses an der Aktionswoche, die zudem Teil eines im vergangenen Jahr gestarteten Unesco-Programms zum Klimaschutz ist (»BNE 2030«). Höhepunkt zum Ende der Woche ist eine Mahnwache mit Kundgebung auf dem Kirchplatz am Samstag, 22. Mai, ab 12 Uhr.

Unter anderem sprechen hier Diplombiologin Diana Becker, Dr. Gerald Moser von den Scientists for Future, Leonard Schmitt von Health for Future sowie die Bildungsgruppe des Weltladens, informiert Studentin Helena Renz, Sprecherin der Gießener Gruppe.

„Students for Future“ in Gießen fordern mehr Aktivismus

Natürlich werden auch die »Students for Future« hier ihre Forderungen und Denkanstöße bekräftigten: »Wir fordern, dass die Klimakrise endlich von allen gesellschaftlichen Gruppen - sei es die Politik, Universitäten oder eben einzelne Menschen - mit ausreichend Engagement und Aktivismus behandelt wird«, schreiben sie auf Anfrage. Und weiter: »Für die Stadt Gießen bedeutet das konkret - gerade im Hinblick auf die derzeit stattfindenden Koalitionsverhandlungen - sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und ein umfangreiches und angemessenes Maßnahmenpaket, das alle relevanten Bereiche (Mobilität, Energie, Industrie, Gebäude) einschließt, zu liefern.«

Zudem untermauern sie abermals ihre Kritik an der neuen Verkehrsführung in der Rathenaustraße zwischen den Philosophika, die »überhaupt kein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept« darstellt. Hier hätte sich die Universität entschieden dagegen stellen müssen, betont Sprecherin Renz, die im Master Politikwissenschaften in Marburg studiert und an der Justus-Liebig-Universität noch als Hilfskraft arbeitet.

„Students for Future“ hat zehn Mitglieder in Gießen

Darüberhinaus hätten sie »zumindest bisher« noch keine konkreten Forderungen an die Hochschulen in Sachen umweltschonender Lehrbetrieb formuliert. Sie betonen gleichwohl die Eile, die die Klimakatastrophe gebiete. Die Hochschulen jedenfalls arbeiten seit wenigen Jahren intensiv an Nachhaltigkeitskonzepten und haben diese in Teilen umgesetzt.

Rund zehn Studierende sind in der hiesigen Gruppe aktiv, von denen nur einer von der Technischen Hochschule Mittelhessen dabei ist; fünf haben die »Public Climate School« für diese Woche geplant.

„Students for Future“ in Gießen organisieren Experten-Interviews im Internet

»Zum Beispiel haben wir Dozenten gesucht, die in der Woche ihre Vorlesungen explizit auf das Thema ausrichten oder durch einen Beitrag von uns ergänzen lassen«, erläutert Renz. So beispielsweise am Montag eine Vorlesung in der Kern- und Teilchenphysik, am Mittwoch eine im Modul Landschaftswasserhaushalt oder mehrere Veranstaltungen im Modul International Global Change und im Biologie-Masterstudiengang von Gerald Moser (Scientists for Future).

Um die Themen gemäß eigenem Anspruch auch über den Uni-Kosmos hinauszutragen, haben sie Interviews mit den folgenden Dozierenden und Fragen in den sozialen Medien Facebook und Instagram eingeplant: Prof. Lutz Breuer (Wie steht es um unseren Planeten?), Dr. Gerald Moser (Wie sieht unsere Zukunft aus?), Dr. Martin Bach (Wie können wir eine klimagerechte Welt für alle schaffen?), Prof. Lea Schneider (Wie sahen Klimaveränderungen in der Vergangenheit aus und was kann man daraus lernen?) und Dr. Sandra Schwindenhammer (Was macht die Politik (nicht) und was müsste sie eigentlich tun?).

Das vollständige Programm der „Public Climate School“ steht auf der Webseite der Projektwoche.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare