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Corona-Absagen

Auch Stadtfest abgesagt:  Gießener Sommer ohne große Feste - Wie geht es weiter? 

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Die größten Gießener Feste - Stadtfest, Lahnuferfest und der Kultursommer müssen wegen der Corona-Krise ausfallen. Aber aufgeschoben scheint nicht aufgehoben.

Gießen(mac). Es war natürlich absehbar - spätestens nach den neuen Regeln, die Bund und Land am Mittwochnachmittag zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie veröffentlicht haben. Am Donnerstag wurde es Gewissheit. Da Großveranstaltungen bis zum 31. August nicht stattfinden sollen, fallen in diesem Sommer auch die drei größten kulturellen Veranstaltung in der Stadt Gießen aus: Das Stadtfest (14. bis 16. August), das Lahnuferfest (19. bis 21. Juni) und der Gießener Kultursommer auf dem Schiffenberg (20. bis 30. August). Das bestätigten die jeweiligen Veranstalter am Donnerstag gegenüber dieser Zeitung.

Die Verantwortlichen des Kultursommers, die für dieses Jahr bereits ein beachtliches Programm, u.a. mit DJ Bobo, Silbermond, Sido, Santiano und Fettes Brot, auf die Beine gestellt hatten, arbeiten mit Hochdruck daran, dass exakt dieses Programm im nächsten Jahr nachgeholt werden kann. "Wir geben unser Bestes. Momentan erleben wir eine große Solidarität mit Kunden, Künstlern und Managements", sagt Organisator Dennis Bahl. Der Kultursommer 2021 soll vom 19. bis 29. August stattfinden. Die einzelnen Termine will Bahl in den nächsten Tagen mitteilen. Bereits gekaufte Tickets bleiben gültig.

Keinen Spielraum hatte auch Christian Trageser, der Initiator des Lahnuferfests. "Ein Event mit bis zu 60 000 Besuchern ist unter diesen Umständen natürlich nicht durchführbar. Auch wenn es mich finanziell hart trifft; selbst eine Veranstaltung mit 5000 Besucher durchzuführen, wäre verantwortungslos gewesen." Neben dem Lahnuferfest (19. bis 21. Juni) musste er auch das Bierfest im Stadtpark (22. bis 24. Mai) absagen. Dass das Weinfest (21. bis 23. August) vielleicht im Herbst in einem kleineren Rahmen stattfinden kann, will Trageser noch nicht ausschließen. "Es ist für uns das schlimmste Szenario, das passieren konnte. Ich habe mit einem Schlag keine Einnahmen mehr", sagt Trageser. Er hofft auf die Strandbar. Dort könnte er sich zunächst einen Kioskbetrieb vorstellen. "Wir werden in diesem Jahr in der Gastronomie einige Insolvenzen sehen", befürchtet er.

Auch Straße der Experimente betroffen

Zum ersten Mal seit 1985 wird auch das dreitägige Stadtfest nicht wie geplant am dritten Augustwochenende stattfinden. Die Gießen Marketing hat eine Ausrichtung des Festes aber wohl noch nicht ganz aufgegeben. "Wir werden alles dafür tun, dass ein möglicher Nachholtermin realisiert werden kann," sagt Bürgermeister Peter Neidel für die Gießen Marketing. Man werde alle Optionen prüfen und mit höchstem Einsatz eine Durchführung ermöglichen, wenn dies wieder gestattet sei.

Traurigkeit herrscht auch im Mathematikum. Gemeinsam mit Gießen Marketing habe man vor ein paar Tagen beschlossen, dass die Straße der Experimente, die für den 7. Juni, geplant war, nicht stattfinden kann, heißt es aus dem Museum. "Das tut nicht nur mir, sondern allen Beteiligten leid, denn es ist das entspannteste Wissenschaftsvolksfest, das es gibt. Viele Experimentatoren tüfteln Monate vorher an Experimenten und können es kaum erwarten", sagt Museumsleiter Albrecht Beutelspacher. "Im nächsten Jahr findet die Veranstaltung wieder statt - und zwar noch viel schöner. Versprochen!" Das gilt hoffentlich für alle Feste.

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