Vor allem in der zentralen Innenstadt sind Grünflächen auch auf privaten Grundstücken oder in Hinterhöfen wichtig für das Klima. Die Stadt Gießen unterstützt deshalb Eigentümer und Bürger finanziell, Flächen zu entsiegeln und zu begrünen. 	FOTO: JRI
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Vor allem in der zentralen Innenstadt sind Grünflächen auch auf privaten Grundstücken oder in Hinterhöfen wichtig für das Klima. Die Stadt Gießen unterstützt deshalb Eigentümer und Bürger finanziell, Flächen zu entsiegeln und zu begrünen. FOTO: JRI

Finanzielle Unterstützung

Begrünung in Gießen: Stadt gibt Bürgern Geld für neue Bäume, Büsche und Wiesen

  • Christoph Hoffmann
    VonChristoph Hoffmann
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Die Gießener Innenstadt soll grüner und somit klimafreundlicher werden. Für die Entsiegelung und Begrünung von Flächen gibt die Stadt ihren Bürgern Geld.

Gießen – In den Sommermonaten heizt die Stadt Gießen auf. Teilweise so stark, dass die Temperatur rund um den Anlagenring um 9 Grad höher liegt als etwa in der Wieseckaue. Das ist nicht nur belastend für die Menschen, die in der Innenstadt leben, sondern auch für das Klima. Die Stadt will daher Anreize schaffen, damit Privateigentümer und auch Mieter für mehr grüne Hinterhöfe sorgen und vor allem Flächen entsiegeln. »Das Aufheizen der Innenstädte ist ein globales Programm«, sagte Bürgermeister Peter Neidel nun bei einem Pressetermin im Rathaus, an dem auch Stadträtin Gerda Weigel-Greilich sowie Vertreter von Stadtplanungsamt und Umweltamt teilnahmen.

Gießen: Bis zu 70 Prozent Zuschuss für Bürger, die Grundstücke begrünen

Da die Stadt nur eine begrenzte eigene Fläche zur Verfügung habe, sei der Einsatz von Privateigentümern besonders wichtig, betonte Neidel. Und mitunter lukrativ. Denn durch die Teilnahme am Bund-Länder-Förderprogramm »Zukunft Stadtgrün« sowie die im Sommer vom Stadtparlament beschlossene »Kommunale Richtlinie zur Anreizförderung privater Eigentümer zum Zwecke von Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen« können die Bürger bei Investitionen mit finanzieller Unterstützung rechnen.

Demnach sollen Eigentümer animiert werden, ihre Grundstücke, Wohnungen oder Pachtgebäude umweltfreundlicher zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise der Aufbruch versiegelter Flächen, die Anlage von Blühwiesenstreifen, Sträuchern, Hecken oder Bäumen sowie Dach- bzw. Fassadenbegrünungen. Nicht förderfähig sind etwa bewegliches Gartenmobiliar, Pflanzkübel, Brunnen oder Skulpturen.

Zuschuss für Stadtbegrünung in Gießen: Auch Mieter können profitieren

Die Höhe des Zuschusses ist abhängig von der geförderten Maßnahme und beträgt 70 Prozent der Gesamtkosten. Die Summe ist auf 10 000 Euro beschränkt. Gleichzeitig betonte Neidel, dass für das Vorhaben ein Planungsbüro beauftragt worden sei, um die Interessenten kostenlos zu beraten. »Ich hoffe, dass viele Eigentümer das Angebot in Anspruch nehmen. Womöglich erhalten sie dadurch Ideen, die sie vorher nicht in Blick hatten.«

Das Fördergebiet umfasst den Kernstadtbereich innerhalb des Anlagenrings, den südlichen Teil der Steinstraße und reicht bis zur Ludwigstraße. Wer dort Eigentum besitzt, soll in den kommenden Tagen und Wochen angeschrieben werden, Interessenten können sich aber auch von sich aus bei der Stadt melden. »Wir werden zudem Flyer in die Briefkästen stecken, um auch viele Mieter zu erreichen«, sagte Holger Hölscher, der Leiter des Stadtplanungsamts. Denn nach Rücksprache mit den Eigentümern könnten selbstverständlich auch Mieter am Programm teilnehmen und profitieren.

Gießen: Mindesteinsatz beträgt 500 Euro

Stadträtin Gerda Weigel-Greilich, die für das städtische Gartenamt zuständig ist, unterstützt das Vorhaben. Sie erinnerte daran, dass im Zuge der Landesgartenschau ein ähnliches Projekt viel Grün in die Stadt gebracht habe. »Damals haben wir viele Erfahrungen gesammelt, von denen wir jetzt profitieren.«

Hintergrund des Programms ist eine Klimaanalyse für die Stadt Gießen aus dem Jahr 2014. Die Bezuschussung ist bis zum Jahre 2031 möglich. Die Mindestsumme, die Eigentümer oder Mieter investieren, sollte 500 Euro betragen. Eigenleistungen werden jedoch nicht gefördert. Die Summe wird erst nach Abschluss der Maßnahme bezahlt.

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