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Die Steinstraße und weitere Bereiche der südlichen Nordstadt werden ab Ende Januar zur Anwohnerparkzone. Fremde müssen hier künftig Parkgebühr zahlen, das Gehwegparken ist nicht mehr erlaubt.

Rund um Steinstraße

Gießen will Parksituation für Anwohner verbessern - Andere werden sich ärgern 

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Die Stadt Gießen will Wohngebiete vom Parkdruck befreien. Rund um die Steinstraße soll eine weitere Zone für Anwohnerparken entstehen. Fremde sollen dort für Parken zahlen.

Gießen - Alles muss seine Ordnung haben, erst recht, wenn es um das Abstellen von Autos geht. In insgesamt acht Zonen wird das Gießener Stadtgebiet durch die Gebührenordnung zur Erhebung von Parkgebühren aufgeteilt. Das heißt aber nicht, dass das Parken im öffentlichen Straßenraum tatsächlich auch überall etwas kostet. Aber die Gebiete, wo die sogenannte Parkraumbewirtschaftung eingeführt wird, werden mehr. Ab dem nächsten Jahr kommt das Quartier rund um die Steinstraße hinzu, wo die Stadt eine fünfte Zone für das Bewohnerparken einrichten wird. Motto: Gießener first bei der Parkplatzvergabe. "Wir wollen die Anwohner begünstigen. Pendler sollten sich in den Parkhäusern oder auf den bewirtschafteten öffentlichen Parkflächen parken", erklärte Bürgermeister Peter Neidel im GAZ-Gespräch.

Die "Bewohnerparkzone V", die nicht zu verwechseln ist mit der Zone V aus der Parkgebührenordnung, umfasst die Steinstraße in ganzer Länge von der Nordanlage bis zur unteren Marburger Straße sowie angrenzende Straßen bis zum Schwarzlachweg, zur Nordanlage und dem Gartfeld, das noch innnerhalb der Anwohnerparkzone liegt.

Gießen: Teilweise reines Bewohnerparken

Die Anwohner waren bereits im Oktober über die Ausgestaltung der Parkzone informiert und aufgeklärt worden, wie sie an einen Bewohnerparkausweis kommen. Auch diese Zone wird wieder aufgeteilt in Bereiche. wo das reine Bewohnerparken gilt, und Bereiche für das erweiterte Bewohnerparken. Letztgenannte Straßen werden bewirtschaftet; wer hier als Anwohner parken will, muss für den Parkausweis 100 Euro im Jahr zahlen. "Das sind die innenstadtnahen Bereiche, in denen viele Berufspendler ihre Autos den ganzen Tag über abstellen", erläuterte Holger Hedrich, Leiter der städtischen Straßenverkehrsbehörde.

Für die nördlicheren Straßen gilt das reine Bewohnerparken, das im Jahr 30 Euro kostet. Hier dürfen Fremde gar nicht parken. Voraussetzungen, um einen Bewohnerparkschein zu erhalten, sind der Hauptwohnsitz im Gebiet und eine Halterbescheinigung.

Gießen: Tagesticket für drei Euro

In den gebührenpflichtigen Straßen bietet die Stadt keine Langzeittarife an, das Tagesticket wird drei Euro kosten. "Die knapp 20 Parkscheinautomaten sind schon geliefert worden, ab Januar sollen die Fundamente gesetzt werden. Bis Ende Januar wollen wir durch sein", kündigte Hedrich an.

Mit der Einrichtung der Anwohnerparkzone wird auch das Gehwegparken in den Wohnstraßen unterbunden. Eine Legalisierung kam nicht in Frage. Behördenleiter Hedrich: "Die Gehwege sind dafür zu schmal und die Straßen breit genug, um die Autos auf der Fahrbahn abzustellen."

Als nächster Bereich für das Anwohnerparken ist laut Bürgermeister Neidel das Quartier zwischen Ludwigstraße und Gnautstraße an der Reihe. Hier soll die Anwohnerparkzone III im Zuge der Einrichtung von drei Fahrradstraßen über die Ludwigstraße hinaus erweitert werden. Danach hat sich die Stadt das Umfeld des Uniklinikums vorgenommen. Neidel: "Damit das Klinikum seinen Parkplatzbedarf auf der eigenen Fläche befriedigen kann und der Parkdruck nicht noch größer wird, wollen wir auch den Bau eines weiteren Parkhauses und eine Bushaltestelle an der Gaffkystraße."

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