Die Turnhalle der Lio soll abgerissen werden. 
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Die Turnhalle der Lio soll abgerissen werden. 

Turnhalle gesperrt

Lio-Sporthalle unbenutzbar: So geht es an der Liebigschule Gießen weiter

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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In der Kommunalpolitik sind schnelle und kreative Lösungen gefragt. Ein Beispiel dafür ist die Situation rund um den Sportunterricht an der Liebigschule.

Gießen - Große Dinge beginnen manchmal mit einem kleinen Zettel. Ein solcher hing Anfang März 2019 an den verschlossenen Türen der Doppelturnhalle der Liebigschule an der Bismarckstraße. Betreten verboten - aus Sicherheitsgründen, hieß es dort. Gesperrt werden musste das 1963 in Betrieb genommene Gebäude wegen statischen Problemen mit der Dachkonstruktion. "Und das am Faschingsdienstag", sagt der stellvertretende Schulverwaltungsleiter Christian Neißner und bläst die Wangen auf. "Ich wäre fast vom Hocker gefallen."

Seitdem, sagt Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser bei einem Pressegespräch am Donnerstagnachmittag im Gießener Rathaus, sei an der Liebigschule dank diverser Interimslösungen kein Pflichtsportunterricht ausgefallen. Bis aber eine neue Halle an der Lio steht, wird noch Zeit ins Land gehen. Für April wird das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie erwartet, was für eine Halle nach dem Abriss des alten Gebäudes am Standort möglich ist - und wie sie auf beengtem Raum und bei laufendem Schulbetrieb von Grund auf neu gebaut werden kann. Eingeweiht werden soll die neue Sporthalle der Lio im Jahr 2023.

Bisher war vor allem der Vormittagsunterricht in andere Turnhallen in der Stadt verlegt worden; dies wird teilweise auch so weitergehen. Doch der Aufwand, die Schüler mit dem Bus hin- und - pünktlich - wieder zurückzubringen, sei groß, sagt Eibelshäuser. Deshalb sei schnell die Idee einer Interimshalle entstanden, die auf dem Tartanfeld des MTV Gießen stehen soll. Auf die erste Ausschreibung für den Bau hätten sich einige Firmen gemeldet - nur sind deren Preisvorstellungen für die Stadt zu hoch, sagt Peter Krause vom Gießener Hochbauamt. Deshalb wird es nun eine zweite Ausschreibung geben. Bis Ende Februar ist das Vergabeverfahren abgeschlossen; die Übergangslösung soll ab Schuljahresbeginn 2020/21 für drei Jahre gelten. Die Rede ist von etwa 80 000 Euro Mietkosten im Jahr - ohne die Kosten für Auf- und Abbau. Parallel dazu laufen Gespräche mit dem MTV Gießen über die Nutzungsbedingungen. Die Leichtbauhalle wird keine Toiletten- oder Umkleideräume bieten; die Schüler sollen die des MTV nutzen.

Die Interimshalle ist jedoch nur ein Feld groß - und damit zu klein, um den Vormittagsunterricht aufzufangen. Deshalb hat die Stadt auf eine kreative Lösung gesetzt: Sie mietet von 8 bis 13 Uhr drei Räume im Sports Point, einem Sport- und Fitnessstudio an der Siemensstraße (wir berichteten). Dort gibt es eine Badmintonhalle mit fünf Feldern. Angeboten werden könne aber auch Leichtathletik, Turnen oder Tanz, sagt Neißner. Ausgeschlossen sei jedoch Ballsport, weil die Beleuchtung in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

Sanierung geplant

Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser berichtet über den aktuellen Sachstand in Sachen Sanierung von Schulturnhallen:

  • 2019 abgeschlossen wurde die Sanierung der Turnhalle des Landgraf-Ludwig-Gymnasiums. Es ist jedoch geplant, eine weitere Halle direkt neben das alte Gebäude zu bauen.
  • An der Herderschule gibt es nun eine mobile Trennwandanlage, sodass die Halle doppelt genutzt werden kann. Außerdem ist der ehemalige Kraftsportraum zu einem Sportmehrzweckraum umgebaut worden.
  • Ab Frühjahr soll das Dach der Turnhalle der Grundschule Gießen-West saniert werden - und ab Jahresende das Dach der Theodor-Litt-Schule. Dort ist außerdem eine energetische Sanierung geplant.
  • In Planung ist auch die Sanierung der Halle an der Ludwig-Uhland-Schule.
  • Außerdem ist eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung der Turnhalle der Gesamtschule Gießen-Ost vorgesehen - auch mit dem Blick auf den dort stattfindenden Bundesliga-Basketball.

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