Heute Nacht unerwünscht und nicht erlaubt: Silvester-Knallerei am Uni-Hauptgebäude.	FOTO: NURCIHAN DEMIRBAS
+
Heute Nacht unerwünscht und nicht erlaubt: Silvester-Knallerei am Uni-Hauptgebäude. FOTO: NURCIHAN DEMIRBAS

Corona und Silvester

Gießen: An Silvester auf »jedes Szenario« vorbereitet

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
    schließen

Wenn sich die Bevölkerung an die Regeln hält, müsste Silvester in Gießen so ruhig wie noch nie nach dem Krieg werden. Trotzdem ist die Polizei auf alles vorbereitet.

Dirk Drebes hat fürs kommende Jahr einen Wunsch: »Ich will nicht mehr so oft in der Zeitung stehen, denn dann würde es ruhiger«, sagt der Abteilungsleiter im Ordnungsamt der Stadt Gießen. Heute Nacht indes wird es für Drebes und seine Kollegen der städtischen Ordnungspolizei wieder sein wie so oft in diesem Corona-Jahr. Wenn andere längst vor dem Fernseher oder im Familienkreis sitzen, werden die Ordnungshüter in der Stadt unterwegs sein, um zu kontrollieren, ob die für die Silvesternacht gültigen Regeln auch eingehalten werden. »Wir werden sehr stark aufgestellt sein. Eine Silvesternacht mit Ausgangssperre und Feuerwerksverbot ist eine außergewöhnliche Lage«, sagte Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Neidel in der letzten Pressekonferenz des Jahres, zu der er und Polizeidirektor Joachim Bernard am Mittwoch in den großen Sitzungssaal des Rathauses geladen hatten.

Diese allgemeinen Verhaltensregeln gelten gemäß der Allgemeinverfügung vom 21. Dezember für heute Nacht im Landkreis Gießen und damit auch im Gießener Stadtgebiet, und zwar unabhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen:

Nach der Verlängerung an den Weihnachtsfeiertagen gilt die Ausgangssperre heute wieder zwischen 21 und 5 Uhr.

Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im öffentlichen Raum sowie deren Verkauf sind untersagt.

Der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum bleibt wie bisher ebenfalls verboten, und zwar ganztägig.

Feiern im Bekanntenkreis müssen sich auf fünf Personen aus zwei Haushalten beschränken, Kinder bis 14 nicht eingerechnet. Gäste müssen die Feier bis 21 Uhr verlassen oder beim Gastgeber übernachten.

Noch bis gestern hatte die Gewerbeabteilung des Ordnungsamts in den Supermärken kontrolliert, ob das für Feuerwerk gültige Verkaufsverbot auch eingehalten wurde. »Wir haben keine Verstöße festgestellt«, zog Drebes eine vorläufige Bilanz. Eine Supermarktkette habe zwar Werbung für Feuerwerkprodukte geschaltet, aber das sei vor dem Verbot gewesen. »Es wurde auch schon Ware angeliefert, die ist dann aber wieder abgeholt worden«, erläuterte Drebes. Im Angebot seien erlaubte Produkte wie Tischfeuerwerk und Wunderkerzen gewesen. Drebes: »Diese Dinge dürfen aber das ganz Jahr über verkauft werden.«

Was die Gastronomie und Verkaufsstellen wie die sogenannten »Spätis« betrifft, greife die Ausgangssperre. Ein Abholservice nach 21 Uhr sei nicht erlaubt.

Starke Präsenz will auch die Landespolizei in der Stadt und dem Gießener Umland zeigen. Im Einsatz seien dabei ausschließlich Beamte des Polizeipräsidiums Mittelhessen. Bereitschaftspolizei wird nach Einschätzung der Polizeiführung nicht benötigt. »Man kann sich einige Szenarien vorstellen«, erklärte der fürs Stadtgebiet zuständige Kriminaldirektor Joachim Bernard. Dazu zählten verbotene Menschenansammlungen, Verstöße gegen die Ausgangssperre oder das Zünden von »illegal erworbenen Feuerwerkskörpern«. Die Polizei geht aber davon aus, dass sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung - wie bisher auch - an die Regeln halten wird.

Lautsprecherwagen im Einsatz

Polizei und Ordnungsamt werden auch diesen Einsatz gemeinsam durchführen und dabei die Kommunikation und Information in den Vordergrund stellen. Denn erfahrungsgemäß seien Verstöße gegen die Bestimmungen zum Infektionsschutz vor allem auf Unwissen zurückzuführen. Daher wird die Ordnungspolizei heute Abend auch mit Lautsprecherwagen durch die Stadt fahren und auf Regeln wie die Ausgangssperre und das Feuerwerksverbot hinweisen, kündigte Neidel an.

Wer sich indes uneinsichtig zeige und die Regeln vorsätzlich verletze, müsse auch mit der entsprechenden Sanktion rechnen, hieß es. »Silvester ist ein besonderer Tag im Jahr, der mit Freude verbunden ist. Die wollen wir nicht im Keim ersticken«, betonte Bernard.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare