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In die alte Psychiatrie soll der Fachbereich Gesundheit der THM einziehen.

Stadtplanung Gießen

Gießen: Lösung für altes Kliniksviertel gefunden

  • Burkhard Möller
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Lösung für das „Siesmayer-Carrées“ im alten Uniklinikum: Die Technische Hochschule Mittelhessen verlegt ihren Fachbereich Gesundheit auf den Seltersberg. Ein großes Thema bleiben die Parkplätze.

Gießen – Dass das Universitätsklinikum ein riesiges und ständig im Wandel befindliches Gelände ist, zeigt schon die Durchnummerierung der städtischen Bebauungspläne für den Seltersberg. Mittlerweile ist das Stadtplanungsamt bei der Nummer »V« angekommen, für die der Magistrat in seiner Sitzung am Montag einen erneuten Aufstellungsbeschluss gefasst hat. Die Planung beinhaltet eine Lösung und langfristige Nutzungsperspektive für den vielleicht schönsten Bereich des Großkrankenhauses.

Die Rede ist vom sogenannten »Siesmayer-Carrée« im südlichen Bereich des historischen Kliniksviertels. Wie der Magistrat am Dienstag (02.02.2021) in einer Pressekonferenz bekanntgab, soll das momentan ungenutzte Areal der alten Psychiatrie vom Fachbereich Gesundheit der Technischen Hochschule Mittelhessen genutzt werden. Die THM will nicht nur die denkmalgeschützten Backsteinhäuser nutzen, sondern ergänzende Neubauten errichten, alles unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Abgerissen werden soll nur der »Einfachbau« mit der Adresse Am Steg 16. Auch das Parkareal soll im Zuge der Überplanung eine Aufwertung erfahren.

Altes Klinikvierteln in Gießen: Studentenwerk musste passen

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Planungsdezernent Peter Neidel zeigten sich zufrieden mit der Lösung. »Dass die alten Gebäude modern genutzt werden und das Universitätsklinikum und THM hier eng zusammenrücken, ist erfreulich«, sagte Grabe-Bolz.

Der Denkmalschutz umfasst zum einen die sechs Gebäude, die als Ensemble der psychiatrischen Klinik von 1891 bis 1896 entstanden sind. Sie wurden bis zum Neubau der Psychiatrie, die 2016 wenige Schritte entfernt bezogen wurde, klinisch genutzt und stehen seitdem leer. Zum anderen fällt der 22 000 Quadratmeter große Park mit dem alten Baumbestand unter Denkmalschutz. Die gesamten Auflagen listet ein Gutachten auf, das seit Mitte 2018 vorliegt.

2016 hatte es zuletzt eine konkrete Nutzungsidee für den Bereich gegeben. Aber das Vorhaben des Studentenwerks, in den alten Gebäuden 200 Wohnungen zu schaffen, erwies sich als nicht realistisch. Nun ist mit dem Fachbereich der THM ein Nutzer gefunden worden. Seit Mitte des Jahres werde im Auftrag des Landesberiebs Immobilien Hessen (LBIH) an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet.

Altes Klinikvierteln in Gießen bietet sich für THM-Fachbereich an

Die genaue Nutzung sei noch nicht final, sagte THM-Sprecher Malte Glotz am Mittwoch, der neue Standort biete sich wegen seiner Nähe zum Uni-Klinikum aber natürlich für den Fachbereich Gesundheit an, der zudem auf seinem angestammten Gelände an der Ostanlage an seine Kapazitätsgrenzen käme. »Heute sind an dem erst knapp sechs Jahre alten Fachbereich bereits rund 1500 Studierende immatrikuliert«, sagt Glotz. Der THM gehe es bei dem Projekt nicht um eine kurzfristige Bereitstellung von Räumlichkeiten, vielmehr kalkuliere man die mögliche Realisierung erst ab dem Jahr 2025.

Mit dem Bebauungsplan »Seltersweg V« ist auch wieder das Ziel verbunden, den Parkdruck, der auf dem gesamten Kliniksviertels lastet, in den Griff zu kriegen. So soll die Realisierbarkeit eines Parkdecks an der Schubertstraße geprüft werden sowie das Baurecht für ein Mitarbeiter-Parkhaus des UKGM mit 600 Stellplätzen im Bereich der alten Wäscherei (Am Steg 17) geschaffen werden. Vorausgesetzt, diesem Vorhaben stehen keine Hindernisse wie Lärmschutz, Stadtklima und Denkmalschutz im Weg. Durch die Aufgabe der Wohnheimpläne ist die Problematik einer Nachbarschaft von Wohnungen und Parkhaus jedenfalls weggefallen.

Anbindung an Schubertstraße

Ferner soll eine Verkehrsanbindung an die Schubertstraße durch das UKGM, die Universität und die THM geprüft werden. Und auch die Flächen mit den Universitätsadressen Frankfurter Straße 105 und 107 werden in die städtische Planung einbezogen. In der Vorlage ist von einer »Neubau-Option«, dann aber mit niedrigeren Gebäuden, die Rede.

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