Hochzeitskorso

Gießen: Schüsse! Polizei ermittelt nach Vorfällen an Ringallee und Hessenhallen

  • Christoph Hoffmann
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Gießen(chh). Am Samstagabend haben gleich mehrere Gießener bei der Polizei angerufen. Der Grund: Sie hatten im Bereich der Ringallee und der Hessenhallen Schüsse gehört. Als die Polizei mit einem Großaufgebot anrückte, war der Hintergrund schnell geklärt: Die Gäste einer türkischen Hochzeit hatten mit Schreckschusspistolen aus ihren Autos gefeuert.

Türkische Hochzeiten sind nicht selten gesellschaftliche Großereignisse. Die Feiern verlaufen oftmals sehr emotional ab, meist dauern sie mehrere Tage an. Es gibt viele Bräuche und Traditionen, die sehr ernst genommen werden. Und vor allem: Es kommen jede Menge Gäste.

Rund 1000 Gäste auf der Hochzeit

Laut Polizeisprecher Jörg Reinemer waren am Samstag auf der Hochzeit in den Hessenhallen rund 1000 Gäste geladen. Aus diesem Kreis stammten auch jene Personen, die bei einer Fahrt durch die Stadt die Schreckschusspistolen abgefeuert haben.

In der Türkei ist das Abfeuern von Schreckschusspistolen bei Feierlichkeiten deutlich verbreiteter als in Deutschland. Teilweise kommen auch Feuerwerkskörper zum Einsatz, im Ruhrgebiet wurden bei türkischen Hochzeiten sogar schon bengalische Feuer entfacht.

Solche Fälle sind in Gießen nicht bekannt, betont Reinemer. Einsätze wegen abgefeuerten Schreckschusswaffen gebe es hingegen "hin und wieder". Beim Blick auf das gesamte Bundesgebiet kommen solche Fälle häufiger vor. Alleine am zurückliegenden Wochenende ist auch bei zwei Feiern in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen geschossen worden. Mitten auf der A 61 nahe Bingen wurden am Samstag aus einem Hochzeitskorso heraus Schüsse in die Luft abgegeben. Laut Polizei haben die acht beteiligten Autos zudem bei langsamer Fahrt alle Fahrstreifen blockiert. Bei einem Korso mit 17 Autos am Sonntag in Dortmund wurde ebenfalls mit einer Schreckschusspistole geschossen. Auch diese Autos gehörten zu einer Familienfeier.

Verstoß gegen das Waffengesetz

Den Schützen drohen nun rechtliche Konsequenzen. Genauso wie jenen von der Gießener Hochzeit. "Wir haben ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet", sagt Reinemer. Denn für das Führen einer Schreckschusspistole ist der kleine Waffenschein erforderlich. Aber auch wer im Besitz dieser Lizenz ist, darf die Waffe nicht ohne Not in der Öffentlichkeit abfeuern. Schon gar nicht im Straßenverkehr - weshalb den Schützen auch ein Verfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs droht.

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