Blick auf den Schiffenberg aus der Vogelperspektive.	FOTO: HACKENBERG/#MEINGIESSEN
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Blick auf den Schiffenberg aus der Vogelperspektive.

Stadtplanung

Gießen hat vielversprechende Pläne für das Kloster Schiffenberg

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Der Schiffenberg mit seiner Klosteranlage ist eine der schönsten Ecken in Gießen. Damit das so bleibt, ergreifen die Verantwortlichen zahlreiche große und kleine Maßnahmen.

  • Der Schiffenberg ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region Gießen.
  • Mittelfristig soll sich im Kloster Schiffenberg einiges ändern, die Stadt Gießen plant Aufhübschungen.
  • Auf der Wunschliste steht auch die Wiederherstellung der Klostergärten.

Gießen – Der Schiffenberg ist Gießens Hausberg und ein beliebtes Ausflugsziel. Die Stadt unternimmt nun weitere Anstrengungen, um ihn zu pflegen und zu entwickeln. Viele kleine und größere Maßnahmen hat die Stadthallen GmbH, seit 2016 mit Terminkoordination und Nutzungsmanagement für die Basilika beauftragt, auf dem Schiffenberg bereits in die Wege geleitet. Doch es gibt noch viel zu tun. Und einiges davon befindet sich aktuell noch im reinen Planungsmodus oder ist ausdrücklich ein »langfristiges Ziel«.

Schiffenberg in Gießen: Innenhofgestaltung im Kloster „langfristiges Ziel“

Das betrifft etwa die angedachte Versetzung des Kiosk in den hinteren Hofbereich sowie die Nivellierung und die Gestaltung des Innenhof-Areals. »Einschneidende Veränderungen im Innenhof bedürfen aufgrund der gestalterischen Relevanz und wirtschaftlichen Dimension eines abgestimmten Planungs- und Beteiligungsprozesses«, erinnert Stadträtin Astrid Eibelshäuser in ihrem Bericht zum Sachstand des »Entwicklungskonzepts Schiffenberg«. Dieser wurde am Donnerstagabend im Parlamentsausschuss für Schule, Bildung und Kultur verteilt. Beantragt hatte dies die FDP. Eine Aussprache dazu fand nicht statt.

Die meisten der Maßnahmen betreffen die Sanierung und Entwicklung der historischen Bausubstanz und der technischen Gebäudeanlagen. So konnten in diesem Jahr, auch dank Geld aus der Hessenkasse, zahlreiche Maßnahmen vollzogen werden. Ein Kunstführer zum Schiffenberg wurde herausgegeben, Gastronomie und Kiosk neu verpachtet, seit Juni laufen Arbeiten zur Erschließung eines zweiten Saals im Propsteigebäude und zum Umbau von Hotelzimmern in einen Tagungsraum. Aktuell wird eine halbautomatische Löschanlage in der Basilika eingebaut.

Schiffenberg in Gießen: Bessere Sitzgelegenheiten, neue Rad-Parkplätze und mehr

Für die Jahre 2021/22 sind weitere Maßnahmen in Vorbereitung bzw. zu planen. So bereitet die Stadthallen GmbH eine Webseite zum Schiffenberg vor, ebenso eine Freizeitkarte. Das Oberhessische Museum entwickelt ein museales Vermittlungskonzept für die Basilika und die Ausstellung von Exponaten. Die Stadthallen GmbH will die Beschilderung und Informationsangebote vor Ort verbessern, Sitzgelegenheiten am Südhang und der Aussichtsterrasse überarbeiten, Fahrradabstellanlagen im Innenhof installieren und ein Lichtkonzept zur Optimierung der Beleuchtung im Innenhof erstellen.

»Perspektivthemen«, also »Zukunftsmusik«, sind bislang noch folgende Punkte: Die Busanbindung des Schiffenbergs soll an den Wochenenden verbessert werden. Auf der Wunschliste steht auch ein abgestimmtes Konzept für die Umgestaltung des Innenhofs. Ein Wegeleitsystem durch den Stadtwald zum Schiffenberg soll für Wanderer und Radwanderer installiert und die Außenmauern restauriert und von substanzgefährdendem Bewuchs befreit werden. Auch eine Sichtachse zwischen der Stadt und dem Schiffenberg ist gewünscht.

Gießen: Schiffenberg als „Weinbaugebiet“

Auf der Wunschliste steht auch die Wiederherstellung der terrassierten Klostergärten am Südhang. Dazu hat die FDP-Fraktion einen Prüfantrag an den Magistrat verfasst, über den im Ausschuss einstimmig positiv abgestimmt wurde. Geprüft werden soll, ob die Rekultivierung im Bereich der früheren terrassierten Klostergärten grundsätzlich möglich ist und eventuell für Weinbau geeignet wäre. Hier soll erkundet werden, ob sich ein junger Winzer findet, der diese Herausforderung annimmt, oder eben nach alternativen Nutzungsarten gesucht werden. Eibelshäuser berichtete, diesbezüglich sei die Stadt bereits tätig geworden. Ein Gutachten über die hydrobiologischen Verhältnisse am Hang soll Erkenntnisse zur Restaurierung bringen, ebenso ein Statikgutachten Erkenntnisse für ein Sanierungskonzept liefern. Mt Ergebnissen sei wohl noch 2020 zu rechnen. (Karola Schepp)

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