Idylle am Tag, Probleme am späten Abend: Nun reagiert die Uni auf die Ruhestörungen und Müllansammlungen auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes. FOTO: PM/HACKENBERG
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Idylle am Tag, Probleme am späten Abend: Nun reagiert die Uni auf die Ruhestörungen und Müllansammlungen auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes. FOTO: PM/HACKENBERG

Hochschule

Uni Gießen reagiert auf Lärm und Alkoholkonsum auf Uni-Vorplatz

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Die Uni Gießen will verhindern, dass sich Menschenansammlungen auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes zusammenfinden. Die Verantwortlichen haben deshalb nun einige Maßnahmen ergriffen.

Um die Aktivitäten auf dem Universitätsplatz vor dem Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität (JLU) einzudämmen, hat sich die Hochschule entschlossen, den Sicherheitsdienst auszuweiten und das Areal nach 22 Uhr künftig nicht mehr zu beleuchten. Das bestätigte die Pressestelle der JLU auf Anfrage dieser Zeitung.

Mit dieser Maßnahme will die Hochschule aufgrund der Corona-Pandemie vor allem Menschenansammlungen auf dem Platz verhindern, aber auch gegen die damit einhergehenden Probleme wie Ruhestörungen, Müllansammlungen und das Urinieren gegen den Sandstein des Hauptgebäudes vorgehen. Der von der JLU beauftragte Sicherheitsdienst sieht nun am Wochenende auch nach Mitternacht noch nach dem Rechten und setzt das Alkoholverbot durch, das in der Pandemie auf dem gesamten Campusareal gilt. In Einzelfällen bitte der Sicherheitsdienst die Polizei um Unterstützung, heißt es von der Universität.

Uni Gießen: Müllproblem auf Ausweich-Wiese

"Wir beziehen die aktuellen Maßnahmen vor allem auf die Corona-Pandemie, vor deren Hintergrund mögliche Hotspots unbedingt zu vermeiden sind. Wir weisen deshalb schon seit Wochen durch Aushänge daraufhin, dass Zusammenkünfte auf unserem Gelände unerwünscht sind und der Konsum von Alkohol nicht gestattet ist", sagt JLU-Sprecherin Lisa Dittrich.

Mitte Juni war es auf dem Platz an zwei aufeinanderfolgenden Abenden sogar zu zwei Körperverletzungen gekommen, die einen Polizeieinsatz nach sich gezogen hatten. In diesem Zusammenhang muss jedoch die Frage erlaubt sein, ob das Löschen des Lichts auf dem gesamten Vorplatz und der damit entstehende Schutz der Dunkelheit möglichen Straftaten nicht eher Vorschub leistet. Grundsätzlich betont die Universität, dass man sehr gut nachvollziehen könne, dass der Universitätsplatz im Sommer gern genutzt werde. "Auch wir freuen uns darüber, dass das Gelände vor unserem Hauptgebäude so beliebt und belebt ist. Leider mussten wir aber immer wieder feststellen, dass Appelle an die Vernunft und die Bitte, Müll zu vermeiden und die bereitgestellten Toiletten zu nutzen, nur begrenzt weiterhelfen - insbesondere zu später Stunde und mit steigendem Alkoholpegel", betont Dietrich.

Man sei deshalb in den vergangenen Jahren gezwungen gewesen, einen Sicherheitsdienst zu bitten, darauf zu achten, die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. "Die Mischung aus Appellen, Sicherheitsdienst und einem funktionierenden Reinigungsdienst hat in den vergangenen Jahren leidlich funktioniert - von Ausnahmen abgesehen", sagt die JLU-Sprecherin. Dieser Sommer sei indes kein Sommer wie jeder andere. "In einem Sommersemester, das wir aus guten Gründen "maximal digital" gestaltet haben und in dem wir auf die Präsenzlehre bis auf einige Ausnahmen verzichtet haben, können wir nicht gleichzeitig Menschenansammlungen auf dem Universitätsplatz dulden. Uns ist dabei natürlich bewusst, dass junge Menschen gerade in der jetzigen Situation, in der das Feiern in Clubs und Kneipen unterbleiben muss, verstärkt auf der Suche nach alternativen Treffpunkten sind. Bei allem Verständnis für das Bedürfnis nach sozialen Kontakten: Wir sind eine große Universität in einer überschaubaren Stadt; daher ist es für das lokale Pandemiegeschehen von größter Bedeutung, wie wir uns verhalten. Wir sind entschlossen, unseren Teil dazu beizutragen, dass die Infektionszahlen in Gießen so gering bleiben. Vor diesem Hintergrund können wir auf unserem Gelände keine Partys erlauben."

Die aktuellen Maßnahmen beziehen sich laut Dietrich ausdrücklich auf die aktuelle Pandemie-Situation. "Nach Corona werden wir die Lage neu bewerten."

Auch in Sachen Reinigung gibt es Neuigkeiten. In den vergangenen Jahren hatte die JLU einen Mitarbeiter beauftragt, den Platz an den Wochenenden zu säubern. Diese Zusammenarbeit wurde in diesen Sommer nicht fortgesetzt, was dazu geführt hat, dass der Platz nach Zusammenkünften bis zum Montagmorgen vermüllt geblieben ist.

Uni Gießen: Verbote beziehen sich auf Corona

"Unsere Hausmeister und Reinigungskräfte sind am Wochenende nicht im Dienst, daher kam es zuletzt verstärkt zu Vermüllungen. Mittlerweile haben wir für die Reinigung am Wochenende eine Lösung gefunden: Es wird einen Mitarbeiter geben, der sich darum kümmert", betont Dietrich.

Der Mann, der den Uniplatz in der Vergangenheit aufgeräumt hat, säubert jetzt regelmäßig die sogenannte Kate-Wiese an der Stephanstraße. Dort gilt offensichtlich kein Alkoholverbot, was wiederum dort zum Müllproblem führt.

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