Der "schwimmende Rechen" sammelt tonnenweise Fadenalgen auf. 
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Der "schwimmende Rechen" sammelt tonnenweise Fadenalgen auf. 

Schwimmender Rechen

Gießen: Problem am Schwanenteich vorerst gelöst

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Das gab’s noch nie am Schwanenteich: Das Gartenamt der Stadt hat das Gewässer mit einem "schwimmenden Rechen" von Fadenalgen befreit. Zumindest vorerst.

Gießen (mö). In der vergangenen Woche war das Gartenamt der Stadt noch skeptisch, ob eine einmalige Aktion etwas bringt, aber am Montag und Dienstag war dann doch ein Boot auf dem Schwanenteich unterwegs, um dem Algenteppich zu Leibe zu rücken. Der "schwimmende Rechen" fuhr die Wasserfläche ab und barg tonnenweise Fadenalgen aus dem Teich. Da die Fadenalgen sehr schnell nachwachsen, hatte die Stadt in einem Bootseinsatz zunächst keinen Sinn gesehen.

Ausschlaggebend für die Bergungsaktion war laut Stadtsprecherin Claudia Boje die Überlegung: "Wenn die Algen in der vorhandenen Menge allesamt zu Boden sinken, wäre eine drastische Sauerstoffverknappung mit erhöhten Unannehmlichkeiten für die Fischfauna die Folge gewesen." Was die nahe Zukunft angehe, folge die Stadt "dem Prinzip Hoffnung: Wir hoffen nach der Aktion auf Regen, so dass sich mit dem neuen Wasser die Wuchsbedingungen für die Algen verschlechtern."

Die Plage hatte sich seit etwa vier Wochen im Schwanenteich entwickelt, zuletzt waren ganze Bereiche vor dem Süd- und Nordufer vollständig mit der grün-gelben Masse überzogen. Am Donnerstag hatte ein junger Graureiher den Algenteppich wohl mit Land verwechselt und war in dem grün-gelben Schmodder gelandet. Da er sich aus eigener Kraft nicht befreien konnte, alarmierte ein Augenzeuge die Feuerwehr, die das entkräftete Tier befreite und in die Tierklinik brachte.

Die Fadenalgen sind erstmals in den Teichen der Wieseckaue festgestellt worden. Auf die Wasserqualität haben sie laut Umweltamt, das das Wasser vor einer Woche untersuchen ließ, noch keinen sonderlich negativen Einfluss. Der Nährstoffgehalt des Schwanenteichs sei geringer als der im Neuen Teich, wo es oft zur Bildung von Schwebealgen komme.

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