Die Polizei ist mit Tauchern an der Lahn in Gießen unterwegs.
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Die Polizei ist mit Tauchern an der Lahn in Gießen unterwegs.

Polizeieinsatz

Gießen: Polizei-Einsatz an der Lahn - Details zu Tresor-Funden bekannt

Die Polizei ist in Gießen aktuell auf der Lahn im Einsatz. Auch Taucher sind vor Ort. 

Update, 26.6.2020: Jannis van Meerendonk und sein Kumpel David Scheller sind Magnetangler. Ein Hobby, bei dem nicht nach Fischen, sondern nach Metall geangelt wird. Meistens ziehen die beiden Freunde Schrott und Fahrräder aus der Lahn. Vor zwei Wochen ist ihnen jedoch ein dicker Fang ins Netz gegangen. Zwei Tresore und einen Schalldämpfer holten sie aus dem Wasser. Die Polizei rückte daher am Donnerstagvormittag mit einem Kran an, um auf Höhe des Lahnfensters nach weiteren versenkten Gegenständen zu suchen. Sie wurden fündig.

Es ist 10.52 Uhr, als das Schlauchboot vom Ufer ablegt und das Wehr ansteuert. An Bord sind auch zwei Taucher-innen. Mit einem Seil wird das Boot an der Brücke befestigt. Eine der Taucherinnen gleitet in das Wasser. Lange suchen muss sie nicht.

Schon von der Brücke aus sind die Umrisse des Geldschranks im Wasser zu erkennen. "Wertgegenstände werden nicht mehr darin sein", vermutet Einsatzleiter Andreas Wagenknecht von der Brücke aus. Solche Funde seien nicht selten, oft würden Kriminelle die gestohlenen Tresore versenken, um ihre Spuren zu verwischen. "Meist finden sich darin nur noch Dokumente oder Fotos. Dinge, die sich nicht schnell zu Geld machen lassen", sagt Wagenknecht.

Während der Einsatzleiter erzählt, begibt sich die Taucherin zum Tresor. Durch ihren Trockenanzug ist sie nicht nur gegen Temperaturen geschützt, sondern auch vor Verunreinigungen wie E.-coli-Bakterien. Über ein Funkkabel geben ihr die Kollegen vom Boot aus Anweisungen. Die Taucherin geht unter Wasser und bleibt mehrere Minuten verschwunden. Lediglich Luftblasen verraten ihren Standort. "Sie befestigt gerade den Gurt", erklärt Wagenknecht. Dann ist es soweit. Der Kran spannt das Seil an und hievt den Geldschrank aus dem Wasser. Die vordere Tür fehlt, Wasser rauscht aus dem Inneren heraus.

Als das schwere Objekt auf dem Boden liegt, wirft Kriminalhauptkommissarin Agata Koch einen Blick hinein. Nichts als Schlamm. Die Polizistin fotografiert den Tresor von allen Seiten und macht Nahaufnahmen von der Seriennummer. "Offenbar liegt der Tresor schon länger im Wasser", sagt Koch, "Fingerabdrücke werden darauf nicht mehr zu finden sein." Aber über die Seriennummer könne womöglich der einstige Eigentümer ausfindig gemacht und der Tresor einem Verbrechen zugeordnet werden.

Das ganze Prozedere wiederholt sich noch einige Male. Mehrere Passanten bleiben auf der Brücke stehen und beobachten das Spektakel. Auch Jannis van Meerendonk schaut sich die Bergungsaktion an. "Wir hoffen beim Magnetangeln immer auf interessante Funde", sagt der junge Mann. Die zwei Tresore und den Schalldämpfer, die er vor zwei Wochen aus der Lahn gefischt hat, dürften sicherlich dazu gehören.

Zu van Meerendonks Fund gesellen sich am Donnerstag vier weitere Tresore, zwei Geldkassetten und mehrere Schlüssel. Offenbar haben nicht nur die Hobbyangler fette Beute gemacht.

Gießen: Polizei-Einsatz an der Lahn - Was steckt dahinter?

Erstmeldung, 25.6.2020: Ein Einsatz der Polizei an der Lahn in Gießen sorgt am Donnerstagvormittag für einiges Aufsehen: Unter anderem sind Taucher im Einsatz. Auch ein Kranwagen der Polizei ist vor Ort. 

Was sind die Hintergründe des Einsatzes? Offenbar haben Angler Geldkassetten und mindestens einen großen Tresor in der Lahn gefunden. Die Polizei vermutet, dass sie von Kriminellen nach Straftaten entsorgt wurden. 

Zwei Taucherinnen der Polizei durchsuchen den betroffenen Abschnitt der Lahn am Gießener Uferwegs nun weiter. 

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