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Stadt Gießen will Grundstücke verkaufen - Erste zwei Firmen sollen bauen

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Von: Burkhard Möller

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Die Stadt Gießen arbeitet an Deals mit Unternehmen, die sich auf der Philosophenhöhe ansiedeln wollen. Was ist bisher bekannt?

Gießen - Wenn vom früheren Motorpool-Gelände oder dem Gebiet Philosophenhöhe die Rede ist, denken die meisten Gießener wohl an neue Wohnungen. Kaum bekannt ist, dass die Planung der Stadt im östlichen Bereich bis zum Geländeeinschnitts des Gießener Rings einen gewerblichen Teil vorsieht. Dort will die Stadt nun erste Grundstücke an zwei Unternehmen aus Langgöns verkaufen. Dies geht aus den Magistratsanträgen hervor, die ab der nächsten Woche im Stadtparlament beraten werden.

Es geht um zusammen fast 3000 Quadratmeter Fläche hinter dem Lidl- und dm-Markt, die an eine IT-Firma und eine Steuerberatungsgesellschaft verkauft werden sollen, die bislang in Langgöns (Kreis Gießen) ansässig sind und sich an dem kleinen Gießener Gewerbestandort laut Magistratsvorlagen vergrößern wollen. Das IT- und E-Commerce-Unternehmen Elio wolle auf der Philosophenhöhe einen Bürokomplex für 90 Mitarbeiter errichten; 40 mehr als derzeit für das Unternehmen in Langgöns tätig seien. Auch das Steuerberatungsbüro Pitz wolle dort wachsen; von derzeit elf auf dann 17 Mitarbeiter.

Gießen: Grundstückverkäufe brächten der Stadt rund 330 000 Euro

Die Grundstücksverkäufe hinter der Georg-Elser-Straße brächten der Stadt eine Einnahme in Höhe von 330 000 Euro. Der Quadratmeterpreis von 140 Euro entspreche der »Wertigkeit« der Grundstücke. Das Gießener Stadtparlament muss den beiden Grundstücksverkäufen in der Sitzung am 2. Juni noch zustimmen.

Philosophenhöhe in Gießen: Hier wollen Firmen bauen.
Philosophenhöhe in Gießen: Hier wollen Firmen bauen. © Oliver Schepp

Bei der Entscheidung, welche Unternehmen den Zuschlag für ein Grundstück auf der von der Stadt Gießen als ökologisches Mustergebiet geplanten Philosophenhöhe erhalten, habe »Nachhaltigkeit« und »Konzeptqualität« eine große Rolle gespielt. Aufgrund der Knappheit der insgesamt zur Verfügung stehenden städtischen Gewerbeflächen sei daher ein Vergabeverfahren gewählt worden, welches die »besten« Bewerber und nicht den schnellsten oder diejenigen berücksichtige, die am meisten Geld geboten hätten. Teilnahmeberechtigt seien nur Firmen gewesen, die direkt bauen wollen, die das Grundstück selbst nutzen und ihren Firmensitz in der Stadt Gießen anmelden werden.

Gießen: Firmenbauten sollen Autobahnlärm abdämpfen

Beide Unternehmen hätten das extra gebildete Vergabegremium, bestehend aus der städtischen Wirtschaftsförderung, dem Liegenschafts- und Stadtplanungsamt, überzeugt, heißt es gleichlautend in den beiden von Liegenschaftsdezernentin Gerda Weigel-Greilich unterzeichneten Magistratsvorlagen.

Die Bebauung des kleinen Gewerbegebiets dient auch dem Zweck, die Wohnhäuser im westlichen Bereich der Philosophenhöhe vom Autobahnlärm abzuschirmen. Neben den Firmenansiedlungen soll im gewerblichen Teil der Philosophenhöhe zur Verkehrsentlastung der Innenstadt ein größerer Park-and-Ride-Parkplatz für Berufspendler entstehen, mit Option auf Aufstockung zu einem mehrstöckigen Parkdeck.

Auf der Fläche vor Energiezentrale für das Wohn- und Gewerbegebiet Philosophenhöhe siedeln sich Firmen an. Am anderem Ende wird die Lincolnstraße umgebaut.
Auf der Fläche vor Energiezentrale für das Wohn- und Gewerbegebiet Philosophenhöhe siedeln sich Firmen an. Am anderem Ende wird die Lincolnstraße umgebaut. © Oliver Schepp

Im westlichen Teil der insgesamt über sieben Hektar großen Philosophenhöhe wird in den nächsten Jahren Wohnraum für bis zu 1000 Menschen entstehen. Seit dem vergangenen Jahr laufen die Erschließungsarbeiten, dabei wurde auch die momentan noch gesperrte Lincolnstraße umgebaut, vorausgegangen waren umfangreiche Arbeiten zur Verlegung von Kanal und anderen Versorgungsleitungen. Laut dem Baustellen-Info der Stadt Gießen wird die Lincolnstraße voraussichtlich Ende Mai wieder freigegeben.

Philosophenhöhe in Gießen: Energieversorgung bleibt zentrales Thema

Die bis zu 350 Wohnungen verteilen sich auf drei Gebiete: eins wird von den privaten Bauträgern Depant/Wilma erschlossen und bebaut, ein weiteres von der Wohnbau mit über 100 Sozialwohnungen, und ein drittes steht für Projekte des Gemeinschaftswohnens zur Verfügung. Auch diesbezüglich geht es voran: Im Dezember wurde der Zuschlag für die Flächen an vier Projekte erteilt.

Ein großes Thema ist auch die Energieversorgung des Gebiets mittels einer Energiezentrale, die die Technische Hochschule Mittelhessen und die Stadtwerke in Form eines großen grauen Kubus in Holzbauweise errichtet haben. Zum Einsatz kommt hier eine von der THM entwickelte Speichertechnologie. (Burkhard Möller)

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