+
Die Bauarbeiten am Audimax an der Karl-Glöckner-Straße ruhen derzeit. FOTO: SCHEPP

Uni-Campus

Uni Gießen: Wird Audimax doch abgerissen?

  • schließen

Aktuell ist unklar, ob sich eine Sanierung des Audimax am Philosophikum II an der Uni Gießen noch lohnt. Der Pfusch am Bau ist nämlich noch schlimmer als befürchtet.

Gießen (kw). Lohnt sich eine Sanierung des Audimax noch? Der Pfusch der Baufirmen in den 1960er-Jahren habe noch größere Mängel verursacht als befürchtet, teilt die Justus-Liebig-Universität mit. Derzeit werde in Abstimmung mit dem Land das genaue Ausmaß analysiert. Vorläufig seien die Arbeiten ausgesetzt. Auf GAZ-Nachfrage, ob ein Abriss in Frage kommen könnte, erklärt eine Uni-Sprecherin: "Derzeit kann keine Option ausgeschlossen werden."

Uni Gießen: Nachbargebäude solider errichtet

Wann das größte Gebäude im Philosophikum II frühestens wieder in Betrieb gehen könnte, sei unklar. Zuletzt war die Rede von einem Bezug zum Wintersemester 2021/22. Die JLU gehe davon aus, dass nur das Audimax von den Problemen betroffen ist, erläutert die Sprecherin. Die anderen Gebäude im Phil II seien in anderer Bauweise errichtet: Sie seien nicht unterkellert, hätten kleinere Räume und ein dichteres Stützensystem.

Im April 2018 hatte die Sanierung des Audimax begonnen. Eigentlich sollte sie schon im Herbst 2019 abgeschlossen sein. Vor einem Jahr gab die Uni bekannt, das werde nicht klappen. Es seien gravierende Baumängel zutage getreten. Bei der Errichtung des Gebäudes seien die Unternehmen massiv von den Plänen abgewichen und hätten Material eingespart. Die Folge seien unter anderem Mängel in der Betondeckung und bei den Klinkerwänden. Das Ausmaß sei weder aus den Unterlagen noch nach den Voruntersuchungen zu erwarten gewesen. Damals war die Rede von einer Verschiebung um bis zu zwei Jahre.

Uni Gießen: Ergebnisse für Audimax in Kürze erwartet

Nun erklärt die Universität, in den vergangenen Monaten habe sich herausgestellt, dass der Pfusch noch massivere Folgen habe als befürchtet. Das Ergebnis der laufenden Untersuchungen und die daraus abzuleitenden Empfehlungen der Experten würden "in Kürze erwartet". Dann werde geklärt, wie es weitergeht.

Das Audimax hat - Latein-Kenner entnehmen das dem abgekürzten Auditorium maximum - unter anderem den größten Hörsaal der JLU beherbergt. Insgesamt fielen 1900 Sitzplätze weg, für die Zwischenlösungen gefunden wurden, unter anderem die Leichtbauhalle am Juridicum.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare