Dietlind Grabe-Bolz wird nicht noch einmal um das Amt der Gießener Oberbürgermeisterin kandidieren. (Archiv)
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Dietlind Grabe-Bolz wird nicht noch einmal um das Amt der Gießener Oberbürgermeisterin kandidieren. (Archiv)

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Gießen: Paukenschlag! Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz tritt nicht mehr an

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Diese Meldung kommt für viele in Gießen überraschend: Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz tritt nicht noch einmal zur Wahl an.

Gießen - Sie hat lange mit sich gerungen, nun gibt es eine Entscheidung: Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hört mit Ablauf ihrer zweiten Amtszeit im Dezember auf und wird bei der Direktwahl in Gießen, die voraussichtlich mit der Bundestagswahl am 26. September stattfindet, nicht noch einmal antreten. Das bestätigte die 62-jährige SPD-Politikerin am Dienstagvormittag in einer Pressekonferenz.

Bei der wurde der SPD-Unterbezirksvorsitzende und Landtagsabgeordnete Frank-Tilo Becher als Kandidat für die OB-Direktwahl vorgestellt. Der 57-jährige frühere evangelische Dekan von Gießen war am Montagabend vom Vorstand des SPD-Stadtverbands als Kandidat für die OB-Wahl vorgeschlagen worden. Eine Mitgliederversammlung muss diesen Vorschlag noch bestätigen.

Gießen: Grabe-Bolz als erste Frau in Gießen im OB-Amt

Grabe-Bolz hatte aus persönlichen und familiären Gründen lange mit der Entscheidung gerungen, denn am Ende einer dritten Amtszeit in Gießen wäre sie 70 Jahre alt gewesen. Auf der anderen Seite sei sie noch voller Tatendrang. »Die Entwicklung und Gestaltung der Stadt Gießen liegt mir nach wie vor sehr am Herzen; und Politik braucht nicht nur langen Atem, sondern auch lange Linien. Ich bin immer noch 100 Prozent Gießen«, sagte sie aus Anlass ihres zehnjährigen Amtsjubiläums im Dezember 2019 in Anspielung auf ihren Slogan aus dem Wahlkampf 2009.

Grabe-Bolz hatte vor elf Jahren als erste Frau in Gießen das OB-Amt übernommen, nachdem sie Anfang Juni 2009 überraschend deutlich CDU-Rathauschef Heinz-Peter Haumann bei der Direktwahl geschlagen hatte. 55,5 Prozent entfielen auf die Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtparlament, 44,5 auf den Titelverteidiger. 2015 verteidigte sie diesen Platz gegen gleich drei Mitbewerber im ersten Wahlgang mit 53,6 Prozent; schärfste Widersacherin war Anja Helmchen von der CDU (36,2 Prozent).

Grabe-Bolz (SPD) tritt in Gießen nicht mehr an - CDU setzt wohl auf Neidel

Als Grabe-Bolz 2009 die Amtsgeschäfte übernahm, saß ihre SPD in der Opposition. Für rund eineinhalb Jahre musste sie sich mit der aus CDU, Grünen und FDP bestehenden Jamaika-Koalition arrangieren. Nach der Kommunalwahl 2011 kam es zur Bildung ihrer Wunschkoalition aus SPD und Grünen. Seit 2016 ist auch die CDU wieder im Regierungsboot und damit auch Partnerin der direkt gewählten Oberbürgermeisterin.

Für die Union wird wohl Bürgermeister Peter Neidel bei der Gießener OB-Direktwahl antreten. Seine Nominierung steht aber noch aus. Aus anderen Parteien gibt es bislang noch keine Signale, ob sie Kandidaten für die OB-Wahl aufstellen werden. Diese Entscheidungen werden sicherlich auch vom Ausgang der Kommunalwahl am 14. März abhängen. Die zweite Amtszeit von Dietlind Grabe-Bolz endet am 13. Dezember.

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