Gastronomie

Gießen: Was passiert mit dem Restaurant Knossos?

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Die Gerüchteküche brodelt stärker als die Suppen und Saucen auf dem Herd. Viele Gießener fragen sich: Ist das Restaurant Knossos verkauft? Wer übernimmt das Lokal? Wir haben die Antworten.

Die gute Nachricht zuerst: Petros Kamargiannis, langjähriger Inhaber des Knossos, wird das Restaurant an der Lahn auch in Zukunft leiten. Allerdings hat sich der 56-Jährige Verstärkung ins Boot geholt. Zum 1. Januar 2019 wird das beliebte und über die Stadtgrenzen bekannte Restaurant Teil der heimischen Roth Gruppe, zu der auch Roth Energie gehört. Geschäftsführerin Christiane Roth will mit diesem Schritt das kulinarische Portfolio der Unternehmensgruppe ausbauen, zu dem demnächst auch eine Tankstelle inklusive Bistro in Allendorf/Lumda sowie ein Food-Truck im Europaviertel gehören werden.

An der Lahn wird Roth zunächst einmal investieren. Das Restaurant soll im kommenden Jahr um eine Etage aufgestockt werden. Dort wollen Kamargiannis und seine neue Geschäftspartnerin einen Event-Raum für Familien- und Firmenfeiern mit Bar für bis zu 100 Personen sowie eine Terrasse mit Blick auf die Lahn errichten. Entsprechende Pläne werden derzeit mit der Stadt Gießen abgestimmt.

Büroarbeit sei immer eine Last gewesen

Petros Kamargiannis wirkt erleichtert. Er sitzt in seinem kleinen dunklen Büro hinter der Küche des Knossos, zieht an einem Zigarillo und nimmt einen Schluck Espresso. "Ich bin froh, dass ich einen großen Teil der administrativen Aufgaben abgeben kann", sagt der Grieche. Vorne im Lokal Fisch zubereiten, sich um die Gäste kümmern, das sei sein Leben, hinten im Büro Rechnungen kontrollieren, Verträge prüfen, sei immer eine Last für ihn gewesen. "Die Anforderungen am Schreibtisch wurden aber immer größer. In Zukunft kann ich mich endlich wieder mehr um meine Gäste kümmern." Die sollen von den Veränderungen im Hintergrund natürlich nur profitieren.

"Im Prinzip bleibt alles beim Alten", sagt Kamargiannis. Das Team bleibe zusammen, sein gleichnamiger Cousin sei auch weiterhin Küchenchef. "Wir haben uns durch diese Partnerschaft optimal für die Zukunft aufgestellt", glaubt der Gastronom, der zugibt, durch die Veränderungen ringsum einen gewissen Investitionsdruck verspürt zu haben. "Der Schlachthof ist toll geworden, die DLRG wird ihr Vereinsheim neu aufbauen. Da wollten wir nicht zurückstecken", sagt Kamargiannis. Zudem würden seine Gäste – meist Stammkunden – durchaus eine Weiterentwicklung erwarten.

Herzensangelegenheit für Roth

Für Roth sei das Knossos eine Herzensangelegenheit, heißt es. Wenn sie Geschäftspartner in das Restaurant einlade, spreche sie oft von ihrem Wohnzimmer. Seit vielen Jahren hat sie einen Stammplatz, an dem sie fast täglich isst. Mit Kamargiannis verbindet sie eine langjährige Freundschaft. "Die Idee der Zusammenarbeit ist durch ein freundschaftliches Gespräch entstanden", erzählt der Gastronom. Mit den neuen Entwicklungen sei indes auch die Familie Denninghoff als Grundstückseigentümer "sehr zufrieden". Das bestätigte Sabina Becker, Geschäftsführerin der Denninghoffs Grundstücks GmbH auf Nachfrage dieser Zeitung.

Bevor es mit Veränderungen losgeht, verabschiedet sich Kamargiannis nach dem Weihnachtsgeschäft zunächst in den Urlaub. "Ich werde zwei, drei Monate um die Welt reisen, um mich inspirieren zu lassen", sagt der begeisterte Motorradfahrer. Es ist sein erster größerer Urlaub seit 23 Jahren. "Aber keine Sorge, danach bin ich wieder da."

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