Sozialamt

Gießen-Pass stark gefragt

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Die Zahl der einkommensschwachen Gießener, die einen Gießen-Pass nutzen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können und mobil zu bleiben, steigt.

Lag die Zahl der vom Amt für soziale Angelegenheiten ausgegebenen Pässe 2013 noch bei knapp 4700, waren es im vergangenen Jahr fast 5500. Folge: Auch die Kosten stiegen binnen der letzten vier Jahre von 421 000 Euro auf zuletzt 530 000 Euro.

Aus einer Aufstellung des Sozialamts, das der GAZ auf Anfrage zur Verfügung gestellt wurde, geht hervor, dass der mit Abstand meistgenannte Anspruchsgrund für einen Gießen-Pass der Bezug von Arbeitslosengeld II ist. Gut 4000 Menschen mit Gießen-Pass bezogen 2016 Hartz IV, die zweitgrößte Gruppe mit knapp 670 waren Sozialhilfebezieher, gefolgt von Asylbewerbern (knapp 600). Einen größeren Sprung hatte es bei dieser Gruppe infolge des Flüchtlingsstroms gegeben, und zwar von 282 Pass-Ausgaben im Jahr 2014 auf 521 im Jahr 2015, im Jahr danach waren es knapp 600.

Die Bewohner der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge spielen dabei nach Einschätzung des Amts für soziale Angelegenheiten keine Rolle, weil Flüchtlinge Leistungen gemäß dem Asylbewerberleistungsgesetz im Normalfall erst beziehen, wenn die Erstaufnahme abgeschlossen ist.

Die gestiegenen Kosten für den Gießen-Pass hatten am Montag im parlamentarischen Hauptausschuss, der eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 130 000 Euro bewilligte, für eine kurze Diskussion gesorgt. Dabei wäre der Antrag des Magistrats im Grunde überflüssig gewesen, wenn die Kosten für den Gießen-Pass im Etat 2016 realistischer angesetzt worden wären. Der Ansatz belief sich auf nur 400 000 Euro, obwohl sich die Kosten aufgrund der steigenden Nachfrage nach 2013 auch 2014 (477 000 Euro) und 2015 (486 000 Euro) bereits deutlich über der Marke 400 000 Euro bewegt hatten.

Von den gestiegenen Kosten im Vergleich zu 2015 entfielen laut Sozialamt 2016 allein 40 000 Euro auf den verstärkten Erwerb von Monatskarten für die Stadtbusse; deren Zahl war um fast 3000 auf knapp 14 600 im vergangenen Jahr gestiegen, bei den Wochenkarten betrug der Anstieg immerhin noch rund 1000. "Wir vermuten, dass einfach mehr Leute mit Gießen-Pass merken, dass Mehrfachfahrkarten günstiger sind als Einzelfahrscheine", erklärte dazu Amtsleiterin Ines Müller.

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