Am vergangenen Wochenende feierten hunderte Jugendliche am Lahnufer in Gießen.
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Am vergangenen Wochenende feierten hunderte Jugendliche am Lahnufer in Gießen.

Nach eskalierten Feiern

Nach Lahnufer-Partys in Gießen: Neue Regeln sollen Exzesse verhindern - Polizei erklärt Konzept

  • Florian Dörr
    VonFlorian Dörr
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Nach der eskalierten Party auf den Lahnwiesen wollen Polizei und Stadt Gießen die Zügel straffer ziehen. Mit Blick auf das nächste Wochenende wurden besondere Regeln erlassen.

Gießen - Nachdem eine Party auf dem Gießener Uni-Vorplatz völlig eskaliert war, zog die Feier-Szene zuletzt weiter zum Lahnufer. Polizei, Universität und Stadt hatten mit Blick auf die Einhaltung besonderer Regeln vor dem JLU-Hauptgebäude umfassende Kontrollen angekündigt. Nun richtet sich der Blick vermehrt auf das Gebiet rund um die Gießener Brücken und das Rugbyfeld.

Rückblickend auf die letzte größere Party am Gießener Lahnufer heißt es nun bei der Polizei: „Leider hielten sich einige nicht an Vorschriften und Gesetze. Es kam in der Nacht zum letzten Sonntag und zur vorgerückten Stunde zu mehreren Körperverletzungen und anderen Straftaten wie Flaschenwürfen. Vielfach gingen bei der Polizei und bei der Stadt Mitteilungen wegen lauter Musik und hinterlassenem Abfall ein. Ein Kreis von etwa 50 Personen zeigte sich dabei sehr aggressiv gegenüber den Einsatzkräften.“

Partys an Gießener Lahnwiesen: Die neuen Regeln im Überblick

Nun reagiert die Stadt und hat eine neue Benutzungsordnung für die Lahnwiesen in Gießen erlassen. Die neuen Regeln gelten ab sofort.

Unter anderem wird darin festgeschrieben, dass Bühnenaufbauten und Musikanlagen nicht erlaubt sind. Mehr noch: Ab 22 Uhr, so heißt es, darf keine Musik mehr „hörbar“ abgespielt werden. Auch erinnert die Stadt daran, dass Abfälle entweder in den entsprechenden Behältern entsorgt oder mit nach Hause genommen werden müssen. Die Regeln aus der neuen Benutzungsordnung für das Lahnufer in Gießen im Überblick:

  • Die ungemähten oder ausgeschilderten Bereiche sind Naturschutzgebiete und dürfen nicht betreten werden.
  • Ab 22.00 Uhr darf keine Musik mehr hörbar abgespielt werden.
  • Es ist grundsätzlich verboten, Stromaggregate zu nutzen.
  • Nicht erlaubt ist generell die Nutzung von Bühnenaufbauten, leistungsfähigen Musikanlagen (z.B. mit Verstärkern, Mischpulten etc.) sowie Mikrofonen für den DJ-Betrieb.
  • Abfälle sind in den dafür aufgestellten Abfallbehältern zu entsorgen. Sofern in den Grünanlagen keine Abfallbehälter zur Verfügung stehen oder diese voll sind, sind die Abfälle stets mitzunehmen.
  • Offenes Feuer darf wegen der Brandgefahr nicht entzündet werden.
  • Gewerbliche Veranstaltungen bedürfen der Genehmigung des Magstrates der Stadt Gießen.

Gießens Bürgermeister Peter Neidel betont mit Blick auf die Partys am Lahnufer: „Wir wollen kein Spielverderber sein. Jeder hat natürlich das Recht, sich auf unseren öffentlichen Flächen aufzuhalten und im angemessenen Rahmen zusammenzukommen und zu feiern.“ Zuletzt sei jedoch „über die Stränge“ geschlagen worden. „Wir haben uns daher entschlossen, die Benutzungsordnung auf den Weg zu bringen und werden diese auch, wenn es erforderlich ist, konsequent in enger Zusammenarbeit mit der Polizei umsetzen.“

Eskalation bei Lahnufer-Party: „Zufall“ geschuldet, dass durch Flaschenwürfe niemand verletzt wurde

Auch der Bernd Paul erinnert als Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen an die jüngste Eskalation an den Gießener Lahnwiesen: „Es war offenbar auch eher einem glücklichen Zufall geschuldet, dass am letzten Wochenende niemand durch Flaschenwürfe verletzt wurde. Ich begrüße daher ausdrücklich die neue Benutzungsordnung der Stadt Gießen.“

Mit Blick auf die Durchsetzung der nun erlassenen Regeln an den Gießener Brücken und dem Rugbyfeld soll zunächst auf Gespräche gesetzt, „und nicht gleich mit Anzeigen oder anderen Maßnahmen, wie der Sicherstellung einer Musikanlage“ begonnen werden. „Zeigen sich die Personen aber nicht einsichtig, so werden wir dann konsequent die notwendigen Maßnahmen durchführen“, erklären der Leiter der Polizeidirektion Gießen, Joachim Bernard, und Peter Neidel.

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