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Gießens OB Dietlind Grabe-Bolz plädiert für ein Corona-Testcenter auch in ihrer Stadt. FOTO: DPA

Corona-Testcenter

Gießen noch ohne Corona-Testcenter

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Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz fordert KV in Sachen Corona-Testcenter zum Handeln auf.

Gießen (mö). Im Zusammenhang mit der Einrichtung von Erstuntersuchungsstellen für Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, wächst in Gießen der Unmut über die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Denn in der größten Stadt Mittelhessens gibt es bislang kein Testcenter, in dem den Verdachtsfällen Abstriche entnommen werden. Die einzige Untersuchungsstelle im Landkreis Gießen wurde in Lich eingerichtet, wo sich einer der beiden Standorte des Ärtzlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) befindet. Hier kommt es zeitweise zu langen Wartezeiten. 

Dieser Umstand hat nun die Kommunalpolitik auf den Plan gerufen. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hat die KV Hessen zum "schnellen Handeln" aufgefordert. "In Gießen lebt ein Drittel der Kreisbevölkerung. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass eine solche Stelle auch hier angesiedelt wird," erklärte Grabe-Bolz.

Die OB und Landrätin Anita Schneider hatten Ende vergangener Woche an einer Versammlung der im Gesundheitsnetz Gießener Hausärzte (GNGH) zusammenengeschlossenen Praxen teilgenommen. Unter anderem die GNGH-Ärzte hatten den Anstoß gegeben, dass es in Hessen zentrale Untersuchungsstellen gibt Die KV hatte trotz Einladung keinen Vertreter geschickt.

Aus Sicht von Grabe-Bolz hat das Treffen der Gießener Hausärzte "sehr deutlich gemacht", dass alle Anwesenden sich eine zusätzliche zentrale Probeentnahmestelle für den Coronavirus zentral in der Stadt Gießen wünschen. Die Stadt könne bei der Suche nach geeigneten Räumen auch behilflich sein, fügte OB Grabe-Bolz hinzu.

Die für die Einrichtung der Testcenter zuständige KV hatte entschieden, die Untersuchungsstellen bei den Ärtzlichen Bereitschaftsdiensten anzusiedeln. In Gießen indes befindet sich der ÄBD im Hauptgebäude des Uniklinikums. Da vermieden werden soll, dass Personen mit Coronaverdacht in Kliniken andere Patienten und medizinisches Personal anstecken, kam dieser Standort aus "infektiologischer Sicht" nicht in Frage. Es hätte laut der Hausärzte durchaus Alternativen in Gießen gegeben, die seien von der KV aber abgelehnt worden.

Eine aktuelle Anfrage der GAZ zur Situation in Gießen ließ die KV Hessen am Montag unbeantwortet, hatte aber am Freitag allgemein angekündingt, dass in dieser Woche weitere Zentren in Hessen eingerichtet werden. Bislang sind es zehn, darunter die drei in Lich, Marburg und Wetzlar.

Dem Vernehmen nach ist das Thema mittlerweile Chefsache in Wiesbaden. Wie es heißt, habe sich Ministerpräsident Volker Bouffier für die Schaffung zusätzlicher Testkapazitäten ausgesprochent, nicht nur in Gießen. In der Pressekonferenz der Landesregierung am Montag waren die Testcenter kein Thema.

Das Testcenter in Marburg zieht übrigens um: aus dem ÄBD-Standort im Uniklinikum in die nicht mehr genutzte Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Cappel.

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