Aufatmen bei Poppe in Gießen: Das Unternehmen wurde gekauft, die Arbeitsplätze bleiben erhalten.
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Aufatmen bei Poppe in Gießen: Das Unternehmen wurde gekauft, die Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Nach Insolvenzverfahren

Gießen: Niederländer kaufen Traditionsunternehmen - So geht es nun weiter

  • Jens Riedel
    VonJens Riedel
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Die Elastofirm-Gruppe aus Holland kauft das insolvente Traditionsunternehmen. Die Arbeitsplätze in Gießen bleiben erhalten.

Gießen – Nach neun Monaten im Insolvenzverfahren dürfen die aktuell 227 Beschäftigten beim Automobil- und Industriezulieferer Poppe GmbH aufatmen: Die Zukunft des traditionsreichen Gießener Betriebes ist geklärt. Das niederländische Unternehmen Elastofirm hat Poppe gekauft; die Arbeitsplätze und der über 100 Jahre alte Name Poppe sollen erhalten bleiben.

Die entsprechenden Kaufverträge haben Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner und die Poppe Elastomertechnik GmbH – jetzt ein Unternehmen der Elastofirm BV – unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Poppe GmbH in Gießen: Elastofirm kauft Traditionsunternehmen

»Mit Elastofirm haben wir einen anerkannten Investor aus der Branche gewonnen. Alle Arbeitsplätze sind gesichert, das ist ein großer Erfolg«, berichtet der im Bereich Automotive und Produktion erfahrene Sanierungsexperte Plathner. Die Geschäftsleitung von Elastofirm hatte sich im Vorfeld des Kaufs den Poppe-Arbeitnehmervertretungen vorgestellt. Betriebsrat und Gewerkschaft sind dem Vernehmen nach mit der nun erzielten Lösung sehr zufrieden.

Elastofirm investiert gezielt in spezialisierte Unternehmen aus der Gummi- und Kunststoffindustrie. Das Management konzentriert sich dabei hauptsächlich auf Betriebe mit einem Unternehmenswert zwischen vier und 40 Millionen Euro. Dabei baut Elastofirm meist auf die vorhandene Belegschaft und lokale Unternehmerkultur der angekauften Unternehmen. Ziel ist aber auch stets, die Betriebe effizienter und effektiver zu gestalten und zu Wachstum zu führen. Die Unternehmen der Gruppe sind leistungsstarke und führende Akteure in ihren Nischenmärkten in der Gummiindustrie. »Die Leistung von Poppe in dem aktuell herausfordernden Umfeld gibt Zuversicht für die Zukunft«, betont Harmen Smid, Geschäftsführer von Elastofirm. Auch Patrick Vogel, Geschäftsführer der Poppe Elastomertechnik GmbH, zeigte sich zuversichtlich, den strategischen Wachstumsplan »beschleunigen« zu können.

Poppe GmbH in Gießen: Wichtiger Zulieferer für die Automobilbranche

Poppe hatte mit rund 240 Mitarbeitern Ende April 2020 zusammen mit dem Mutterkonzern Veritas AG (Gelnhausen) Insolvenzantrag gestellt. Seitdem gingen bei Poppe nur rund 15 Arbeitsplätze verloren, entweder durch altersbedingtes Ausscheiden oder durch eigene Kündigung von Mitarbeitern.

Poppe, gegründet 1911, zählt zu den führenden Herstellern von Dichtungen und Profilen aus Elastomeren für die Automobilbranche, für Anlagen- und Gebäudetechnik, für Maschinenbau sowie den Bereich der Erneuerbaren Energien. In Gießen konzentriert sich das Unternehmen auf die Fertigung von Abstandshaltern und OEM/Automotive-Profilen. (jri)

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