Der Umbau des Einkaufscenters in der Neustadt geht in die nächste Phase.
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Der Umbau des Einkaufscenters in der Neustadt geht in die nächste Phase.

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Wie in Gießen der Neustart der Galerie Neustädter Tor gelingen soll

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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Der Umbau der Galerie Neustädter Tor in Gießen geht in die nächste Phase. Im Mittelpunkt stehenbauliche Veränderungen. Auch der Name der krisengebeutelten Einkaufsmall soll sich ändern.

Es gibt nicht wenige Marketingexperten, die von Namensänderungen eines Unternehmens oder eines Produkts abraten. Denn es gilt die Regel: Kontinuität zahlt sich am Ende aus. Es sei denn, es gibt wirklich gute Gründe für ein neues Branding: eine Fusion oder eine Neuorientierung zum Beispiel. Eine Namensänderung kann auch das Signal für einen Neuanfang sein. Und das stellt wohl die Umbenennung der Galerie Neustädter Tor in »neustädter« dar.

Wobei die Verantwortlichen diesen Schritt als keine allzu große Umstellung für Kunden verkaufen wollen: »Dieser Name ist schon lange im Sprachgebrauch vieler Kunden etabliert«, heißt es in einer Presseerklärung vom Girlan Immobilien Management, das seit 2015 unter anderem für das Management, die Vermietung und die Neupositionierung des Centers verantwortlich ist.

Im September 2018 hatten Vertreter des Centermanagements im Bauausschuss der Stadt Gießen eine schonungslose Bestandsaufnahme des damaligen Ist-Zustands vorgelegt. Tenor: Das Center sei nicht unproblematisch, es gebe erhebliche Leerstände, vor allem im ersten Obergeschoss. Ein weiteres großes Problem sei die fehlende Anbindung des Kundenstroms - unter anderem deshalb, weil die Galerie nicht ausreichend gut an die Fußgängerzone angeschlossen sei. Gleichzeitig kündigte das Centermanagement umfangreiche Umbauarbeiten an.

Galerie Neustädter Tor in Gießen: Gastro-Angebot im Außenbereich?

2019 begannen die Arbeiten im laufenden Betrieb. Ein Jahr zuvor waren bereits einige große und mittelgroße Mieter innerhalb der Galerie umgezogen, um Gestaltungsraum für die baulichen Veränderungen zu schaffen. Danach folgte die Eröffnung des Sportstudios FitX im zweiten Obergeschoss. Anschließend ging es eine Etage tiefer weiter: Hier hat sich mittlerweile das Unternehmen Woolworth als neuer Ankermieter mit einer Filiale niedergelassen.

Nun hat der zweite Bauabschnitt begonnen. Geplant ist, einen zweiten Eingang in Richtung Oswaldsgarten zu schaffen. Damit soll der Zugang zur Mall verbessert werden. Erneuert werden außerdem Böden, Decken sowie das Beleuchtungskonzept im Erd- und ersten Obergeschoss. Neue kontaktlose Türsysteme sind am Haupt- und am neuen Eingang vorgesehen. Hinzu kommen neue Farben und Möbel. Vorgesehen ist außerdem, die Fassade neu zu gestalten. Beendet sein sollen die Arbeiten im zweiten Halbjahr 2021.

Galerie Neustädter Tor in Gießen: In Zukunft auch Praxen und Kita?

Eine weitere mögliche Neuerung kündigt Center-Managerin Fabiola Peiniger an: Das Unternehmen sei »in Gesprächen, ob wir gastronomische Außenflächen schaffen, um so einen fließenden Übergang zur Innenstadt zu schaffen«. Apropos Essen: Ein zweiter sogenannter Food Court mit diversen gastronomischen Angeboten soll nicht wie ursprünglich geplant im ersten Obergeschoss etabliert werden. Das Centermanagement kündigt an, stattdessen den bestehenden Gastrobereich im Erdgeschoss zu vergrößern und mit weiteren Sitzgelegenheiten neu anzulegen. »Gegebenenfalls bieten sich auch Teilbereiche des Centers für andere frequenzbringende Nutzungen wie Arztpraxen, Kitas, Service Offices oder den Bereich Entertainment an«, sagt Guido Beddig, Managing Director bei Corestate. Dabei handelt es sich um ein börsennotiertes Investmentunternehmen aus Luxemburg, welches das Gießener Shopping Center mit einem von ihr gemanagten Investmentvehikel 2018 erworben hatte.

Bürgermeister Peter Neidel sieht die Neupositionierung des Einkaufscenters als positives Signal für die Entwicklung der Innenstadt und die Stärkung des Einzelhandelsstandorts Gießen. Die »substanzielle Investition« sei ein wichtiger Meilenstein bei der Neugestaltung der Mall sowie für die Aufwertung des Umfelds und der Innenstadt. Auch Beddig erhofft sich, dass mit den Schritten »ein ganz neues Einkaufserlebnis und eine neue Aufenthaltsqualität« geschaffen werde, von dem Kunden und Mieter gleichermaßen profitieren sollen. An den neuen Namen haben sich die Kunden ja angeblich schon gewöhnt.

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