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Das Gefahrenabwehrzentrum ragt bereits in die Höhe, aber jetzt sollen Stadtparlament und Kreistag noch einmal Projektbeschlüsse über den neuen Feuerwehrstützpunkt fassen. FOTO: SCHEPP

Gefahrenabwehrzentrum

Wie teuer wird das Gefahrenabwehrzentrum Gießen am Ende?

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Die Arbeiten zur Errichtung des Gefahrenabwehrzentrums Gießen (GAZG) im früheren US-Depot laufen. Trotzdem sollen Stadtparlament und Kreistag im Frühjahr neue Projektbeschlüsse fassen.

Gießen - "Wir werden keinen Rohbau hinstellen und so stehen lassen. Das wird nicht passieren." Gesagt hat diese Sätze im vergangenen Juni Landrätin Anita Schneider bei einer gemeinsamen Sitzung von vier Fachausschüssen des Kreistags und des Stadtparlaments, die über die Kostenentwicklung beim Bau des gemeinsamen Gefahrenabwehrzentrums informiert wurden. Das von Schneider geschilderte Szenario ist jetzt wieder möglich, wenngleich nicht wahrscheinlich. 

Eine Ankündigung des städtischen Hochbauamts am Montag in der Sitzung des parlamentarischen Hauptausschusses war jedenfalls eine Überraschung. Wie Planerin Jutta Müller ankündigte, werden Magistrat und Kreisausschuss dem Stadtparlament und dem Kreistag im Frühjahr einen neuen Projektantrag vorlegen, um das Vorhaben "auf sichere Beine zu stellen", wie Müller sagte. Dieses Vorgehen sei mit der Kreisregierung abgesprochen.

Gefahrenabwehrzentrum Gießen: Endgültige Kosten weiterhin unklar

Wie bereits bei der angesprochenen Präsentation im Juni gab es auch am Montagabend keine neue Gesamtkostenschätzung. Offiziell kostet das Gefahrenabwehrzentrum Gießen demnach immer noch rund 32 Millionen Euro. Diese Summe hatten Kreistag und Stadtparlament im Frühjahr 2018 in zwei Projektbeschlüssen bewilligt. Seitdem schießen die Spekulationen ins Kraut, welche Summe am Ende tatsächlich unterm Strich stehen wird. Klarheit werden laut Jutta Müller weitere "große Vergaben" von teuren Gewerken wie Ausbau und Technik im kommenden Jahr bringen. Danach sollen die beiden Parlamente noch einmal gefragt werden.

Die Zahlen, die Müller bei ihrem Halbjahresreport zur Bau- und Kostenentwicklung beim Gefahrenabwehrzentrum Gießen am Montag vortrug, waren erstens nicht neu und zweitens nicht superalamierend. Bei der Vergabe von sieben Gewerken haben sich gegenüber den Schätzungen Mehrkosten von rund 1,4 Millionen Euro ergeben, der Löwenanteil entfällt auf Rohbauarbeiten. Vier Gewerke wurden teurer als geplant, drei billiger. Als Grund für die Steigerungen wird die allgemeine Verteuerung von Bauleistungen genannt. 

An der Kostenverteilung zwischen den beiden Projektträgern ändert das laut Müller nichts: 54 Prozent trage die Stadt, 46 der Kreis. Bei 32 Millionen Euro wären das 17 für die Stadt und 15 für den Kreis. In den 32 Millionen waren seinerzeit aber noch nicht die Kosten für den Umzug und die Steuerung der Ampeln an der Alarmausfahrt enthalten.

Gefahrenabwehrzentrum Gießen: Über Kosten will beim Spatenstich niemand sprechen

Was die Kostenschätzungen und die damit einhergehenden Debatten betrifft, sind Magistrat und Kreisausschuss gebrannte Kinder. Mit 22 Millionen fing es an, dann waren es 29. Stand jetzt, bei dem es nicht bleiben wird, sind es besagte 32 Millionen. Beim Spatenstich im August mochte denn auch niemand mehr so richtig über die Kosten reden. "Wir geben hier schon ein paar Mark fünfzig aus", sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

Bezugsfertig soll das neue Domizil der Gießener Berufsfeuerwehr, des Zentrums für den Katastrophenschutz und die Trainingsstätte für alle Feuerwehren des Landkreises in rund zwei Jahren sein.

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