Die Aktion auf der A5 und der A45 bei Gießen könnte den 66-Jährigen teuer zu stehen kommen.
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Die Aktion auf der A5 und der A45 bei Gießen könnte den 66-Jährigen teuer zu stehen kommen.

Kuriose Erklärung

Gießen: Mysteriöser „Blumen-Fußgänger“ auf A5 und A45 beschäftigt Polizei über Stunden

  • Florian Dörr
    vonFlorian Dörr
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Katz- und Maus-Spiel auf der A5 und der A45 bei Gießen: Ein Fußgänger beschäftigt die Polizei über Stunden. Seine Erklärung für die Aktion überrascht.

  • Fußgänger auf A5 und A45 sorgt über Stunden für Aufregung
  • Blumen-Mann sorgt für Polizeieinsatz bei Gießen
  • Erklärung des 66-Jährigen überrascht Polizei

Gießen - Kurioser Einsatz für die Polizei rund um Gießen: Ein Fußgänger hat die Beamten auf der A5 und der A45 beschäftigt. Zeitweise war er auf der linken Spur unterwegs. Was war passiert? Am Sonntag (23.8.20) gegen 8.30 Uhr gingen die ersten Meldungen bei der Polizei ein. Auf der A5 zwischen dem Gambacher Kreuz und dem Parkplatz Limes stehe ein herrenloses Fahrzeug. Es wurde vermeintlich nach einer Panne abgestellt und zurückgelassen. Seltsam: Rund um den Pkw waren mehrere Blumenkübel drapiert. Versuche der Polizei, den Halter des Wagens telefonisch zu erreichen, blieben erfolglos.

Etwa eine Stunde später - das Auto sollte in Kürze abgeschleppt werden - gingen neue Meldungen bei der Polizei ein: Auf der A5 nahe des Rastplatzes Reinhardshain sei ein Fußgänger unterwegs. Er sei auf dem linken Fahrstreifen unterwegs - mit einem Eimer voller Blumen in der Hand. Eine Streife war zwar schnell, aber offenkundig doch zu spät vor Ort: Der Mann war durch die Polizei nicht mehr anzutreffen.

Dann, gegen 10 Uhr am Sonntagmorgen, nahm die Geschichte eine weitere Wendung. Erneut machten Zeugen die Polizei auf einen Fußgänger aufmerksam. Dieses Mal war er auf der A45 zwischen den Mittelschutzplanken der beiden Richtungsfahrbahnen nahe des Gambacher Kreuzes unterwegs. Zur Orientierung: 22 Kilometer von der ersten Meldung entfernt! Dieses Mal jedoch konnte Streife den Mann - weiterhin mit Blumen unterwegs - aufgreifen und aus dem Gefahrenbereich bringen.

Dieser, ein 66-Jähriger aus Thüringen, lieferte den Beamten eine Erklärung seiner Aktion: Er hatte auf der A5 bei Gießen den Tank seines Autos leergefahren und war auf dem Seitenstreifen zum Stehen gekommen. Per Anhalter war er anschließend zur nächsten Autobahntankstelle - Reinhardshain, 22 Kilometer entfernt - gefahren. Weil er kein Geld dabei hatte, hatte er den Blumen-Eimer dabei: Das Schnittgut verkaufte er vor Ort an Reisende und betankte mit dem Erlös seinen Notkanister. Zurück auf der Autobahn wollte er sich - erneut per Anhalter - zurück zu seinem Pkw fahren lassen. Ohne Erfolg: Weil er sich rund um Gießen nicht auskannte, fand er seinen Pkw nicht wieder, verließ auf der A45 nahe des Gambacher Kreuzes das Auto seiner Mitfahrgelegenheit und machte sich - zu Fuß auf der Autobahn - auf der Suche nach seinem Wagen.

Auf den 66-Jährigen aus Thüringen wartet nach seiner Aktion auf A5 und A45 rund um Gießen nun ein Bußgeldverfahren wegen Parkens auf der Autobahn. Ein leergefahrenes Fahrzeug wird nämlich rechtlich als vermeidbar und somit nicht als Panne gewertet, wie die Polizei Mittehessen erklärt. Des Weiteren muss der Mann damit rechnen, dass ihm die Kosten des Polizeieinsatzes auferlegt werden. Ein Überqueren der Autobahn, in diesem Fall mindestens zwei Mal geschehen, ist niemals eine Option und stellt eine große und vor allem eine vermeidbare Gefahr, sowohl für sich selbst, als auch für andere Verkehrsteilnehmer dar. (fd)

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