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Die Gaststätte "Mutter Schmidt" ist ein wichtiger Treffpunkt in Kleinlinden. Nun werden neue Pächter für das Lokal gesucht. 

Gastronomie

Gießen: Aus für "Mutter Schmidt" in Kleinlinden - Umzug steht an

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Die Pächter Samuel de Haas und Sascha Homfeld werden das Traditionslokal "Mutter Schmidt" in Kleinlinden nicht weiter betreiben. Sie übernehmen eine neue Gaststätte im Nachbarort.

Die Zahl der Gäste ist hoch, die Auslastung gut und die Resonanz auf das gastronomische Angebot mit gutbürgerlicher Küche sehr positiv. Kurz gesagt: Die Gaststätte "Mutter Schmidt" in Kleinlinden floriert. Trotzdem werden Samuel de Haas und Sascha Homfeld, die seit zweieinhalb Jahren gemeinsam Pächter der "Mutter Schmidt" in Kleinlinden sind und dem Lokal seitdem neues Leben eingehaucht haben, den Pachtvertrag nicht verlängern. Spätestens am 31. März ist Schluss. Seit Ende letzten Jahres werden schon keine neuen Gutscheine mehr für die Gaststätte an der Frankfurter Straße verkauft.

Bereits seit einiger Zeit kursieren in Kleinlinden und darüber hinaus Gerüchte um die "Mutter Schmidt". Das Haus, das die Gaststätte beherbergt, stand in Immobilienportalen zum Verkauf. Auch Anzeigen, dass das Lokal neu zu verpachten ist, gab es. Dies sorgte für Gesprächsstoff bei den "Linnesern", bei Stammgästen sowie bei Kunden aus dem Umkreis.

"Mutter Schmidt": Neue Chance am Flugplatz

Um diesen Gerüchten entgegenzuwirken, sind de Haas und Homfeld, der auch als Betreiber des "Apfelbaums" und des "Klimbim" bekannt ist, nun in die Offensive gegangen. "Es gibt in der Mutter Schmidt einen hohen Renovierungsbedarf. Vor allem die Küche entspricht nicht mehr heutigen Sicherheitsvorschriften. Auch die Toiletten sind veraltet. Zudem gibt es Probleme mit dem Wasserdruck, er ist zu niedrig", zählen die Pächter einige Schwachstellen auf. Ihr Fazit: "Das Gesamt-Erscheinungsbild passt nicht mehr zu der Vorstellung, wie wir Gastronomie betreiben wollen." Der Hauseigentümer sei nicht bereit gewesen, in die notwendige Sanierung zu investieren. Und de Haas und Homfeld können und wollen die Kosten dafür nicht selbst übernehmen, da die Zukunft des Hauses ungeklärt sei und ein Verkauf des Objekts in den nächsten zwei Jahren nicht ausgeschlossen werden könne. Aufgrund dieser Gesamtkonstellation werde man keinen neuen Pachtvertrag eingehen, erklärt das Duo.

Die Zukunft des derzeit neunköpfigen Teams der "Mutter Schmidt", zu dem Köche, Küchenhilfen und Servicekräfte gehören, ist jedoch geklärt: De Haas und Homfeld haben das Angebot bekommen, ihr erfolgreiches Konzept in der Gaststätte "Fliegerklause" am Flugplatz in Lützellinden weiterzuführen - und zwar ab April.

"Mutter Schmidt": Konzept bleibt in Lützellinden gleich

Nach Lützellinden werden sie das Team und das Konzept mitnehmen. Der neue Standort biete auch durch die große Terrasse "interessante Optionen, vor allem für die Ausrichtung von Feiern und Veranstaltungen im Sommer". In der "Mutter Schmidt" fehlte eine größere Außenterrasse.

Wie es nun mit der Gaststätte in Kleinlinden nach dem Rückzug von de Haas und Homfeld weitergeht, ist unklar. Der Besitzer der Immobilie in der Frankfurter Straße 257, Hardy Gänsler, ist derzeit auf der Suche nach geeigneten neuen Pächtern für das Lokal. "Sie müssen aber unbedingt entsprechende Erfahrung haben", sagt Gänsler. Noch hat er nicht die richtigen Partner gefunden. Er sei inzwischen durchaus bereit, in die Sanierung der Gaststätte zu investieren, wenn sich passende Pächter finden. Eine Umwandlung der Gaststätte in Wohnräume sei nicht sein primäres Ziel, sondern nur eine nachrangige Option.

Sollte die "Mutter Schmidt" ab April geschlossen werden müssen, wäre dies das Aus für die letzte alteingesessene Speisegaststätte in Kleinlinden, die 1989 von der damaligen Wirtin Nelli Schmidt so benannt wurde. In dem Gießener Stadtteil würde es dann nur noch den Gyrosgrill "Pegasus", eine Eisdiele und das Bürgerhaus geben.

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