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Gießen: Kein To-Go-Angebot in Mensen – Studentenwerk begründet die Entscheidung

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Von: Lena Karber

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Aktuell sind die Mensen des Studentenwerks Gießen geschlossen.
Normalerweise herrscht hier reger Betrieb, doch in Corona-Zeiten ist alles anders. Aktuell sind die Mensen des Studentenwerks Gießen geschlossen. © Schepp (Archivfoto)

Ein Gießener Student hat zu Beginn der Woche eine Petition gestartet, um zu erreichen, dass die Mensen im Lockdown „Essen-To-Go“ anbieten. Nun bezieht das Studentenwerk Gießen Stellung.

Update, Freitag, 19.03.2021, 12.55 Uhr: 115 Unterstützer haben die Petition eines Gießener Studenten für ein To-Go-Angebot der Mensen des Studentenwerks Gießen bislang online unterschrieben – bei einem Sammelziel von 500 Stimmen. Zudem hat das Studentenwerk Gießen die Entscheidung auf GAZ-Anfrage begründet. Die Hochschulen im Verwaltungsbereich des Gießener Studentenwerks würden den Studierenden aktuell explizit von der Präsenz am Campus abraten, heißt es in der Begründung. Viele Gebäude seien weiterhin geschlossen. Zudem sei die Nachfrage nach „Mensa-Essen-To-Go“ im ersten Lockdown als man als eines der ersten Studentenwerke in Deutschland ein eben solches Angebot eingeführt habe, sehr gering gewesen.

„Für uns war das ein deutliches Zeichen dafür, dass alle Hochschulangehörigen sich ihrer Verantwortung bewusst sind, die Corona-Schutzverordnungen sehr ernst nehmen und nicht unbedingt erforderliche Kontakte vermeiden. Die Pandemie zu bekämpfen, wird eben nur gemeinsam gelingen“, heißt es in der Begründung. Und weiter: „So bitter die Schließung der Mensen auch ist, auch für uns – die Gesundheit von Studierenden ist in unseren Augen das höchste Gut, das wir durch die Entscheidung für die vorübergehende komplette Schließung unbedingt schützen wollen. Wir verfolgen das Infektionsgeschehen und die Vorgaben der Regierung kontinuierlich sehr genau. Sobald es wieder gesetzlich möglich und auch aus Sicht des Infektionsschutzes vertretbar ist, die Mensen zu öffnen, werden wir dies tun – auch wir brennen darauf.“

Kritik am Studentenwerk Gießen: In Marburg oder Kassel gibt es To-Go-Essen

Erstmeldung, Dienstag, 16.03.2021, 15.49 Uhr: Gießen - Seit Dezember befindet sich das Land im zweiten Corona-Lockdown, der auch vor den hessischen Mensen nicht Halt macht: Wie andere Gastronomiebetriebe haben diese seit Monaten für den Verzehr vor Ort geschlossen. Doch das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Studenten auf ihr Mensa-Essen verzichten müssen. Schließlich dürfen Mensen, genauso wie Gaststätten und Co., Speisen und Getränke zur Abholung anbieten – und machen das vielerorts auch. Allerdings nicht in Gießen.

Anders als in Kassel oder in Marburg, wo die Mensen ein To-Go-Angebot eingerichtet haben, gibt es eine solche Möglichkeit für Studenten der Justus-Liebig-Universität und der Technischen Hochschule Mittelhessen im Moment nicht. „Stattdessen lehnt sich das Studentenwerk entspannt zurück und verweist auf die Zeit nach dem Lockdown.“, kritisiert Nils-Christian Seip, der an der Justus Liebig-Universität Gießen Jura studiert. Ihn ärgert das Vorgehen des gemeinnützigen Unternehmens. Schließlich sei die Möglichkeit eines schnellen und preiswerten Mittagessens sei „für das studentische Lernen ein nicht zu unterschätzender Aspekt“.

In seinem Freundeskreis hat Seip die Erfahrung gemacht, dass vielen Studenten das Mensa-Essen sehr fehle, sagt er. „Wenn man viel lernen muss, hat man nicht immer die Zeit, um zu kochen“, erklärt er. Und gleichzeitig fehle es vielen Studenten am nötigen Kleingeld, um sich ständig etwas zu Essen zu bestellen. „Da ist die Mensa eigentlich eine super Alternative“, sagt der 23-Jährige und schiebt nach: „Das Stichwort heißt hier: eigentlich.“

Gießen: Online-Petition für Öffnung der Mensen für To-Go-Angebote gestartet

Bereits vor zwei Wochen hat sich Seip per Mail an das Studentenwerk Gießen gewandt und gefragt, wieso es in Marburg und Kassel Essen-To-Go gibt und in Gießen nicht. Doch mit der Reaktion war der Jura-Student nicht zufrieden. „Da kam nur so eine allgemeine Antwort zurück“, sagt er. Auf die Argumente sei man darin nicht eingegangen. „Die scheinen sich da gar keine Gedanken zu machen“, meint Seip.

Am Montag hat der 23-Jährige deswegen eine Online-Petition gestartet, um Unterschriften für die sofortige Öffnung der Mensen für To-Go-Angebote zu sammeln. Für die Studenten sei die Öffnung von Mensen für To-Go-Angebote sehr wichtig und könne angesichts der erschwerten Studienbedingungen in der Pandemie eine Erleichterung darstellen, sagt er. „Ein warmes Mittagessen aus der Mensa hebt die Lernmoral in Pandemiezeiten erheblich und dient auch der deutlich schwierigeren Organisation eines Tagesablaufs.“

Kein To-Go-Essen aus der Mensa in Gießen: Student kritisiert Studentenwerk

Mensen geschlossen zu halten während andere universitäre Einrichtungen – wie etwa Bibliotheken – geöffnet haben, hält Seip nicht für gerechtfertigt. „Das Infektionsrisiko in einer Bibliothek ist schon aufgrund der deutlich längeren Aufenthaltszeiten dort im Vergleich zu einem Mensa-To-Go-Angebot höher“, schreibt er zu einer Petition.

Dass der Gesundheitsschutz an erster Stelle steht, kann der Student nach eigener Aussage durchaus nachvollziehen. Aber mit einem entsprechenden Hygienekonzept halte sich das Infektionsrisiko bei der Abholung von Speisen in Grenzen. „Gerade deswegen ist es ja erlaubt“, betont der 23-Jährige. „Mit der vollständigen Schließung der Mensen macht das Studentenwerk Gießen es sich zu einfach und berücksichtigt die studentischen Interessen in keinster Weise, obwohl das gerade Aufgabe des Studentenwerks ist“, fasst er seine Kritik zusammen.

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