Die Polizei soll helfen, in Gießen und Umgebung die Ausgangssperre zu kontrollieren. (Symbolbild)
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Die Polizei soll helfen, in Gießen und Umgebung die Ausgangssperre zu kontrollieren. (Symbolbild)

Corona

Ausgangssperre in Gießen: Verstöße in der Stadt - Landkreis will durchgreifen

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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In der ersten Nacht gab es etliche Verstöße gegen die Ausgangssperre in Gießen. Geht das so weiter? Das werden künftige Kontrolle zeigen.

Update vom Montag, 14.12.2020, 18:30 Uhr: Der Landkreis Gießen hat verschärfte Kontrollen der Ausgangssperre angekündigt. Die Polizei wird das Ordnungs- und Gesundheitsamt in den kommenden Tagen dabei unterstützen. Laut Pressemitteilung solle nicht nur die Ausgangsbeschränkung, die zwischen 21 und 5 Uhr gilt, sondern auch das öffentliche Alkoholverbot überprüft werden. Die Polizei deutet jedoch an, vorerst kulant sein zu wollen. Sie setze auf „einen kommunikativen Ansatz“ und baue „in Gesprächen auf Einsicht und das Verantwortungsbewusstsein“. Wo die Beamten jedoch auf „Unverständnis und Ignoranz“ träfen, würden die Kollegen „konsequent einschreiten“ und Regelverstöße ahnden.

Corona in Gießen: Erste Bilanz zur Ausgangssperre - Party muss aufgelöst werden

Erstmeldung vom Sonntag, 13.12.2020, 15:47 Uhr: Gießen – Die erste richtig stille Nacht in Gießen war gar nicht so still. Seit Sonntag, 0 Uhr, gilt im gesamten Landkreis und damit auch in der Stadt eine Ausgangssperre. Bei einem ersten Rundgang trafen drei Streifen der Ordnungspolizei insgesamt 88 Menschen an. 54 von ihnen bekamen von den Beamten nur die Leviten gelesen. Beim nächsten Mal jedoch wird’s teuer.

Weil die 7-Tage-Inzidenz im Kreisgebiet am Freitag (11.12.2020) bereits zum dritten Mal über 200 lag, trat die neue Allgemeinverfügung des Landkreises Gießen in Kraft. Und auch am Samstag meldete der Landkreis einen Wert von 250,6 (Freitag: 231,6). Damit einher geht ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit auch tagsüber, zusätzlicher Infektionsschutz in den Schulen ab Klasse acht und eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Die kann erst wieder aufgehoben werden, wenn die 7-Tage-Inzidenz an fünf Tagen hintereinander wieder unter die Marke 200 fällt.

Gießen: Ordnungspolizisten kontrollieren Ausgangssperre

Auftrag der Ordnungspolizisten war es, in der Kernstadt zu sondieren, ob sich die Menschen an die Ausgangssperre halten und sich außerhalb ihrer Wohnungen aufhalten. Die Streifen sollten einzelne Kontrollpunkte anfahren und diejenigen anzusprechen, die draußen unterwegs waren. Die Nachtschwärmer sollten über die Ausgangssperre informiert und dann zur Rückkehr in die eigene Wohnung aufgefordert werden. »Hierbei ging es zunächst nur um Ansprache und Information, noch nicht um ein bußgeldbewehrtes Eingreifen«, betont Stadt-Sprecherin Claudia Boje.

Bei den Kontrollen in der Nacht trafen die Ordnungspolizisten 88 Menschen an. Nur drei von ihnen hatten einen gewichtigen Grund. Laut Allgemeinverfügung des Landkreises Gießen sind das Personen, die beispielsweise dienstlich unterwegs sind, Tiere versorgen oder medizinische Dienste in Anspruch nehmen müssen. 29 Kontrollierte waren laut Stadt auf dem Weg nach Hause und zwei Personen waren aus sogenannten »unerheblichen Gründen« im Freien: Sie haben geraucht. Die übrigen 54 Menschen, die nach Mitternacht unterwegs waren, belehrten die Ordnungspolizisten.

In Gießen: Party aufgelöst

Zwei Begegnungen waren dabei besonders erwähnenswert: Eine Streife entdeckte in einem Haus eine Party, die nicht den Corona-Vorgaben entsprach. Die Feier lösten die Ordnungspolizisten auf. Außerdem bat die Polizei um 0.40 Uhr die Kollegen von der Stadt, einer Meldung nachzugehen, wonach Jugendliche auf dem Gelände der Herderschule Lärm machen würden. Die Beamten trafen auf vier Jugendliche, von denen zwei flüchteten. Die anderen Nachtschwärmer hätten sich nicht ausweisen können oder wollen, teilt die Stadt mit. Außerdem seien sie stark betrunken gewesen. Nachdem die Situation beinahe eskaliert sei, habe die hinzugerufene Polizei das Duo kurzzeitig in Gewahrsam genommen und dann den Eltern übergeben.

Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Neidel teilt am Sonntag mit, die große Mehrheit der Gießener Bevölkerung habe sich offensichtlich an die neuen Vorschriften der aktuellen Allgemeinverfügung des Landkreises Gießen auch hinsichtlich des Ausgehverbotes gehalten. »Das lässt darauf hoffen«, betont Neidel, »dass die Maßnahmen zusammen mit den zwischen Bund und Ländern beschlossenen harten Verschärfungen dazu führen, dass auch in Gießen die Infektionszahlen zurückgehen.«

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