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Umgestaltung

Gießen macht zwei Parkflächen zu Grünzonen

  • Burkhard Möller
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Die Stadt Gießen will zwei Bereiche vor dem Botanischen Garten und vor dem ehemaligen Finanzamt von Parkflächen zu begrünten Bereichen umgestalten.

Gießen(mö). "Ein Platz oder Stadtplatz ist im städtebaulichen Kontext eine in der Regel von Gebäuden umbaute freie Fläche in Städten. Plätze sind häufig Brennpunkte des öffentlichen Lebens in der Stadt." So definiert das Internet-Lexikon Wikipedia den Begriff "Platz". Nicht nur in Gießen werden einige Plätze wie der Linden- oder Brandplatz die meiste Zeit zum Abstellen von Autos genutzt.

An zwei Stellen in der Innenstadt soll sich das in den nächsten Jahren ändern: vor dem Eingang zum Botanischen Garten am Kanzleiberg und vor dem früheren Finanzamt in der Goethestraße, das seit einigen Jahren als Erwin-Stein-Haus von der Universität genutzt wird.

Zu diesem Zweck führt die Stadt eine Bürgerbeteiligung auf ihrer Beteiligungsplattform www.giessen-direkt.de durch. Beide Gestaltungsmaßnahmen sind Maßnahmenvorschläge aus dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) "Grüner Anlagenring Innenstadt", das letztes Jahr von Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde.

Bürger sollen Vorschläge machen

Die Bereiche sind fast komplett versiegelt und erfüllen bislang vorrangig Verkehrsanforderungen. "Ziel ist die Attraktivierung der Platzbereiche mit einer Verbesserung der Grünausstattung bei einer Reduzierung der vorhandenen Stellplätze", heißt es dem Aufruf der Stadt, sich mit Vorschlägen zu beteiligen. Die Gießener sollen ihre Ideen zur Platzgestaltung bis um 14. September abgeben. Hierzu können auch Luftbilder und Katasterpläne heruntergeladen, ausgedruckt bzw. grafisch bearbeitet und dem Stadtplanungsamt zurück geschickt werden.

Die Ergebnisse der Beteiligung werden in das weitere Auftragsverfahren zur konkreten Umgestaltung der Plätze eingehen.

Im Maßnahmenkatalog des Projekt "Grüner Anlagenring" sind für die Umgestaltung des Platzes vor dem Eingang des Botanischen Gartens 150 000 Euro vorgesehen. Laut dem Zeitplan sollte diese Verschöneerung schon in diesem Jahre starten. Dagegen sollen die Arbeiten zur Aufwertung des "Platzes vor dem Studierendensekretariat" an der Ecke Goethestraße/Stephanstraße/Lessingstraße erst 2022 beginnen. Hier sind 400 000 Euro vorgesehen, denn der Bereich ist deutlich größer als der kleine Vorplatz des Eingangs zum Botanischen Garten. An beiden Orten könnten jeweils etwa fünf bis sieben Parkplätze wegfallen.

Fast 30 Maßnahmen, um die fast 100 Hektar Innenstadt am und innerhalb des Anlagenrings grüner zu machen, enthält das langfristig angelegte Stadtentwicklungskonzept "Grüner Anlagenring".

Zankapfel Brandplatz

Auch Plätze wie der am Kennedyplatz vor der Arbeitsagentur, vor dem Hotel am Ludwigsplatz oder vor der Kongresshalle finden sich in der Liste der Projekte. Auch der Brandplatz ist dabei, dessen Umgestaltung aber zum Zankapfel innerhalb der Stadtkoalition aus SPD, CDU und Grünen wurde. Bürgermeister und Planungsdezernent Peter Neidel (CDU) kann sich eine Begrünung des Platzes und den Wegfall der Parkplätze vorstellen, wenn Ersatz in Form einer Tiefgarage geschaffen würde. Die indes lehnen SPD und Grüne ab. Eine Entscheidung über den Brandplatz soll das neue Stadtparlament treffen.

Zum "Grünen Anlagenring", für dessen Umsetzung die Stadt Zuschüsse in Millionenhöhe aus einem Bundesprogramm erwartet, können übrigens auch Innenstadtbewohner etwas beitragen. Es gibt seit dem Frühsommer eine "Kommunale Richtlinie zur Anreizförderung privater Eigentümer zum Zwecke von Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen". Eigentümer von Grundstücken in der Innenstadt sollen motiviert werden, Grundstücke, Wohnungen oder Pachtgebäude grüner zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise der Aufbruch von versiegelten Flächen, die Anlage von Blühwiesenstreifen, Sträuchern, Hecken oder Bäumen sowie Dach- bzw. Fassadenbegrünungen. Pro Maßnahme gibt es da bis zu 10 000 Euro .

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