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Freuen sich über das Geschäft (v. l.). Karl-Heinz Redant, Kai Laumann, Hauke Weller, Matthias Möhl und Stephan Faber. FOTO: CHH

Hotel und studentisches Wohnen

Gießen: Kai Laumann verkauft Haarlem-Areal

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Das Haarlem-Areal an der Schanzenstraße wechselt den Besitzer. Kai Laumann verkauft Grundstück und Projekt an Faber&Schnepp. An den Plänen ändert sich nichts.

Matthias Möhl zückt den Zollstock und misst zwei Meter ab. "Sicherheitsabstand." Das bringt nicht nur seine Kollegen Karl-Heinz Redant und Stephan Faber von Faber&Schnepp zum Lachen, sondern auch Kai Laumann und dessen Geschäftspartner Hauke Weller. Die gute Laune hat aber einen anderen Grund: Die am Biergarten des einstigen Musikkellers Haarlem stehende Gruppe hat ein Geschäft abgeschlossen. Ein gutes, wie Weller betont: "Das ist eine win-win-Situation."

Laumann und Weller verkaufen das Areal an der Schanzenstraße an Faber&Schnepp. "Für so einen komplizierten Tiefbau haben wir nicht das Personal", erklärt Laumann die Entscheidung. Seine Kernkompetenz liege zudem in der Entwicklung von Grundstücken, worauf er sich auch weiterhin konzentrieren wolle. Schon jetzt gebe es viele weitere Projekte, die er zusammen mit Weller angehen wolle. "Das würde aber nicht funktionieren, da das Haarlem-Projekt sehr aufwendig umzusetzen ist."

Laumann und Weller verkaufen das gesamte Projekt inklusive Grundstück, Baugenehmigung und Mietvertrag mit dem Hotelbetreiber. An dem Vorhaben selbst wird sich nichts ändern. Auf dem gut 1500 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Hotel mit 94 Zimmern entstehen, das von der französischen Kette B&B betrieben wird. Außerdem ist der Bau eines Hauses geplant, in dem studentischen Wohnen realisiert werden soll.

Faber&Schnepp-Geschäftsführer Redant nennt das Vorhaben "einen interessanten Bauauftrag", der das "ingenieurstechnische Herz" höher schlagen lasse. Er schmunzelt bei dieser Formulierung, schließlich ist das Projekt vor allem eins: kompliziert.

Bauzeit von 16 Monate

In der Tiefe muss das Grundwasser abgesenkt werden, die Relikte der Tankstelle liegen noch unter der Erde, der Kampfmittelräumdienst wird das Gelände untersuchen und wenn die Verantwortlichen Pech haben, stoßen sie bei den Ausgrabungen noch auf archäologische Reste aus dem alten Gießen.

"Abgesehen davon ist der Zeitplan sehr sportlich", betont Redant. Sobald der Fördermittelvertrag unterschrieben sei, gehe es los. "Dann haben wir 16 Monate Zeit. Dann muss das Hotel stehen. Das ist vertraglich festgehalten."

Das Gebäude für studentisches Wohnen soll dann ebenfalls fertiggestellt sein. Laut Laumann sind vier Wohneinheiten geplant, in der jeweils fünf bis sechs Studenten leben können. Für dieses Vorhaben habe man sich auch mit den Nachbarn, der Familie Shoberi, geeinigt. "Wir bekommen eine Baulast auf dem Nachbargrundstück, damit wir das Studentenhaus so bauen können, wie es das städtebauliche Prinzip vorsieht." Im Gegenzug erhalte Shoberi ein kleines Stück vom Haarlem-Areal, um seinen Neubau realisieren zu können.

Das kommt auch Faber&Schnepp zugute. Redant betont: "Wir freuen uns auf das Projekt."

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