Das Ende der Gießener Lahnstraße im Zuge der umgebauten Bahnunterführung soll um einen ganzen Meter tiefergelegt und auf elf Meter verbreitert werden.
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Das Ende der Gießener Lahnstraße im Zuge der umgebauten Bahnunterführung soll um einen ganzen Meter tiefergelegt und auf elf Meter verbreitert werden.

Stress für Autofahrer

Gießen: Lahnstraße schon wieder für lange Zeit gesperrt

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Die Lahnstraße soll kein Nadelöhr mehr sein und für Reisebusse und große Lkw passierbar werden. Wohl ab September muss sie daher wieder gesperrt werden - bis zum Frühjahr 2021.

Der große Müllcontainer quoll über, um ihn herum lagen am Wochenende etliche prall gefüllte Abfallsäcke. Der Zustand des provisorischen Haltepunkts für Fernbusse am Autobahnzubringer Licher Straße ist ein Dauerärgernis. Wie lange sich die städtische Müllabfuhr damit noch herumschlagen muss, hängt auch davon ab, wie es mit zwei Bauprojekten im Südwesten der Stadt vorangeht. Denn erst, wenn die Lahnstraße auch von Süden her von Reisebussen angesteuert werden kann, macht der geplante Fernbusbahnhof auf der Westseite des Zugbahnhofs einen Sinn. Laut Tiefbauamt soll es mit den Arbeiten rund um die im vergangenen Jahr umgebaute erste Bahnunterführung weitergehen. Die Restarbeiten könnten sich laut einer Ausschreibung bis April 2021 hinziehen. »Die Bauarbeiten können nur unter Vollsperrung durchgeführt werden«, erklärt Stadtsprecherin Claudia Boje.

Gießen: Durchfahrthöhe an Lahnstraße bei 4,50 Meter

Die anstehenden Anschlussarbeiten sind laut Boje Leitungserneuerungen der Stadtwerke und der Mittelhessischen Wasserbetriebe sowie Straßenbauarbeiten von der Frankfurter Straße bis hinter die erste der beiden Bahnbrücken, die im vergangenen Jahr von der Bahn neu aufgebaut worden war. Die Arbeiten im Umfeld sollten sich eigentlich im Frühjahr anschließen, aber es kam zu einer Verzögerung.

Für das Ziel, das Nadelöhr am südlichen Ende der Lahnstraße aufzulösen, sind die Straßenbauarbeiten bedeutsam. Denn erst danach wird die Brücke eine Durchfahrtshöhe von 4,50 Meter haben und könnte von modernen Reisebussen durchquert werden. Bislang war sie nur für den Auto-, Radfahrer- und Fußgängerverkehr freigegeben, nicht jedoch für schwere Lkw und Busse. Denn die Durchfahrtshöhe ist weiterhin auf 3,50 Meter beschränkt.

Ursprünglich war geplant gewesen, die Straßenbauarbeiten direkt im Anschluss an die Brückensanierung im vergangenen Herbst durchzuführen. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten hatte die Bahn aber große Umplanungen vornehmen müssen. Daraufhin hatte auch die Stadt ihre Straßenplanung komplett neu angepasst. Dies führte dazu, dass die Maßnahme nicht nahtlos an den Brückenbau angeschlossen werden konnte. Aus der halbjährigen wurde nun eine ganzjährige Verschiebung.

Lahnstraße Gießen: Zweite Brücke kommt in 2023 dran

Während die Arbeiten an der in Richtung Kleinlinden gelegenen Brücke also im kommenden Frühjahr endgültig abgeschlossen sein sollen, beschäftigen sich die Planer schon mit dem zweiten Bauwerk, das einige Meter weiter unten verläuft. Die Arbeiten an dieser Brücke werden laut Bahn nicht so aufwendig verlaufen. Da es hier weniger Zugverkehr gibt, müssen zum Beispiel keine Hilfsbrücken eingebaut werden, erklärte der Bauleiter im vergangenen September, als die Durchfahrt der vorderen Brücke freigegeben wurde. Die zweite Brücke soll voraussichtlich 2023 erneuert, die Durchfahrt ebenfalls um einen Meter erhöht und auf elf Meter verbreitert werden.

Bedeutung hat die Beseitigung des Engpasses vor allem für den Busbahnhof. Fernbusse, die Gießen aus Richtung Frankfurt über die Autobahn ansteuern, könnten dann einen direkten Weg nehmen. Das gilt auch für den Lkw-Verkehr zu den Betrieben in der Lahnstraße. Daher verspricht sich die Stadt von der Beseitigung des Nadelöhrs auch eine Entlastung der Frankfurter Straße und der Klinikstraße vom Schwerverkehr.

Das alles lassen sich die Projektbeteiligten einiges kosten. Allein für die erste Brücke waren 8,5 Millionen Euro veranschlagt worden, die sich Bahn, Stadt und Land Hessen teilen.

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