1. Gießener Allgemeine
  2. Gießen

Familienvater tot nach Aufprall auf Bus: Gießener Polizei sieht keinen Unfallschwerpunkt

Erstellt:

Von: Kays Al-Khanak

Kommentare

Vor etwa einer Woche stirbt ein 35-jähriger Motorradfahrer auf der Allendorfer Straße in Gießen. Jetzt läuft die Aufarbeitung des Falls.

Gießen - Viele Grabkerzen, ein Kreuz, Blumen und Luftballons an der Allendorfer Straße in Gießen-Kleinlinden erinnern an den 35 Jahre alten Motorradfahrer, der am Montagmorgen, 12. September, nach einem Zusammenstoß mit einem Linienbus noch an der Unfallstelle verstorben ist. Wie es zum folgenschweren Aufprall kommen konnte, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Wie die Polizei auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, beschäftigt sich aktuell ein Sachverständiger mit dieser Frage. Das Gutachten werde etwa nach zwei bis vier Wochen der Polizei vorliegen. Die Staatsanwaltschaft Gießen untersucht im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens »die Verschuldensfrage der Beteiligten«, teilt Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger mit - und verweist ebenfalls auf das Sachverständigengutachten, auf Vernehmungen und die Obduktion. Weitere Angaben könnten erst nach Abschluss der Ermittlungen gemacht werden, betont Hauburger.

Tödlicher Unfall in Gießen: Notfallseelsorger kümmern sich um Schüler

Der Unfall hatte sich am Montag gegen 7.30 Uhr auf Höhe der Bushaltestelle Brüder-Grimm-Schule Süd ereignet. Zu diesem Zeitpunkt lag Nebel über der Allendorfer Straße in Gießen. Der Familienvater stieß dort mit dem von Allendorf kommenden Gelenkbus zusammen. Vor allem im vorderen Mittelbereich des Fahrzeugs finden sich schwere Schäden. Durch den Aufprall zerbarsten eine der Ausstiegstüren sowie ein großes Seitenfenster.

An der Allendorfer Straße erinnern ein Kreuz, Luftballons, Blumen und Grablichter an den Verstorbenen.
An der Allendorfer Straße erinnern ein Kreuz, Luftballons, Blumen und Grablichter an den Verstorbenen. © Oliver Schepp

Der Busfahrer musste mit einem Schock, ein 40 Jahre alter Fahrgast mit Schnittverletzungen behandelt werden. Für die Angehörigen des Motorradfahrers, die kurz nach dem Zusammenstoß vor Ort waren, standen mehrere Notfallseelsorger bereit; diese kümmerten sich außerdem zusammen mit Schulpsychologen auch um die betroffenen Schülerinnen und Schüler.

Allendorfer Straße in Gießen: Kein Unfallschwerpunkt auszumachen

Dass von Allendorf kommende Busse in der Allendorfer Straße die Gegenfahrbahn überqueren müssen, um die Bushaltestelle anzusteuern, hat seit Beginn der elektronischen polizeilichen Unfallaufzeichnung im Jahr 2006 noch zu keinem Verkehrsunfall geführt, teilt die Polizei Gießen auf Anfrage dieser Zeitung mit. Damit, betont Polizeisprecher Guido Rehr, stelle dieser Bereich keinen Unfallschwerpunkt dar.

Insgesamt habe es an dieser Stelle der Allendorfer Straße im Gießener Stadtteil seit 2006 zwei Verkehrsunfälle gegeben, sagt Rehr weiter: im Jahr 2015 einen Auffahrunfall mit anschließender Unfallflucht sowie einen weiteren Unfall im Jahr 2016, als ein Hund auf die Fahrbahn lief und von einem Fahrzeug tödlich erfasst wurde. (khn)

Auch interessant

Kommentare