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Die "Woscht Anna" sucht einen neuen Standort.

Nach Kündigung

"Woscht Anna": Zukunft gesichert! Neuer Platz ist gefunden

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Metzger Carlos Zach-Zach aus Gießen muss seine "Woscht Anna" auf dem Blecher-Areal im Januar räumen. Nun gibt es Entwarnung. 

Update, 2. Januar 2020: Die Kunden der "Woscht-Anna" dürfen aufatmen: Die Suche nach einem neuen Standort ist von Erfolg gekrönt worden. Wie Betreiber Carlos Zach-Zach am Donnerstag bestätigte, wird der Verkaufswagen künftig auf dem Parkplatz des Stadtwerke-Badezentrums Ringallee stehen. "Ich kann ihn auf den vorderen Wohnmobil-Parkplatz zur Straße hin aufstellen", sagte Zach-Zach nach einem Gespräch mit Bürgermeister Peter Neidel, der den Kontakt zu den Stadtwerken hergestellt hatte. 

Gießen: "Woscht Anna" zieht an die Ringallee

Für Zach-Zach hat der Standort den Vorteil, dass er den Wagen dort dauerhaft stehen lassen kann und das Fahrzeug nicht jeden Abend weggefahren werden muss. Außerdem ist der Standort auch für die motorisierte Kundschaft günstig gelegen. Wann genau der Imbiss von der Ostanlage an die Ringallee umziehen kann, steht noch nicht fest, da Zach-Zach zunächst einen Bauantrag stellen muss. Carlos Zach-Zach dankte jedenfalls SWG-Vorstand Matthias Funk und Bürgermeister Neidel für die Unterstützung. 

Da auf dem sogenannten Blecher-Gelände an der Ostanlage ein Neubau entsteht, ist für die "Woscht-Anna" dort kein Platz mehr. Deren Kunden werden sich auf dem asphaltierten Parkplatz am neuen Standort Ringallee künftig auch keine dreckigen Schuhe mehr holen.

Erstmeldung, 4. November 2019: Der "Woscht Anna" droht das Aus. "Wir müssen unseren Standort im Januar verlassen und wissen nicht, wohin. Ich bin nicht sicher, dass es weitergeht", sagt Carlos Zach-Zach. Seit Ende 2010 betreibt er gemeinsam mit seinem Bruder Maurice neben der Metzgerei Zach und dem Gasthaus "Hawwerkasten" am Landgraf-Philipp-Platz auch die traditionsreiche Wurstbude auf dem Blecher-Areal an der Ecke Ostanlage/Moltkestraße. Doch nun kommt das Ende schneller als erwartet. "Wir haben damit gerechnet, dass wir den Parkplatz mal verlassen müssen, dass es aber so schnell geht, ist schon überraschend. Wir hatten uns einen längeren Vorlauf erhofft", sagt Carlos Zach-Zach.

Gießen: "Woscht Anna" muss Standort verlassen

Der Grund für die Kündigung des Standortes ist, dass auf dem Grundstück mit der Adresse Ostanlage 29/31 demnächst Abriss- und Bauarbeiten beginnen werden. Dem Vernehmen nach soll ein mehrstöckiges Büro- und Verwaltungsgebäude entstehen. Bauherr ist Gründstückseigentümer Ulrich Blecher. Zuletzt hatte die Stadt Gießen Interesse angemeldet, mit dem Jugendamt in den Neubau einziehen zu wollen.

In dem Doppelgebäude war früher der Elektrogroßhandel Gustav Blecher beherbergt, der hatte das Domizil aber schon 1988 verlassen. Danach war dort die Bauaufsicht aus dem benachbarten Landratsamt ansässig. Die war 2009 ausgezogen. Seitdem steht das Anwesen leer. In den Fokus der Öffentlichkeit geriet es zuletzt im Sommer 2018, als Aktivisten die Gebäude kurzzeitig besetzt hatten.

Gießen: Zukunft von "Woscht Anna" fraglich

Die Zach-Zachs hatten den Betrieb 2010 von Ursula Becker übernommen, die die Wurstbude zuvor Jahrzehnte lang geleitet hatte. Wenn in Gießen aber von "Woscht Anna" die Rede ist, kommen zwangsläufig Erinnerungen an die 50er Jahre auf, als Anna Tributh ihre Würstchen zunächst auf dem Kirchenplatz, später vor dem Stadttheater und am Brandplatz verkaufte. Der Stand war damals bis vier Uhr nachts geöffnet und ein Treffpunkt aller Schichten. 1992 ging die Berlinerin Tributh in Rente, später fand ihre frühere Angestellte Becker hinter dem seinerzeit noch existierenden Stadthaus eine neue Bleibe für den Bratwurstwagen.

Ob die lange Tradition der "Woscht Anna" in Gießen nun weitergeht, hängt davon ab, ob die Zach-Zachs einen neuen Standplatz finden. "Wer uns einen Ort verschafft, bekommt von mir ein Jahr lang seine Bratwurst umsonst", sagt Carlos Zach-Zach.

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