Wie und wann ihre Schützlinge auf Corona getestet werden, können Kitas in Gießen eigenständig entscheiden. (Symbolbild)
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Wie und wann ihre Schützlinge auf Corona getestet werden, können Kitas in Gießen eigenständig entscheiden. (Symbolbild)

Kindertagesstätten

Gießener Kitas entscheiden selbst über Corona-Tests – Impf-Umfrage abgebrochen

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Eine stadtweite „Teststrategie“, die im Gespräch war, ist schon wieder vom Tisch. Und: Es gibt keine Erkenntnisse über die Impfquote beim Gießener Kita-Personal.

Gießen – Die Kindertagesstätten in Gießen können weiterhin selbst entscheiden, wie sie das Thema Corona-Tests handhaben. Dies hat am Montagabend (20.09.2021) der parlamentarische Hauptausschuss mit großer Mehrheit entschieden und damit einen Beschluss des Sozialausschusses aus der vergangenen Woche eingefangen.

Für eine stadtweite »Corona-Teststrategie«, für die sich die Fraktion Gigg/Volt in einem Antrag ausgesprochen hatte, der im Sozialausschuss überraschenderweise eine Mehrheit gefunden hatte, gebe es keine Rechtsgrundlage, erläuterte der Stadtverordnete Klaus-Dieter Grothe (Grüne), der auch den städtischen Jugendhilfeausschuss leitet.

Der Vorstoß von Gigg/Volt sei »ehrenwert, aber überflüssig«, erklärte Grothe. Er verwies darauf, dass jeder Test ein »medizinischer Eingriff« sei, der bei kleinen Kindern, die nicht immer stillhielten, zu Verletzungen führen könnte. Auch vor diesem Hintergrund wehrten sich die Freien Träger von Betreuungseinrichtungen »mit Händen und Füßen« gegen Vorgaben von oben. »Jede Kita hat beim Umgang mit dem Thema Testen ihre eigene Strategie. Daran sollten wir nichts ändern«, sagte Grothe.

Corona-Impfungen beim Kita-Personal: Reservierte Reaktion auf Umfrage-Idee

Gigg/Volt hatte beantragt, dass die Stadt für Kinder, die eine Kita in Gießen besuchen, ein Angebot mit mindestens zwei Tests pro Woche vorhält, vorausgesetzt, es liegen Einverständniserklärungen der Eltern vor. Wie die genauen Modalitäten dieser einheitlichen »Teststrategie« aussehen könnten, hatte die Fraktion Gigg/Volt offengelassen.

Grothe sagte unter Beifall, dass man sich solche Debatten ersparen könnte, »wenn alle Erzieher/innen und Eltern geimpft wären«. Damit sprach der Grünen-Politiker ein heikles Thema an. So liegen der Stadt offensichtlich keine Erkenntnisse über die Impfquote beim Kita-Personal vor. Den Versuch einer Umfrage unter den Kita-Trägern, nachdem es vor Monaten eine Presseanfrage zur Impfbereitschaft unter dem Personal gegeben hatte, habe sie abgebrochen, da die Träger sehr reserviert reagiert hätten, berichtete Jugenddezernentin Gerda Weigel-Greilich (Grüne). Für diese Zurückhaltung der Träger habe sie Verständnis. Die Impfbereitschaft beim Personal von Trägern bzw. einzelnen Kitas könne man »nicht auf dem offenen Markt kommunizieren«, erklärte Weigel-Greilich. Ihres Wissens nach würden sehr viele Kinder von den Eltern regelmäßig zu Hause getestet.

Corona-Testungen gezielt in Gießener Kita eingesetzt

Auf den Hinweis von Dominik Erb (FDP), eine Strategie könne auch darin bestehen, den Eltern pro Woche zwei Lolly-Tests mit nach Hause zu geben, antwortete Grothe, dass diese Möglichkeit bereits bestehe.

Unterstützend in diesem Sinne war die Stadt zuletzt in Lützellinden tätig geworden, nachdem es in der Kita »Wilde 13« zu einem Corona-Ausbruch gekommen war. Der Elternbeirat hatte die Stadt gebeten, dass in der Kita für eine gewisse Zeit gezielt getestet wird.

Für den Antrag von Gigg/Volt stimmte letztlich nur noch die antragstellende Fraktion, alle anderen stimmten dagegen oder enthielten sich. Im Sozialausschusss hatte der Antrag auch deshalb eine Mehrheit gefunden, weil die Koalitionsfraktionen Grüne, SPD und Gießener Linke keine einheitliche Linie zu dem Antrag gefunden hatten. (mö)

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