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Bereits um 11 Uhr startet eine Demonstration unter dem Motto "Gegen Faschismus, Armut, Krieg und Krise", die durch die Innenstadt führen soll.

Demonstration

Großer Demo-Samstag steht an: Kehrtwende nach Verbot von Kiffer-Demo in Gießen

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Rund 40 Organisationen wollen am Samstagmittag in Gießen unter dem Motto "Gießen bleibt bunt" ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Doch nicht nur das. 

  • Zahlreiche Organisationen demonstrieren am Samstag in Gießen
  • "Gießen bleibt bunt" und "Gießen kifft gegen Rechts"
  • Bereits um 11 Uhr geht's mit erster Demo am Bahnhof los

Update, 14.2.2020: Die von der Stadt Gießen zunächst verbotene Demonstration "Gießen kifft gegen Rechts" kann nun doch am Samstag stattfinden. Wie die Stadt bestätigte, hatte der Anmelder am Freitag bei der städtischen Versammlungsbehörde Widerspruch gegen das Verbot eingelegt und einen Eilantrag beim Gießener Verwaltungsgericht gestellt. Das musste sich mit dem Antrag aber nicht befassen, weil Stadt und der Anmelder der Demonstration eine Vereinbarung trafen.

Danach kann die Veranstaltung, die um elf Uhr am Unihauptgebäude beginnen soll, durchgeführt werden, aber es darf während der Demonstration die verbotene Droge Cannabis nicht geraucht werden. Es sei denn, der Konsument verfügt über ein ärtzliches Attest. Die Stadt hatte die Demo verboten, weil ein öffentliches "Smoke-In" angekündigt worden war.

Gießen: Rund 40 Organisationen bei Demos am Samstag

Die Veranstalter kündigten auf ihrer Facebook-Seite an, zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Demonstration für die Freigabe von Cannabis in Gießen durchzuführen.

Wie mehrfach berichtet, soll ab 13 Uhr am Samstag auf dem Vorplatz des Unihauptgebäudes eine große Kundgebung unter dem Motto "Gießen bleibt bunt – gemeinsam gegen Rechts" stattfinden. Zu ihr haben rund 40 Organisationen aufgerufen. Ab elf Uhr zieht zudem eine weitere Demo vom Bahnhof durch die Stadt zum Unihauptgebäude. Diese beiden Versammlungen waren bereits im vergangenen Jahr geplant worden, nachdem ein Neonazi für Samstag eine Demo in Gießen angemeldet hatte, die er später absagte.

Gießen: Unter Motto "Gießen bleibt bunt" Zeichen gegen Rechtsextremismus

Erstmeldung, 13.2.2020: Rund 40 Gießener Organisationen wollen am Samstagmittag unter dem Motto "Gießen bleibt bunt" ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Nach den Ereignissen in Thüringen hat die Kundgebung aus Sicht der Veranstalter an Aktualität gewonnen. "Jetzt haben wir einen Grund mehr, Flagge zu zeigen", sagt Desiree Becker vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität.

Die Kundgebung war bereits Ende vergangenen Jahres geplant worden, weil ein Rechtsextremist aus Sachsen bei der Versammlungsbehörde für den 15. Februar eine Demonstration angemeldet hatte, die er aber vor einigen Wochen absagte.

Obwohl die Organisatoren mit mehreren hundert Teilnehmern rechnen, wird Gießen als Schauplatz übermorgen im Schatten einiger Großdemos stehen. In Dresden werden wohl Tausende gegen einen "Trauermarsch" der rechtsextremen Szene demonstrieren. Anlass ist der 75. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomberverbände.

Gießen: "Gießen bleibt bunt - gemeinsam gegen Rechts"

Hinzugekommen ist nun eine große Demo in Erfurt, zu der der DGB aufgerufen hat. Der Gewerkschaftsbund in Mittelhessen hat Busfahrten in die Landeshauptstadt von Thüringen organisiert. "Der DGB wird unsere Veranstaltung in Gießen aber weiter unterstützen", sagte Becker.

Zur Kundgebung "Gießen bleibt bunt - gemeinsam gegen Rechts", die um 13 Uhr auf dem Platz vor dem Unihauptgebäude in der Ludwigstraße beginnt, haben neben dem Uni-AStA u.a. die im Stadtparlament vertretenen Parteien SPD, Grüne und Linke samt Jugendorganisationen aufgerufen, ebenso Partnerschaftsvereine sowie die Jüdische Gemeinde, die beiden Gießener Ausländerbeiräte, die Seebrücke, der Verein Lebenswertes Gießen, der Stadtschülerrat, Verkehrswende-Initiativen und die Omas gegen Rechts.

Gießen: Stadt verbietet Kiffer-Demo

Bereits um 11 Uhr startet am Bahnhofsvorplatz eine Demonstration unter dem Motto "Gegen Faschismus, Armut, Krieg und Krise", die durch die Innenstadt führen und gegen 13 Uhr am Univorplatz enden soll. 

Veranstalter ist das neugegründete Bündnis "Antfaschistische Basis Gießen". Es widerspricht einem ersten Vorschaubericht der GAZ, in dem von einer "linksautonomen" Gruppe die Rede war. Diese Einordnung sei "falsch". Der Einladung zur Demo seien aktive Gewerkschafter, Kollegen aus unterschiedlichsten Betrieben der Region, Studierende der Uni, Bewohner des Mehrgenerationenhauses sowie Aktive aus der Umweltbewegung und Antikriegsbewegung gefolgt. Zwischen den Organisatoren beider Veranstaltungen habe es von Anfang Kontakte und Absprachen gegeben, heißt es in einer Erklärung der Demo-Organisatoren.

Eine dritte Veranstaltung ist von der Stadt untersagt worden. Eine Gruppe wollte unter dem Motto "Gießen kifft gegen Rechts" vom Hauptgebäude durch die Stadt ziehen. Weil u.a. ein öffentliches "Smoke-In" mit der verbotenen Droge Cannabis auf dem Univorplatz angekündigt worden war, untersagte die Stadt die Demo. Ein von den Veranstaltern angekündigter Eilantrag ist beim Verwaltungsgericht bislang nicht eingegangen.

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