Die Kate-Wiese erlebt einen größeren Andrang, seitdem ein Alkoholverbot vor dem Uni-Hauptgebäude durchgesetzt wird.
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Die Kate-Wiese erlebt einen größeren Andrang, seitdem ein Alkoholverbot vor dem Uni-Hauptgebäude durchgesetzt wird.

Partys in Gießen

Gießen: Ärger um nächtliche Partys in der Innenstadt

Die abendliche Feierei auf dem Uni-Vorplatz in Gießen ist Vergangenheit. Eine Alternative ist gefunden. Doch die bereitet insbesondere Eltern Probleme.

Gießen - Elektronische Musik wummert aus kleinen Boxen, Flaschen klimpern und Gesprächsfetzen fliegen Freitagnacht über die Kate-Wiese. Eine Gruppe Frauen läuft mit Apfelwein über das Gras und sucht einen freien Platz zum Niederlassen. Jemand ruft ihnen lautstark »Born in the Wetterau« hinterher. Währenddessen schaukeln und rutschen junge Menschen auf dem angrenzenden Spielplatz.

Wie jedes Jahr lassen sommerliche Temperaturen die Leute nach draußen strömen. Das heißt für viele in Gießen normalerweise: tagsüber relaxen an der Lahn, abends feiern vor dem UHG (Uni-Hauptgebäude) in der »Ludi«. Der Universitätsplatz ist nachts im Moment aber fast verwaist. Die JLU lässt einen Sicherheitsdienst patrouillieren und eine Regel durchsetzen, die beim jungen Publikum nicht allzu beliebt ist: kein Alkohol auf dem Uni-Gelände.

Gießen: Kein Alkohol auf Uni-Vorplatz - Partys an der Kate-Wiese

Damit hat die Hochschule die jungen Menschen verdrängt. Die Konsequenz für die Feiernden: Der Weg zum Kiosk ist ein wenig länger geworden. Denn der neue Treffpunkt der Nachtschwärmer ist die Kate-Wiese an der Ecke Bismarck-/Stephanstraße. Die Wiese ist bereits in den letzten Jahren beliebt gewesen, aber sie hat neben dem UHG immer nur die zweite Geige gespielt. Den Marbobo-Kiosk direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu haben, oder 300 Meter laufen zu müssen wie jetzt, hat in der Vergangenheit vielleicht den Unterschied gemacht. Nun pilgern immer mal wieder Menschen über das JLU-Gelände Richtung Ludwigstraße, versacken vor dem Kiosk oder schaffen es wieder zurück. In kleinen Gruppen sitzen sie auf der Wiese und verbringen augenscheinlich einen entspannten Abend. Ganz unbeschwert, ohne Gedanken an Corona, geht es aber auch bei den Feierwütigen nicht. Eine Gruppe unterhält sich über das Abstandsgebot, und die Frage kommt auf: »Müssen wir in 1,5 Meter Abstand sitzen?«

Kein Eintritt, kein Konsumzwang, unter freiem Himmel - für viele ist das Treffen vor dem UHG Teil der Gießen-Kultur. Den Abend an der Kate-Wiese zu verbringen, ist aber auch gut. Für Eltern, die tagsüber mit Kindern auf den Spielplatz gehen, wo nachts zuvor mehr als Hundert Menschen gefeiert haben, ist die Abwanderung zur Kate-Wiese ein Problem. Selbst wenn einige ihren Müll mitnehmen, muss am nächsten Tag auf Scherben, Kippenstummel und Kronkorken geachtet werden.

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