Das Parkhaus wechselt den Besitzer. (ep)
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Das Parkhaus wechselt den Besitzer. (ep)

Parken

Parken am Gießener Bahnhof wird teurer

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Das Parkhaus Lahnstraße hinter dem Gießener Bahnhof geht zum 1. Oktober an eine neue Besitzerin über. Deshalb werden für Dauerparker künftig pro Jahr 70 Euro mehr fällig.

Gießen (mac). Nach langen Verhandlungen ist es nun perfekt. Zum 1. Oktober wird das Park-and-Ride-Parkhaus an der Lahnstraße von den Stadtwerken Gießen (SWG) an die Bahn-Tochter Contipark Parkgaragengesellschaft als neue Besitzerin übergehen. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin bewirtschaftet in Gießen derzeit bereits drei Parkhäuser; am Selterstor, am Bahnhof und an der Alten Post.

Für die Nutzer des Parkhauses an der Lahnstraße wird sich durch den Betreiberwechsel einiges verändern. Jahreskarten, deren Gültigkeit über den 30. September hinaus gehen, behalten zwar ihre Gültigkeit, wie Mathias Carl, Geschäftsführer von Mit.Bus und bislang bei den SWG für das Parkhaus zuständig, mitteilt. Da Ein- und Ausfahrten zukünftig aber nur durch eine Kameraerkennung des Kennzeichens möglich sein werden, ist es erforderlich, dass sich Zeitkarteninhaber mit Jahreskarte und Kennzeichen beim Betreiber (kundenservice@contipark.de) registrieren. Neue Jahreskarten wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das Unternehmen bietet indes einen Dauerparkvertrag an, für den monatlich 35 Euro fällig werden. Das bedeutet, dass Nutzer in diesem Fall statt bisher 350 Euro nun 420 Euro im Jahr zahlen müssen. In den beiden umliegenden Contipark-Anlagen am Bahnhof werden im Monat sogar 70 bzw. 90 Euro fällig. Ob auch in der Lahnstraße in Kürze mit einer Anpassung an diese Preise zu rechnen ist, konnte das Unternehmen am Freitag nicht beantworten.

Gießen: Tagesrabatt für Bahnfahrer fällt weg 

Wegfallen wird auch der bisherige Rabatt für Bahnfahrer in der Kategorie Tageskarte, die bisher 8 Euro bzw 5 Euro (mit Rabatt) gekostet hat. "Es wird keine Unterscheidung zwischen Bahnfahrern und Nicht-Bahnfahrern geben", sagt Carl. Zur weiteren Preisgestaltung machte Contipark am Freitag keine Angaben mehr.

Die Stadtverordneten hatten bereits im Dezember 2017 dem Verkauf des Parkhauses, das der Stadt gehörte, aber auf dem Gelände der Bahn errichtet worden war, zugestimmt. Dass es bis zum Vollzug fast zwei Jahre gedauert hat, begründet Stadtsprecherin Claudia Boje mit "schwierigen und langwierigen Abstimmungsprozessen mit einem großen und höchst komplexen Konzern Bahn". Diese hätten noch bis zum Schluss zu Verzögerungen geführt.

Im vergangenen Jahr war die Stadt vom Steuerzahlerbund Hessen für den erzielten Kaufpreis von 750 000 Euro und das "wahrlich schlechte Geschäft" kritisiert worden. Die Kritik richtete sich primär gegen die früheren Stadtregierungen, die das Parkhaus errichtet und nicht frühzeitiger veräußert hatten, aber auch der aktuelle Magistrat hätte beim Verkauf "deutlich mehr" herausholen können, hieß es in einer Stellungnahme. Gekostet hat das Parkhaus 1993 umgerechnet 12,5 Millionen Euro, von denen die Stadt 3,8 Millionen übernahm. An den Kosten für das politisch gewollte Projekt beteiligten sich Bund, Land und die Stadt Frankfurt. Aus diesem Grund galt bis zuletzt eine Zweckbindung, die für vergünstigte Tarife sorgte, aber auch verhinderte, dass die Parkanlage kostendeckend geführt werden konnte. Bis zuletzt verbuchte die Stadt ein jährliches Defizit von durchschnittlich über 170 000 Euro.

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