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Die alten Hallen des Güterverteilzentrums (AAFES) der US-Armee sind verschwunden. Hier baut das Unternehmen Otto ab dem kommenden Jahr ein großes Logistikzentrum.

Firmenansiedlung

Gießen: "Otto" muss für Logistikzentrum noch eine Bedingung des Landes erfüllen

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Wenn das Stadtparlament zustimmt, kann der Handelsriese "Otto" sein großes Logistikzentrum auf dem früheren AAFES-Gelände errichten. Eine Bedingung des Landes muss jetzt aber noch erfüllt werden.

Das ging schnell: Erst im Frühjahr hatte das Stadtparlament den Entwurf für den Bebauungsplan zur Ansiedlung des "Logistikzentrums Gießen" des Hamburger Handelsunternehmens "Otto" beschlossen, nun liegt die fertige Planung vor. "Da war natürlich Druck dahinter", bestätigte Bürgermeister Peter Neidel am Montag in einer Pressekonferenz des Magistrats, dass es "Otto" eilig hat mit der 300-Millionen-Investition.

Am Montag hatte die Stadtregierung den Bebauungsplan "Am Alten Flughafen III" als Satzung beschlossen. Wenn das Parlament am 26. September zustimmt, wird auch der Kaufvertrag, den die Depot-Eigentümerin Revikon und Otto unterschrieben haben, wirksam. Die Zustimmung gilt als sicher, auch wenn zwischen dem Beschluss vom Frühjahr und jetzt ein Sommer mit vielen Debatten und Aktionen zu den Themen Klimaschutz und Verkehrswende lag. Die Otto-Ansiedlung wird mehr Verkehr mit sich bringen; zusätzliche 850 Lkw-Fahrten und 4000 Pkw-Fahrten täglich werden erwartet.

Aus Sicht des Magistrats wird das nur die Rückkehr zum alten Zustand sein, als das große Güterverteilzentrum der US-Armee (AAFES) noch in Betrieb war. "Die Amerikaner haben das Gelände ja auch für Logistik genutzt. Das bietet sich an dieser Stelle direkt an der Autobahn an", sagte CDU-Planungsdezernent Peter Neidel.

"Otto"-Logistikzentrum in Gießen: Gleisanschluss soll gesichert werden

Zumal der künftige Betrieb sauberer und geordneter ablaufen soll als früher. Deshalb soll der Bebauungsplan von einem städtebaulichen Vertrag flankiert werden, der noch vor der Stadtverordnetensitzung am 26. September von Stadt, "Otto" und der Revikon GmbH unterschrieben werden soll. In ihm wird unter anderem festgelegt:

  • Der Gleisanschluss des früheren US-Depots muss mit Blick auf Nutzungen nach "Otto" gesichert werden. Auf die Option, Güter auch auf der Schiene zu transportieren, hat die Obere Landesplanungsbehörde im Rahmen der Trägerbeteiligung bestanden.
  • Die bauliche und organisatorische Absicherung der in der Verkehrsuntersuchung festgelegten Routen für den Lkw-Verkehr. Sollte es dennoch zu Abweichungen kommen, muss "Otto" für verkehrslenkende Maßnahmen, die die Stadt ergreift, aufkommen.
  • "Otto" muss gewährleisten, dass auf dem Betriebsgelände Warte-, Sanitär- und Ruhebereich für die Lkw-Fahrer zur Verfügung stehen werden.
  • "Otto" muss den einheimischen Beschäftigten Alternativangebote zum Pendeln mit dem privaten Pkw machen. Genannt in der Magistratsvorlage werden Werksverkehr, Fahrgemeinschaften und Leihräder.

"Otto"-Logistikzentrum in Gießen: Minder qualifizierte Menschen in Arbeit bringen

Neidel formulierte die Erwartung der Stadt, dass die Schaffung von bis zu 1800 Arbeitsplätzen vor allem dabei hilft, minder qualifizierte Menschen in Arbeit zu bringen. "Die Arbeitslosigkeit ist mit 7,7 Prozent in der Stadt nach wie vor zu hoch." Für Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hatte die Magistratssitzung am Montag, bei der auch die Planung für das Wohn- und Gewerbegebiet Philosophenhöhe (Motorpool) abgeschlossen wurde, eine historische Dimension. Mit den beiden letzten großen Plänen zur Umnutzung früherer Militärareale "geht eine Erfolgsgeschichte zu Ende", sagte die SPD-Politikerin. Die Stadt Gießen habe die "Riesenchance", die die sogenannte Konversion geboten habe, genutzt.

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